jelinek :: aus der feder einer frau aber klingt …

Dass eine solche Sprach-, Gesellschafts- und Österreichkritik wie bei den Genannten schließlich immer von jenem melancholischen Ton getragen zu sein scheint, der sich aus einem zutiefst verletzten Gefühl der Menschlichkeit speist, wird oft übersehen, was zu Fehlinterpretationen führt. Ex negativo nämlich ist diese Kritik letztendlich doch auch eine konstruktive, da eine Welt gezeigt wird, wie sie nicht sein dürfte, der nurmehr mit Zynismus begegnet werden kann. Aus der Feder einer Frau aber klingt dies anscheinend immer noch unerhörter und gekränkter als aus der eines Mannes, sodass auch die Kränkungen ihrerseits weit unerhörter scheinen und darum oft, jenseits aller literarischen Qualitäten, ungehört versickern.

Der Nobelpreis für Elfriede Jelinek – nicht nur eine indirekte Genugtuung an Thomas Bernhard… (medienobservationen)

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