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Kategorie: Lektüren

kippenberger :: boden-collage

Von den folgenden Mietern des Ateliers mit Sperrholz abgedeckt und verborgen überstand die Collage die Jahre: 2003 wurde sie, kurz vor dem Abriß des Gebäudes, von den Berliner Galeristen Annette und Rudolf Kicken wiederentdeckt und auf ihre Initiative hin sorgfältig geborgen.

Martin Kippenberger – Eine Boden-Collage für Claudia Skoda (ausstellung – nrw-forum)

sich widersprechende details lesen sich dann in der koelnischen rundschau (28.01.05) so:

Mit dem neuen Fußboden habe sie über zehn Jahre gelebt, so die Designerin (claudia skoda, anm.). Bis sie ihn nicht mehr «habe sehen können», unter Holz verschwinden ließ und später auch auszog.

boulevardisierung und popularisierung von symbolen

wdr-raf.gif

es ist schon interessant. alles spricht im zusammenhang mit der RAF und deren ausstellung ueber die popularisierung ihrer symbole. fuer einen audiobeitrag zur RAF (30.01.05) setzt der wdr das wohl populaerste bild der RAF an prominente stelle?!

warum ausstellen, was alle schon kennen?

im 16. jahrhundert erzeugten die wiedertaeufer in muenster einen solchen schock, nachdem sie das geld und die ehe abgeschafft haben. als es mit dem spuk vorbei war, stellte man ihre relikte aus. nach dem terreur der franzoesischen revolution gab es die guillotine bald als mausefalle.

warum ausstellen, was alle schon kennen? – martin warnke, ART 12/03, s 77 -79

RAF :: keine “bildermaschine”

Die RAF war insofern alles andere als eine „Bildermaschine“. Sie selbst hat fast gar keine Bilder produziert, wenn man einmal von dem Sonderfall der Videoaufnahmen im Kontext der Schleyer-Entführung absieht. Die RAF ist vielmehr durch Bildaufnahmen strategisch erobert und nachhaltig besetzt worden. Gerade die Entwendung einer Bildersprache durch ganz andere, zum Teil staatliche Kräfte ist es gewesen, die das heutige Gesamtbild des RAF-Phänomens geschaffen hat. Ein Hauptanliegen jeder RAF-Ausstellung müsste also darin bestehen, das bislang Unsichtbare sichtbarer zu machen – wozu die gesamte Inkubationszeit der RAF mit ihren subkulturellen und teilweise selbst schon popkulturell vermittelten Verflechtungen gehören würde – und die massenmedial konditionierten Zeichen aus dem Vordergrund zu drängen. Womit man es auf diese Weise zu tun hätte, wäre nichts weniger als eine Korrektur des Wahrnehmungsfeldes, das sich bislang an der ebenso abstrakt wie rätselhaft erscheinenden Abkürzung ausgebildet hat.

Wolfgang Kraushaar, Zwischen Popkultur, Politik und Zeitgeschichte. Von der Schwierigkeit, die RAF zu historisieren, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 1 (2004), H. 2, abschnitt 4
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bruno banani :: settings

wir sind ja. was parfum betrifft. eher unbedarft. „just be(e)“. von calvin klein. fanden wir einfach daneben. bruno banani hat schlicht die schraegsten parfum-flakons. also bitte.

zur bildlegende oben: (1) random items (2 + 3) bearbeitung von kulturnation.de

tookasse.com :: franzoesischer roman als gratis download

mitunter bedauern wir ja. kein franzoesisch zu sprechen. 🙂

In Frankreich ist zum ersten Mal ein Roman erschienen, der gleichzeitig im Buchhandel für zwölf Euro gekauft und mittels Internet kostenlos herunter geladen werden kann. Es handelt sich um das Buch „tookasse.com“, Erstlingswerk der drei etwa 30-jährigen Autoren Dominique-Marie Dugasse, Olivier Grenet und Sebastien Petit. Das Buch erzählt das wechselhafte Schicksal von drei jungen Angestellten eines Start-Up-Unternehmens.

franzoesischer roman als kostenloser download (standard, 27.01.05)

… tookasse.com – das buch als pdf-download

der vergleich mit der italienischen aktivistengruppe wu ming ist jedoch nicht wirklich zutreffend. wu ming (ca. luther blissett)s moeglichkeit. ihre schriften und buecher zum download anzubieten ist zuallerest konzept. als alternative werden dann auch buecher gemacht. der franzoesische verlag telemaque hofft durch den download den verkauf des buches zu steigern – das ist ein gaenzlich anderer ansatz. 🙂

das bild der RAF :: ist ein polizeibild

Genau. Das Bild der RAF ist ein Polizeibild. Die ersten Bilder waren die Steckbriefe. Durch die Bildhoheit über die Steckbriefe ist es der Polizei gelungen, die RAF zu entpolitisieren und sie zu kriminalisieren. Deshalb ist die Überführung in die Kunst gewissermaßen zwangsläufig. Diese Leerstelle – dieser Schwarzfilm – ist eine Einladung an die Kunst. Er ist attraktiv und muss besetzt werden.

das ist doch nicht die RAF. das ist doch ein liebespaar!“ – astrid proll im interview (TAZ, 28.01.05)

unscharfe bilder – gespraech mit astrid proll ueber mode und die RAF (zeit, 04.09. 03)