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Kategorie: Lektüren

lektuere einer kunsthistorikerin

Welche Zeitschrift/welches Magazin und welches Buch begleiten dich zur Zeit durch den Alltag?
Wenn ich es nicht verpasse, höre ich „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil, gelesen im Radio, sonst brand eins und das Übliche: Kunstforum, Infodienst Kunst und so.

Einblick (86) – Barbara Blickensdorff, dipl. Kunsthistorikerin/Galeristin (TAZ, 02.03.05)

gib deinem spiesserdasein ein zuhause :: lbs

Problematisch sind insofern ja auch nicht Genealogie und Phänomenologie der Neocons, sondern der Verdacht, dass sie — aus ökonomischen und zugleich modischen Motiven — den Rückgriff auf längst überwundene Geschlechter-Rollen proben. Die erschreckenden Studien wissen von immer mehr 25-jährigen Akademikerinnen, die ihren Platz am heimischen Herd und bei Aufzucht und Hege der lieben Kleinen sehen; die glauben, ihre ökonomische Unabhängigkeit auch deshalb ohne weiteres aufgeben zu können, weil ihre Generation in joblosen Zeiten wie diesen gar keine Freiheit mehr erwerben könne. Passend dazu wird von immer mehr 27-jährigen Männern erzählt, die sich in härtere Karrieren fügen, weil ihnen die Frauen zuhause „den Rücken frei halten“. Dass derlei Denken der patriarchalischen Vergangenheit entlaufen ist, scheint zusätzlich von modisch-spießigem Reiz zu sein — eben der Abgrenzung zuliebe. Auf diese Weise werden auf dem Feld der Geschlechterdiskussion aber auch ein paar Errungenschaften der Jetztzeit ausgegrenzt, die, um im Neocon-Sprachambiente zu bleiben, insofern nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

Vati, ich will Spießer werden! (sueddeutsche, 28.02.05)

architektur :: in bratislava (derivé)

Bratislava erlebte in den sechziger Jahren, oder man könnte sagen im letzten Jahrhundert – auch die heutige Zeit würde ich dazu rechnen – ein großes Trauma in seiner Entwicklung. In den sechziger Jahren war es dieser sinnlose Druck: Zweimillionenarbeiterstadt. Das war die erste Bombe, die sich sehr schädigend auswirkte. Das zweite: das letzte Jahrhundert war begleitet von einem großen Unverständnis oder nicht ausreichendem Verständnis des Verkehrssystems. Es wurde ein Grundgerüst für den Verkehr zementiert, ohne überhaupt zu wissen, was Verkehr bedeutet. Das haben Leute geplant, die noch nie eine Autobahn gesehen haben. Und wir haben jetzt eine Autobahn bis in das Zentrum der Stadt und auf Jahre hinaus wird sie durch das Zentrum gehen. Täglich bringt uns die Autobahn immer mehr Autos in das Zentrum – das ist eine Tragödie.

Auf dem Tisch und unter dem Tisch. Gespräch mit Štefan Svetko und Ivan Matúšik zur Architektur der sechziger und siebziger Jahre in Bratislava. (derivé – zeitschrift fuer stadtforschung, ausgabe 18/2005)

Štefan Svetkoslowakischer rundfunk (bratislava) – bildergalerie zum gebaeude
… Ivan Matúšik – hotel kyjev/ kaufhaus PRIOR (bratislava – bildergalerie)

steiermark :: mozartfreie zone

Während sich Wien und Salzburg um die Vormachtstellung in der Mozart-Rezeption duellierten und die Österreich Werbung vielleicht sogar berechtigt an einem Mozart-Hype bastle, werde die Steiermark ihren Gästen bewusst ein davon abgesetztes Programm bieten.

Steiermark erklärt sich 2006 zur „Mozart freien Zone“ (standard, 01.03.05)

… mozart 2006 (nur peinlich, dass die folgeseite auf eine fehlerseite fuehrt! ;-))

langweiler foto des tages: peter handke bei heinz fischer

das langweiligste foto des tages: peter handke hockt mit dem oesterreichischen bundespraesidenten heinz fischer zusammen.

Zwar wird offiziell von einem „rein privaten Besuch“ gesprochen, dennoch gibt Aigner zu, dass die Besuche beim Präsidenten „nie ganz privat“ seien. Das einstündige Gespräch zwischen den beiden sei „sehr angenehm und interessant“ gewesen.

peter handke besucht heinz fischer (standard, 28.02.05)

maud newton :: die feeds

mitunter dauert es ja jahre. bis man alle weblog-werkzeuge soweit kennt. dass man sich die URL fuer den rss-feed von anderen blogs zusammenreimen und -leimen kann. es ist uns daher heute endlich gelungen. weil wir mittlerweile wordpress kennen. den rss-feed des wirklich guten und informativen literaturblogs von maud newton zu entschluesseln:

maud newton
rss-feed
atom-feed
… der kommentar-feed ist nicht zu empfehlen – da wird ein wenig zu viel gespamt 🙂

richard & judy

eine unserer lieblingskolumnen der zeitschrift „literaturen“ ist „mitten drin …“ im magazinteil.

im aktuellen heft wird der „richard & judy book club“ in london vorgestellt. der das seifenoperhafte geplauder ueber literatur hierzulande (vgl. sendung „lesen!“) wohl noch weit uebertrifft und einen aehnlichen aufmerksamkeits- und kauflevel hat wie oprah winfreys buchclub.

Was die R & J Show so attraktiv macht, ist ihr Tonfall: Jedes Buch wird auf dem denkbar niedrigsten Diskurs-Niveau erörtert, etwa wenn darüber gestritten wird, ob die Heldin in «Die Frau des Zeitreisenden» nun «sacharinsüß» (Julian) oder «goldig» (Judy) zu nennen ist. Diese Art von Büchergeplauder zielt darauf ab, jeden Zuschauer einzugemeinden: Kein ängstlicher Leser mit geringer Selbstachtung soll davon abgehalten werden, sich auf die hohe Romankunst einzulassen.

mitten aus london (literaturen 03/05)

… richard & judy auf channel 4
the booksellers (the guardian, 26.02.04)
… „Today’s British intellectuals are pasteurised until they are bland enough to fit into popular culture. They will be asked on to the Richard and Judy show to plug their books, as William Dalrymple has been;“ (Where are our Susan Sontags? – times online, 30.12.04)

grundlagen :: literaturtheorie

wir ueben uns derzeit wieder ein wenig in grundlagenforschung und sagen nur: literaturtheorie. und: die einfuehrung in die literaturtheorie von eagleton ist doch recht salopp und witzig. durchaus zu empfehlen. da quaelen wir uns auch mal durch husserl durch. wenns denn sein muss.

sonst: ueberblicksveranstaltung „literaturtheorie“ von martin huber (wirklich nur stichworte zu themenbereichen vorhanden)

die gruppe 47

Hans Werner Richter habe eben „seine Postkarten eben nur an diejenigen [verschickt], die er dabei haben wollte. Oft schlug dann enttäuschte Hoffnung in Hass um.“

Vom Schriftsteller zum Nobelpreisträger . Heinz Ludwig Arnold gibt mit seinem Buch Einblicke in die „Gruppe 47“ (berliner literaturkritik)