dadasophin.de

Kategorie: Lektüren

was ist ihr idol?

wenn man sich auf reisen begibt. ist es uns oft unangestrengter. hoerspiele zu hoeren. leider ist der grossraum mitunter etwas geraeuschintensiv. da bleibt fuer theorielektuere oft wenig konzentration. und wenn die hoerspiele dann auch noch so gut sind wie z.b. das erste hoerspiel von elfriede jelinek „wenn die sonne sinkt. ist fuer manche auch noch bueroschluss“ aus dem jahre 1972 (in der hoerdat findet man auch noch die dialektale variante des DRS “ We d’Sunne abegeit, isch für teil Lüt o no Büroschluß“ (1974)). dann – ja dann:

wer ist ihr idol?
was tun sie in der zeit. in der andere ein idol haben?
fernsehen!

seid umschlungen :: salzstreuer

Hug Salt & Pepper Shakerwarum salzstreuer nicht auch mal ein wenig klaustrophobisch eng umschlungen. 🙂 wir fanden den gleich ziemlich passend. allein. der versand waere hoechstwahrscheinlich zu teuer: Hug Salt & Pepper Shakers von generate home in kanada.

schuessels macht :: die koalition wird fortgesetzt

wir sind ja nur noch zaungaeste der oesterreichischen politik (wir leben in deutschland). aber was da sich immer abspielt in sachen koalition schwarz/blau. das geht auf keine … mehr. schuessel will an der macht bleiben (o-ton: die koalition wird fortgesetzt) und wuerde die FPà– letztendlich in x-teile implodieren:

Mit der Gründung des Bündnis Zukunft à–sterreich bieten wir der wert- und zukunftsorientierten Tradition unserer Gesinnungsgemeinschaft folgend den freiheitlich gesinnten Menschen eine neue politische Heimat. Die freiheitliche Regierungsbeteiligung hat viel bewirkt und dazu beigetragen, à–sterreich zu einem Vorzeigeland in Europa zu machen (hervorh. ri).

buendnis zukunft oesterreich

btw: beachten sie bitte die wiederholte verwendung des wortes „gesinnung“! schon unglaublich!

das authentische rauris

Solches Erleben ist wichtig für den Leser: Er kann sich der Authentizität des Gelesenen vergewissern und seine eigenen Überlegungen auf den Prüfstand stellen. An einem Ort wie Rauris wird dem Büchernarren klar, wie sehr seine Leidenschaft nichts anderem gilt als der Wirklichkeit und dem Leben.

stand des lebens (salzburger nachrichten, 04.04.05) – bericht ueber die 35. rauriser literaturtage

die authenitzität des gelesenen! oh weh – sind wir schon wieder bei der prosa des lohnstreifens?

keine mission :: ohne emission (hoerisch)

Ein Papst, der in vielen, gerade auch kulturellen Hinsichten als prononciert konservativer Charakter galt, ein Papst, der in Fragen etwa der Abendmahlsgemeinschaft, des Kirchenverständnisses, der Laienordination, der Schwangerschaftsberatung und des Priesteramtes für Frauen dezidiert traditionalistische bis fundamentalistische Positionen verteidigte, hatte ein geradezu enthusiastisches Verhältnis zum avancierten Stand der Medientechnologie und zumal der Fernsehöffentlichkeit.

keine mission ohne emission – jochen hoerisch (berliner tagesspiegel, 05.04.05)

die populistische kluengel-kritik :: enzensberger

Nichts gegen Klüngel-Kritik, aber das zielt doch in eine arg populistische Richtung.

literaturkritikerliteraturkritikkritik (jumpcut)

ja – wir haben uns doch tatsaechlich dieses „kluengel-magazin“ gekauft. um die kritik von enzensberger durchzugehen. aber: es handelt sich wirklich nicht um mehr inhalt. als der im standard angegebene. nunja. (wir haben also ein aktuelles monopol-heftchen zu vergeben ;-)).

zum einen stimmen wir jumpcut zu. es ist mehr schnellschuss-praemisse. die enzensberger da anrollt. zum anderen ist es schon grosszuegig und eher selten von betriebsinternen kritik am literarischen getriebe zu hoeren. interessant daran fuer uns wiederum: enzensberger spricht den „autor“ frei und schiebt alles an strukturhegemonie auf kritiker und verleger ab. das ist systemimmanent – nicht nur fuer das literarische feld -, vor allem. wenn die kritik von „innen“ kommt, durchaus typisch.

thomas kling :: tot

das war fuer uns dann doch neu – obwohl es wohl in der branche bekannt war: thomas kling ist tot – grade mal 47 jaehrig.

da liest sich dann die rezension von hubert winkels zu klings aktuellem buch „auswertung der flugdaten“ ein wenig seltsam:

Auf dem Cover des jüngsten Buches ist Thomas Kling erstmals leibhaftig zu sehen. Seltsam genug. Ein sympathischer Mittvierziger steht auf einer fast mannshohen Säule vor altem Gemäuer und hält sich am Efeu fest. Vielleicht ist es auch eine Klematisranke. Wieso steht er da oben und sieht ein wenig ängstlich auf uns herunter? Oder ist eine Sprungbereitschaft darin? Eine Frage an uns? Oder verkündet er gleich etwas?

eingefrorenes wehleid – hubert winkels (zeit, 23.03.05)

… lungenschacht wird ich (fr, 04.04.05)
… wie man woerter scharfkantig und aetzend macht (welt, 04.04.05)
… thomas kling: die sprache ist die schwester (koelner stadtanzeiger, 04.04.05)
gedicht ist nun einmal schaedelmagie (stuttgarter zeitung, 04.04.05)
… ein nomadischer sprachreisender (nzz, 04.04.05)
thomas kling erlag krebsleiden (NGZ, 03.04.05)
poetische archaeologie (FAZ, 03.04.05)

die dada-baroness

es ist immer wieder erheiternd. wie schoen regelmaessig die ewig gleichen zuschreibungen in rezensionen – vor allem in biographisch akzentuierten – verwendet werden. „mit der peitsche in der fifth avenue“ – einer rezension der aktuellen ausstellung zu elsa von freytag-loringhoven – gibt im grunde recht ausgewogen einen biographischen abriss ihres leben. kann sich aber dennoch nicht verkneifen auf ihre „sexsucht“ hinzuweisen:

malte selbst und gab sich ihrer Sexsucht hin

mit peitsche auf der fifth avenue (tagesspiegel, 29.03.05)

… die dada-baroness – die wilde kunst der elsa von freytag-loringhoven (ausstellung im berliner literaturhaus 24.3. – 8.5. 05)

… endlich erscheinen gedichte gesammelt in deutsch: mein mund ist luestern. i got lusting palate (edition ebersbach)