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Experimentelle Schöpfkellen – aheu!

Ja sicherlich – die experimentelle Literatur arbeitet ganz offen mit Copy & Paste. Ich werde gleich mal nachschlagen, wer und wie das tatsächlich offen gelegt hat / wird. Der Punkt ist doch eher, dass die experimentelle Literatur – wenn sie denn wirklich mit einem gewissen Ernst betrieben wird – sich gar nicht die Frage nach Originalität, Vereinzelung und Schöpfkellen-Drama stellt.

Bei mancher experimenteller Literatur wird ganz offen mit ‘Copy and Paste’ gearbeitet und damit die klassische Vorstellung von Originalität und dem Einzelnen als einsamem Schöpfer von Texten in Frage gestellt.

Roloff, Simon in: Rauch, Raphael: Wenn Bücher wie am Fließband entstehen. ZDF (13.10.2018)

Das Lustige an der Copy & Paste Volte ist ja, dass es das experimentelle Schreiben mit dem beiläufigen Textmarkern gleichsetzt. Dass das Wiederverwenden von Material einer normalen Textlogik folgt und der Mehrfach-Verschnitt eine gängige Methode ist, fällt dann schlicht argumentativ hinten runter. Und wie Roloff summiert: Allerdings hadert der Literaturbetrieb mit solchen Texten. 

Trotzdem habe ich mir die Webseite von Simon Roloff angesehen. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu Robert Walser und Mediengeschichte. Seinen Aufsatz zu Kittler werde ich gleich mal bukmarkern: Eleganter Code. Montagepraktiken der Medientheorie Friedrich Kittlers (Google Books). Ist ja auch ein Theorie-Steckenpferd von mir – immer noch, habe ja Mediengeschichte unimäßig abgeschlossen (Stichwort: Zielinski). :)

Und man merke sich intern vor: bevor der aus SEO-technischem Gesichtspunkt zu knappe Beitrag online gehen kann, wird die wortlustige Textfeh (sorry – das Keun-Ef-Ef) ein Fokus-Keyword zu setzen müssen, sämtliche Bilder für den Artikel wieder entfernen und alle Ähnlichkeiten (related items) schlicht zu ignorieren wissen (keine eingebundenen links gefunden – no birthday press – meen turn).

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