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Kategorie: Lektüren

wer kontrolliert die medienbesitzer …

Ein Herr wäre indessen kein Herr, wenn er keine Stimme hätte. Und die wird letztlich jeder Journalist, der auf der Lohnliste dieses Herrn steht, bei der Berichterstattung mithören.

wer kontrolliert die medienbesitzer? (NZZ, 28.01.05)

heil dich selbst :: die flick collection wird geschlossen

Es geht mit dem Aufruf gegen die Ausstellung der „Friedrich Christian Flick Collection“ nicht darum, dass Flick grundsätzlich keine Kunst sammeln und zeigen dürfe. Genauso sinnlos ist es, die Geschichte der NS- und Arisierungsgewinne allein an seiner Person festzumachen. Der Aufruf wendet sich gegen das Normalisierungsregime der Neuen Berliner Mitte und dessen Stillstellung der Erinnerung an die Shoa sowie die damit einhergehende Entleerung und Konsequenzlosigkeit des Erinnerns. Hierfür ist die „Friedrich Christian Flick Collection“ das zentrale und aktuellste Symptom.

aus der pressemitteilung zu: HEIL DICH DOCH SELBST. DIE «FLICK COLLECTION» WIRD GESCHLOSSEN

… Intellektuelle protestieren gegen „Flick Collection“ (spiegel, 27.01.05)
Werdet alle Aktivisten! (FAZ, 17.12.04)
zwei bilder zum nachdenken (TAZ, 24.12.04)
potente organismen (TAZ, 23.12.04)

doppelschlag gegen flick (TAZ, 28.01.05)
… FLICK (FR, 28.01.05)

www.ulrikeottinger.com

ulrike ottinger hat eine sehr umfangreiche webseite, vor allem hat sie viele ihrer texte, besprechungen und ausstellungsstuecke online gestellt.

pirandello – shoot (1926)

I too am acquainted with the external, that is to say the mechanical framework of the life which keeps us clamorously and dizzily occupied and gives us no rest. To-day, such-and-such; this and that to be done hurrying to one place, watch in hand, so as to be in time at another. „No, my dear fellow, thank you: I can’t!“ „No, really? Lucky fellow! I must be off….“ At eleven, luncheon. The paper, the house, the
office, school. … „A fine day, worse luck! But business….“ „What’s this? Ah, a funeral.“ We lift our hats as we pass to the man who has made his escape. The shop, the works, the law courts….

Luigi Pirandello – Shoot! (Si Gira) (1926)

zur geschichte des zahnstochers

Überliefert ist, dass der Tyrann Agathokles von Syrakus im Jahr 289 vor Christus durch ein langsam wirkendes Gift umgebracht wurde, das ihm sein Lieblingssklave in einem Zahnstocher verabreichte. Das konnte aber die Erfolgsgeschichte des Zahnstochers nicht verhindern.

Der Zahnstocher – einst ein Luxusgegenstand

… „La douleur des dents est la plus grande“. zur geschichte des zahnschmerzes in der fruehen neuzeit (pdf)
… wie man die aufsicht auf den mund beim nutzen eines zahnstochers verdecken kann

jungle world :: thema :: RAF

die aktuelle jungle world setzt sich den schwerpunkt „RAF“. so unterschiedlich die verschiedenen ansaetze sind. so interessant und fast diamentral sind sie:

Wer sich wirklich mit der Phase des politischen Aufbruchs in der Bundesrepublik befassen und den Niedergang der emanzipatorischen Ansätze verstehen will, der muss seinen Blick auf die neuen sozialen Bewegungen richten. Die siebziger Jahre sind nicht durch die RAF, sondern die RAF ist durch die siebziger Jahre zu verstehen.

Kasper aus der Kiste – oliver tolmein (Jungle World, 4/05)

Im Prinzip darf Kunst fast alles. Aber ich glaube, dass in diesem Fall, also bei dieser RAF-Ausstellung, die da jetzt beginnt, nur Schwachsinn herauskommt. Abgesehen davon ist beispielsweise auch ein Banküberfall ein wirkliches Gesamtkunstwerk. Und den kann man nicht im Museum an die Wand hängen.

»Kritiker wurden diffamiert« (Jungle World, 4/05)

fuer unternehmen rechnet sich diese strategie

Die Praxis zeigt außerdem, dass Firmen höhere Gewinne nicht unbedingt einsetzen, um die Preise zu senken oder zu investieren. Weltweit stiegen im letzten Jahr die Gewinne, »die Unternehmen verdienen derzeit unverschämt gut«, sagte ein Aktienstratege der niederländischen Bank ABN AMRO der Wochenzeitung Die Zeit. Aber was passiert mit dem Geld? Viele Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. Die Deutsche Bank etwa hat 2002 dafür mehr als sechs Milliarden Euro ausgegeben. Für Unternehmen rechnet sich die Strategie: Der Aktienkurs steigt, weil sich weniger Wertpapiere auf dem freien Markt befinden. Und weniger Aktionäre bedeuten, dass die Banken weniger Dividenden ausschütten müssen. Nach dieser Devise handeln nicht nur die Deutsche Bank und andere deutsche Unternehmen, sondern Konzerne weltweit.

Stört uns bitte einmal nicht bei der Arbeit! (sueddeutsche, 24.01.05)

in meinem alter blickt man auch nicht so oft in den spiegel

SPIEGEL Kultur: Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen?
Martin Amis: Jedenfalls nicht den Literaturstar Martin Amis. In meinem Alter blickt man auch nicht so oft in den Spiegel. Man weiss gar nicht mehr so recht, wie man eigentlich aussieht und es interessiert einen auch nicht mehr.

medienrummel fuer trottel – martin amis (56) im gespraech (spiegel, 05.01.05)