Der deutsch schreibende steirische Schriftsteller – bewirbt sich nur auf steirischen Bezügen

Technik des Fahrrads

Ich würde hier gerne mal einen akzidentiellen diagrammatischen Ansatz wählen – gemeint sind hier wohl die Mir-Sand-Mia-Teilnahmebedingungen mit Fotokopie des permanenten Hollerdrio-Lebenslauf (Passfoto Batchwork inbegriffen).

Ab sofort kann jeder deutsch schreibende steirische Schriftsteller oder Autor mit Steiermark-Bezug beim „SCHREIBEREI – Literaturpreis Steiermärkische Sparkasse“ mitmachen …

Quelle: SCHREIBEREI – Literaturpreis der Steiermärkischen Sparkasse / Teilnahmebedingungen

Oder: wenn man’s ganz genau zu nehmen wollen würde – was unterscheidet einen jeden deutsch schreibenden steirischen Schriftsteller mit Steiermark-Bezügen vom jeden deutsch schreibenden steirischen Autor mit steiermärkischen Sparkassen-Bezügen?

Der Hofmeister (Lenz) Lektüre

Gerade den Hofmeister von Lenz (1774) gelesen – schon ein ziemlich guter Text. Bei Lenz interessant, wie das Pekuniäre seine Texte durchzieht. Wem man sich wie stark und mit welchen Folgen aussetzt, um nicht nur soziales Kapital einzusammeln. Und adelige Frauen haben auch zu tun, um sich das schon erworbene Kapital permanent auszupolstern:

aber Sie waren in so viel Zerstreuungen verwickelt, so mit Kutschenbesuchen und Serenaden belästigt, dass ich mit meinem Besuch zu unrechter Zeit zu kommen fürchtete.

Quelle: Patzer, Georg. Textausgabe + Lektüreschlüssel. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Hofmeister: Reclam Textausgabe + Lektüreschlüssel (German Edition) (Kindle-Positionen 1469-1471). Reclam Verlag. Kindle-Version. (cool – Kopieren aus dem Kindle mit voller Quellenangabe … Hätten wir das seinerzeit im Germanistikstudium schon gehabt. Wir wären vor der Zeit fertig geworden :))

Und ganz klar – wer Lenz ausführlich gelesen hat: Büchner.

Und versuche nun doch rauszukriegen, warum es zum Bruch zwischen Lenz und Goethe in Weimar kam – Lenz wurde ja aus Weimar ausgewiesen – ergo verbannt …

Er, Goethe, vernichtet alle Erinnerungsstücke, z. B. Briefe, an Jakob Michael Reinhold Lenz

Quelle: Hans Bader: Lenz (Weimar-Lese) 

Dem Günstling ist günstig, was eben passt

Das Logbuch Suhrkamp stellt in seiner neuen Rubrik Literaturzeitschriften vor.

Das peinlich Spannende dabei ist nicht, dass das Modell Fragebogen letztlich mehr über den Fragenden als den Befragten preisgibt, sondern dass die befragte Zeitschrift und die Redaktion des Logbuchs eine personelle Überschneidung aufweisen: Redakteur der Zeitschrift ist zugleich in der Redaktion des Logbuchs …

Abstand zum besprochenen Thema ist auch nur eine Frage des Augenwinkels. 😉

 

 

 

Jenseits des argumentativen Festen

Stuckrad & Ulmen sind so bemüht, nur keine argumentative Festheit zu erzeugen, denn wer will schon manifest werden und sich festlegen lassen – oder so ein i-tüpfelreitender in einer Endlospapier-schleife verhangener Avantgardist sein:

Und dann wird durch die Konstellation „Politiker trifft auf Stuckrad und gibt ungewöhnliche Antworten auf ungewöhnliche Fragen“ schon automatisch etwas abfallen, das einen beiläufigen Blick auf Politikrealität wirft, ohne dass wir erst mal ein Manifest formulieren müssen.

TAZ – 9.2. 2012

Sofia Coppola: The Virgin Suicides

Ich fand bereits Sofia Coppolas Film Marie Antoinette (2006) ziemlich verschärft – ein Ausstattungsfilm, ja + nein, vor allem ein Film über Machtverhältnisse. Um Machtverhältnisse dreht sich alles in ihrem Film The Virgin Suicides, ihr Debütfilm aus dem Jahre 1999 nach einer literarischen Vorlage von Eugenides.

Es klingt zwar immer ein wenig angestaubt, aber es ist tatsächlich so, dass man den beiden Filmen anmerkt, dass eine Frau Regie führt. In beiden Filmen stehen Frauen im Mittelpunkt, die in Machtverhältnissen stehen, die sie nur bedingt (mit-)beeinflussen können. Marie Antoinette entwickelt eine bonbonfarbene Konsumlust und entwickelt sich zur Konsumikone ihrer Zeit, die Selbstmord-Schwestern schaffen diesen Ausbruch nicht, sie bestellen Reisekataloge und Modejournale, schwelgen in fremden Welten, ohne das Haus verlassen zu könnnen. Die Pubertät als Atom. 🙂

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