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Kategorie: Lektüren

postikonisches :: zeitalter

Die Rede vom iconic turn oder der ikonischen Differenz wird sich im postikonischen Zeitalter, auf das wir zusteuern, erledigen.

aus dem abstract zu „nach dem bild. der einstieg in das postikonische zeitalter“ – christiane kruse (pdf, tagung: bildwissenschaft? eine zwischenebilanz, IFK, programm (pdf))

… bericht von der konferenz: helle vernunft – paul jandl (NZZ, 25.04.05)

arbeitsgruppe :: kapitalismuskritik

nach dem arbeitspaper die arbeitsgruppe. sehr schoen. immer schoen methodisch vorgehen. ein wenig praeziser sollte das paper aber dann schon werden. um einen
wirklichen nutzen von der arbeitsgruppe zu haben:

SPD plant Arbeitsgruppe zu Kapitalismuskritik

(handelsblatt, 23.04.05)

sehr schoen passend dazu die schlagzeile aus dem spiegel:

Globalisierungs- Kritiker feiern Kindergeburtstag

peinlicher gehts immer. nicht wahr. schliesslich ist der traditionelle kindergeburtstag ein paradigmatisches einueben kritischen denkens – es soll ja aus der zusammensetzung der geburtstagsteilnehmer schnell klar werden. wie die auswahl stattgefunden hat. wer von den nachbarskinder heuer dabei sein darf und wer nicht. kinderpolitik eben! 😉

das historische :: readymade

Wenn der Terror Vorstellung hat, dann wäre ein kaum geläuterter Ex-Terrorist auf und hinter der Bühne heute sowieso nicht mehr als ein historisches Readymade.

readymade – ralf hanselle (freitag, 01.04.05)

soso der ex-terrorist setzt sich postfaktum in den kunstkontext und wird durch das kunstfeld zur kunst oder zum ex-terroristen oder beides?

Dictionnaire abrégé du Surréalisme : „an ordinary object elevated to the dignity of a work of art by the mere choice of an artist.“

the unfindable readymade (tout-fait)

die parallelwelt :: armut

wir lesen mal wieder im aktuellen lexikon der begrifflichkeiten: die parallelwelt armut:

Unklar, ob sich nun Wiener Kulturpaßbesitzer oder Berliner Billigticket-Nutzer beim Kartenkauf wohler fühlen. Entscheidend ist die Vorstellung selbst und die Möglichkeit, der Parallelwelt Armut wenigstens für kurze Zeit zu entfliehen.

billig-ticket oder kulturspass? (berliner morgenpost, 22.04.05)

das leerzeichen an sich :: ist noch nicht …

auch mal wieder erheiternd. wenn die arbeitsbedingungen von autoren ein wenig salopp dargestellt werden:

Die ZEIT an Robert Menasse: »Wir bestellen: 1 x Kapitalismuskritik, in maximal zehntausend Zeichen, inklusive Leerzeichen.«

Menasse an die ZEIT: »Hier meine Kapitalismuskritik: ›Dass sich Kapitalismuskritik in zehntausend Zeichen erschöpft, hätte der Kapitalismus gerne. Alleine dies begründet die Notwendigkeit, ihn im Fortschritt des Bewusstseins von Freiheit (auch der Kritik) zu überwinden.‹ Den Rest der Seite bitte auffüllen mit Leerzeichen! Im Anhang meine Kontonummer für das Honorar.«

kassandras letzter ruf (zeit, 21.04.05)

aus ratzinger wird benedikt

Kurz nach seiner Wahl sagte Ratzinger, der sich Benedikt XVI. nennt, zu den Gläubigen auf dem Petersplatz: „Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn.“ Einfach ist er nicht, demütig kaum – und ein Arbeiter ist der Intellektuelle auch nicht. Die Kirche geht schweren Zeiten entgegen.

aus ratzinger wird benedikt (TAZ, 20.04.05)

sozialismus :: auf dem mars

na das heft haben wir gleich mal probeweise bestellt. denn das inhaltverzeichnis (pdf) ist vielversprechend: berliner debatte initial 1/05 (via linksnet)

auch sehr interessant: the wallstreet von doug henwoods (pdf, via linksnet)

das literarische :: hütchenspiel

das literarische huetchenspiel

Dann zieht er mit einem Schwung das Sakko aus, steht kurz im blaugepunkteten Hemd so da, macht Front gegen das Publikum, winkt in die Luft, legt den Arm um die Schulter von Günter Grass und hüpft dann wie ein kleiner Junge nach hinten, hinter die Bühne, wo drei Garderobentüren mit drei großen Namensschildern warten: ‚Grass”. ‚Rühmkorf”. ‚Enzensberger”. Die Garderoben der Heiligen Drei Könige der deutschen Literatur, die heute, am Freitag abend, zum ersten Mal seit achtunddreißig Jahren, wieder gemeinsam auf der Bühne standen.

lyrik-gipfeltreffen: hans magnus, ich hatte sehnsucht nach dir – volker weidermann (FAZ, 16.04.05)