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Kategorie: Lektüren

old-fashioned literary gimmick :: plot

Rather than being concerned about old-fashioned literary gimmicks such as plot, character and the choice of language, they must now recognise that the key to success is to change the font-size setting on their computer and invest in some heavyweight paper.

Publishers seduced by larger type (guardian, 18.02.05)

losing is :: a virtue too

Rivalry is another way of looking in the mirror. You measure yourself by what you see looking back at you. But perhaps, as a cultural theme, it is now overplayed, becoming a feature that lays too much stress on winning. Sometimes winning is not the point. Sometimes winning is just another name for conforming to a glaring expectation. Losing is a virtue too little regarded as a motor of artistic invention.

The comeback of a culture of rivalry (telegraph, 14.02.05)

eine ablehnung des spektakels

»Es ist nicht eine Frage des Herausarbeitens eines Spektakels der Ablehnung, sondern einer Ablehnung des Spektakels. Damit ihre Herausarbeitung künstlerisch sein kann in dem neuen und authentischen Sinne, wie die SI ihn definiert, dürfen die Elemente der Zerstörung des Spektakels nicht länger Kunstwerke sein. Es gibt weder so etwas wie Situationismus oder ein situationistisches Kunstwerk noch gibt es, was das betrifft, einen Situationisten, der Spektakel erschafft.«

raoul vaneigm (1961) auf der 5. SI-konferenz

jochen gerz :: die 70er jahre haben noch nicht stattgefunden

Wenn Jochen Gerz sagt: »Die 70er Jahre haben noch nicht stattgefunden«, (20) so bringt er damit die Last der uneingelösten Utopien zum Ausdruck, die während der 70er Jahre nicht nur die Kunst, sondern auch die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen bestimmen. Wie schon Schums Scheitern ankündigt, stehen die Zeichen auch im Verhältnis von Kunst und Massenmedien auf Konfrontation. Die Kritik am Medium kann dabei durchaus auch im Fernsehen selbst ihren Platz finden, wie die künstlerischen Eingriffe zeigen, die Anfang der 70er Jahre Peter Weibel, Valie Export und später auch Richard Kriesche mit dem ORF realisieren.

>>kunst und fernsehen – gegner oder partner?

kunstfeld :: die nullereignisse

Riechard Kriesche sprach sich dagegen aus, dass alle Medien über „Nullereignisse, wie diesen Vorhang in New York“ (Christo-Installation im Central-Park, Anm.) berichten. „Das ist vollkommen irrelevant“, betonte er. Allerdings, so Kriesche, wisse man aus den Berichten, „dass Christo ein anständiger Mensch ist und das alles wenigstens selber zahlt.“

„Kulturkritik“ stand zur Diskussion in Graz (standard, 23.02.05)

kunsthaus graz

die langeweile japanischer maenner

Materiell geht es japanischen Rentnern gut. Sie haben hart gearbeitet und kriegen eine Rente, von der sich leben lässt. Aber sie haben nie gelernt, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen, wenn sie nicht arbeiten. Und davon haben sie immer mehr, denn, wie gesagt, sie kommen voran im Leben. Die Steigerung der Lebenserwartung der Japaner macht sich insbesondere bei den Ruheständlern bemerkbar. 1965 konnte ein 65-Jähriger erwarten, noch 12 Jahre zu leben. Heute sind es fast 18 Jahre, bei Frauen sogar 22. Eine lange Zeit zum Nichtstun.

nasses herbstlaub – die langeweile der japanischen maenner (NZZ, 23.02.05)

dutschke und :: das stadtguerilla-konzept

Das Stadtguerilla-Konzept – unverzichtbar für die mentale Innenausstattung der RAF – kann also nicht „einfach als Verfalls- und Verzweiflungsprodukt der 68er-Bewegung“ (Kraushaar) gedeutet werden, wie viele das tun. Collagiert aus Theoriefragmenten Che Guevaras sowie der „Theorie des Partisanen“ von Carl Schmitt, hat sich Dutschke schon vor 68 eine „urbane Guerilla“ erträumt. An diesem Punkt wird niemand mehr vorbeikommen, der sich anschickt, aus Dutschke einen gewaltfreien Heiligen zu stilisieren.

Nach den Projektionen (TAZ, 23.02.05)

… rudi dutschke andreas baader und die RAF. hamburger edition
rudi dutschkes freunde und helfer (FAZ, 31.01.05)
… das opfer analysiert (tagblatt)
rudi und die raf (3sat)

jelinek :: aus der feder einer frau aber klingt …

Dass eine solche Sprach-, Gesellschafts- und Österreichkritik wie bei den Genannten schließlich immer von jenem melancholischen Ton getragen zu sein scheint, der sich aus einem zutiefst verletzten Gefühl der Menschlichkeit speist, wird oft übersehen, was zu Fehlinterpretationen führt. Ex negativo nämlich ist diese Kritik letztendlich doch auch eine konstruktive, da eine Welt gezeigt wird, wie sie nicht sein dürfte, der nurmehr mit Zynismus begegnet werden kann. Aus der Feder einer Frau aber klingt dies anscheinend immer noch unerhörter und gekränkter als aus der eines Mannes, sodass auch die Kränkungen ihrerseits weit unerhörter scheinen und darum oft, jenseits aller literarischen Qualitäten, ungehört versickern.

Der Nobelpreis für Elfriede Jelinek – nicht nur eine indirekte Genugtuung an Thomas Bernhard… (medienobservationen)

wir durften zu hause kaum moebel haben

„Wir durften zu Hause kaum Möbel haben. Alle Wände mussten frei sein für die Bilder. Popovas ,Raum-Kraft-Komposition‘ war sogar an der Decke montiert worden“, erinnert sich Aliki Kostaki. Die Tochter des Sammlers ist anlässlich der Ausstellungseröffnung von Athen nach Wien gekommen.

die odyssee der avantgarde (presse, 18.02.05)