Die Ferienbande und der mehrfache Boden der Parodie

Die Ferienbande – eine Parodie auf Jugendhörspielserien wie Die drei ???.

Eine Parodie arbeitet ja meisthin mit vielen doppelten Böden, die Jugendhörspielserie “Die Ferienbande” gleich mit unzähligen. Aus einer Radio-Comedy-Serie des Comedy-Duos Kai+Sven (Eine Tasse Tee?) entstanden, sind bis dato zwei Folgen der Ferienbande auf CD und auch online als MP3 Download (z.b. auf soforthoeren.de) zu erwerben.

Die erste Folge Die Ferienbande und die entsetzlichen Ferien startet gleich mit der Metaebene Sprecher, der eigentlich ein ganz anderes Jugendhörspiel sprechen soll, sich aber für die Ferienbande berufen fühlt. Der Erzähler greift immer wieder ins Geschehen ein und die Protagonistinnen sind bis an eine durchaus schmerzliche Grenze Parodien von Figuren anderer Jugendhörspielserien.

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krimi-couch.de: nun auch einen Podcast

krimi-couch.de hat nun auch einen Podcast.

Der Podcast wird eifrig mit der Synchronstimme von Pierce Brosnan beworben, die ist auch nicht schlecht, aber trotzdem irgendwie ein wenig merkwürdig. Man hat beständig das Gefühl, in einem James Bond gelandet zu sein, da auch immer mal zwischendurch auf einen gefeuert wird. 🙂 So eine bekannte Stimme kann mitunter auch ein paar Nachteile haben. Bis dato gibt es 2 Folgen und abonnieren (itunes) kann man ihn auch.

Hunger auf Leben: Brigitte Reimann

Hunger auf Leben, der Film über das Leben der Brigitte Reimann, macht Lust, mehr von ihr und über sie zu lesen.

Ein wenig kursorisch fand ich ihn schon, zufällig in der Nacht hingezappt auf Hunger auf Leben, ein Film über das Leben von Brigitte Reimann. Das beste daran – abgesehen vom deutschen Staraufgebot und Martina Gedeck, fand ich die Schlusszene, in der Brigitte Reimann plötzlich allein war mit dem Schreiben und dem Krebs, kein Mann und kein Literaturfunktionär in Sicht. Egal, ob das historisch so auch verbürgt ist (ich las gerade, dass sie zu dieser Zeit mit einem Arzt in vierter Ehe verheiratet war).
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Die Alter-Egos in literarischen Texten: der fiktionale Autor

Auch ein interessanter Artikel über das Installieren fiktionaler Autoren in Texten, was meisthin von der Kritik als autobiographisch interpretiert wird: In my own words (Guardian, 28.02.07). Darin wird auch Agatha Christies immer wieder mal eingewobene fiktionale Autorin Ariadne Oliver angeführt.

Witzig, dass es auch Buchausgaben nur mit Ariadne Oliver von Agatha Christie gibt: The complete Ariadne Oliver.

Thomas Manns Position im literarischen Feld

Was man alles so unter dem Begriff “literarisches Feld” subsummiert: Unter dem Tagungspunkt “Thomas Mann im literarischen Feld” (Kolloqium des Kreises der jungen Thomas Mann-Forscher “Thomas Manns kulturelle Zeitgenossenschaft“) findet sich im Grunde nur ein Referat/Statement, dass sich tatsächlich auf das literarische Feld bezieht, Tim Lörkes “Selbstbewußte Konkurrenz: Ein Autor erobert das Feld“.

Aber wer weiss, womöglich beziehen sich die anderen beiden Referenten auch auf diesen Begriff. Die Titel “Thomas Manns Konzept des Epochenromans” und “Der Roman als Kosmos” klingen aber nicht gerade danach.

Der Krimileser und seine unglückliche Beziehung zum kulturellen Kapital

Sehr schönes Zitat von Franz Schuh hinsichtlich der Affinität zur Kriminalliteratur. Jetzt endlich begreife ich, warum ich irgendwann begonnen habe, Krimis zu lesen. Wenngleich mich dann gleich beide Muster, die Bourdieu anführt, treffen würden: Mein kulturelles Kapital habe ich einerseits nicht geschafft gänzlich ins schulisches zu überführen und habe mir das meiste auf “illegitimen” Wege angeeignet:

“Leute”, sagt Bourdieu, die “ihr kulturelles Kapital wesentlich der Schule verdanken”, haben die ausgeprägte Tendenz, “sich der schulmäßigen Definition von Legitimität zu beugen und ihre Investitionen innerhalb der Bereiche ganz strikt nach deren von der Schule zuerkanntem Wert auszurichten. Demgegenüber reizen ,mittlere Künste’ wie Film und Jazz oder stärker noch wie Comic, Science fiction und Kriminalroman vorrangig jene zum Investieren, denen die Umwandlung ihres kulturellen Kapitals in schulisches nicht gänzlich gelungen ist, daneben solche, die die legitime Kultur nicht auf legitime Weise erworben haben, d. h. nicht von frühauf mit ihr vertraut wurden, und nun zu ihr eine objektiv und/oder subjektiv unglückliche Beziehung haben.”

Quelle: Bourdieu zitiert nach Franz Schuh: Dekadenz schwächt und hält zugleich am Leben. (Der Standard, 20.04.02)

btw: Falls jemand das Zitat an einen konkreten Bourdieu Text festmachen kann, wäre mir gedient. 🙂

UPDATE: Dank Lars ist jetzt die Stelle dingfest gemacht:

Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Suhrkamp Taschenbuch, S 154.

und was liest kinsey millhone

am besten finde ich ja ganz klassisch im literatur hopping-stil das recherchieren von lektüren, zu denen romanhelden greifen, wenn sie – besonders im krimi – gerade zu wenig zu tun haben: sue graftons detektivin kinsey millhone bleibt ganz klassisch im krimigenre und greift zu elmore leonard und dick francis. zu finden sind diese lektüreempfehlungen in ihrer alphabetserie – folge o: o is for outlaw.
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die neue wiener gruppe: perpetuum flexibile

na servus – könnte man auf schlecht österreichisch polemisieren: was sich heute alles als nachfolge oder -er begreift. ein wenig subkulturellen hier. ein wenig eigenverlegerischer “kitsch” dort (ok. ich könnte das jetzt entschärfen. fühle mich aber gerade nicht in der lage. in stabiler rage vielleicht schon). und schon zieht man sich an: was man im engen literarischen feldhügel gerade noch ausgräbt: die neue wiener gruppe!
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