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Kategorie: Lektüren

the simple art of murder – raymond chandler

Dashiell Hammett, so hat Raymond Chandler 1950 geschrieben, in seinem wunderschönen luziden Essay über „The Simple Art of Murder“, Dashiell Hammett also gab den Mord jenen Leuten zurück, die ihn aus guten Gründen begehen – und nicht nur, um den Krimis ihre Leiche zu liefern.

„stop! mann! scheisse!“ (sueddeutsche, 01.03.05)

… the simple art of murder – raymond chandler (1950)
… hans utz: the simple art of murder

vivat :: die floskel

es scheint ja permanente hochkonjunktur fuer die floskel zu geben. dass schon wettbewerbe und online-sammelstellen dafuer entworfen werden:

… der spiegel nervsprechwettbewerb
… das spiegel nervsprech-lexikon
… eine knappe ostvariante von thorsten harmsen: erich waehrt am laengsten (berliner zeitung, 02.03.05)

die hurra! rezensionierung

Wenn das literarische Debüt einer erstklassigen Feuilletonistin bei Kiepenheuer & Witsch erscheint, die FAZ den Vorabdruck übernimmt, Hubert Spiegel aus Frankfurt der Kollegin ein Hurra! als Rezension hinterherruft und das Buch für den neu gegründeten Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wird, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Debüt gelungen. Klappe halten. (…) Wir sind keine Spielverderber. Wir wissen ein Phänomen zu schätzen und haben dem Marketing der Eskalation nur Zurückhaltung entgegenzusetzen. Hier beginnt die Komplikation. Denn was, wenn Eva Menasses wirtschaftlich groß angelegter Debütroman Vienna künstlerisch misslungen wäre?

literatur aus der dachluke (standard, 25.02.05)

autoren und deren dachluken

In einem jüngst der Presse gegebenen Interview sagt die Autorin: „Wenn man als Journalist den ersten Roman schreibt und deswegen von anderen Journalisten schief angeschaut wird, ärgert mich das. Ich bin Journalistin geworden, weil ich das als eine Art Schreibschule sehe . . . Ich misstraue eher den Leuten, die plötzlich aus einer Dachluke klettern mit dem Manuskript und vorher zum Beispiel Kellner waren.“

literatur aus der dachluke (standard, 25.02.05)

wir haben ja nichts und rein gar nichts mit film zu tun. ueberlegen aber immer mal wieder. was wohl gute filmszenen ergeben wuerde. das waere doch auch wieder eine. eine haeuserreihe. aus den dachluken stuerzen sich leere blaetter in den tod. und danach klettern saemtlich autorinnen aus den dachluken …

auswertung der flugdaten :: thomas kling

Hatte Thomas Kling seine geistige Herkunft bisher immer aus den sprachreflexiven Traditionen der Wiener Avantgarde abgeleitet – unter Einschluss dissidenter Barock-Autoren wie Georg Philipp Harsdörffer und Athanasius Kirchner -, so situiert er sich nun in der Nähe der entschieden antimodernistischen Grenzgänger Borchardt und George.

alles ins fliessen gebracht – michael braun (NZZ, 02.03.05)

markenprodukte :: keine abgelaufene praline

Wie bei allen Händlern tauchen auch bei ihm immer wieder unangemeldet Außendienstler der Marke Lindt auf, um die Geschäftsbeziehung zu pflegen – aber auch, um zu kontrollieren, ob er ihre Pralinen nicht mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum verkauft. Seine Konsequenz: Er lässt den Inhalt vom Ablauf bedrohter Schachteln von einer reizenden Gymnasiastin mit weißem Schürzchen im Laden als Kostprobe anbieten. (Mit der Folge drastisch gestiegener Lindt-Umsätze.) Die Marke Ralph Lauren lässt das Verkaufspersonal sogar darin schulen, wie ein Lauren-Pullover korrekt zusammengelegt und präsentiert wird.

marketing-kolumne: von marken und managern (brandeins, 02/05)

silentium :: der film

Würden wir in einem besseren Land leben, hieße der größte Kabarettist nicht Harald Schmidt, sondern Josef Hader. Statt eine Fernsehshow zu haben, die nur so heißt wie er, würde der mit einem Soloprogramm namens „Hader muss weg“ touren, und statt einem blödsinnigen Film wie „7 Zwerge“ würde er einen so komplett großartigen wie „Silentium“ drehen.

verfolgung im tretboot (TAZ, 02.03.05)

… die oesterreichische webseite des films „silentium“
… das deutsche pendant
… der trailer (real audio)
wolf haas: „weil ich so ein weichei bin …“ (hamburger abendblatt – 02.03.05)
… zwielichtiges salzburg: „silentium“ (n24, 14.02.05)
… komm, suesser król (berliner morgenpost, 16.02.05)
filme neu erfinden – wolf haas im gespraech (TAZ, 16.02.05)
… hader unter volllast – hader im interview (kulturkueche)

die sprechende speisekarte

In Österreich hat man ein äußerst inniges Verhältnis zur Speisekarte. Das ist auf der einen Seite verständlich, schließlich erkennt man mit einem Blick, wie es um Angebot und Preisniveau bestellt ist (besonders, wenn man den „Schnitzel-Index“ heranzieht: Am Schnitzel-Preis wird zumindest in Ostösterreich die Preisklasse eines Restaurants bemessen, egal, wie viel getrüffelte Anglerfilets oder Kaviar-befüllte Kobe-Beef-Röllchen sonst noch auf der Karte stehen mögen).

die sprechende speisekarte (standard, 01.03.05)