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Kategorie: Lektüren

frei otto :: von seifenblasen und zelten

leider in ARTE versaeumt. die dokumentation laeuft aber nochmal im SWR am 02.06.05 um 23:15: frei otto – von seifenblasen und zelten.

Der Stuttgarter Architekt Frei Otto trat bereits in den 50ern, in der Zeit des „Betonbooms“ und des baulichen „Brutalismus“, für leichte Bauweisen wie Segel- und Membranenkonstruktionen ein. Und schon damals, als Rohstoffe noch zur Genüge vorhanden waren, wetterte er gegen den verschwenderischen Umgang mit dem Material.

zu wort kommen darin aus die architekten „ingenhoven und partner„. die durchaus ziemlich coole gebaeude bauen (s. flashshow).

arbeiten von frei otto:
freiotto.com
frei otto – martin schuster (seminararbeit designgeschichte)

… vom verschwinden der architektur – christoph ingenhoven im gespraech (freitag, 23.03.05)

wer im glaushaus sitzt … (zeit, 24.02.05)

oesterreich autorinnen :: betriebssportler

dass ein koffer in oesterreich auch was anderes meinen kann als das schlichte koefferchen fuer die reise. das ist das eine und ist offensichtlich. dass der literaturkoffer von nenning nun endlich einen oekonomischen und terminlichen abschluss findet. das andere und schoen fuer ihn. soweit so platt.

dass aber die oesterreichischen autorinnen den literarischen betriebskoffer – was er von anfang an auch war – dafuer nutzen. ihre rolle- oder nichtrolle im und ausserhalb des betriebskoffers auf so peinliche weise zu demonstrieren. finden wir dann schon aeusserst amuesant. zitiert („wie im alptraum“ – presse, 29.04.05) seien hier ein paar aussagen zu den neuen „umfallern“ (nenning bedient ja auch gerne das halbdialektale):

ganz normaler verlagsdeal“ (robert menasse. und rein in den koffer.)

der umstand. dass ein ganzes buch von mir abgedruckt wird“ (friederike mayroecker. deswegen ist sie wieder rein in den koffer.)

er hat sich ja so bemueht“ (robert schindel. lieber nicht raus aus dem koffer.)

kollektiver austrittszwang wie bei einem reisebus“ (franzobel, daher ist er drinnen geblieben im koffer.)

mit dem alter :: kommt der klassiker

Auch dies ein déjà-vu: Es sind die Techniken der Dadaisten, deren sich die Designer bedienen, allerdings mit umgekehrten Absichten. Wollten die Dadaisten die Autorität des klassischen Bildungsguts untergraben, geht es heute darum, ihm durch die benutzerfreundliche Oberfläche doch noch einen Platz in der Medienlandschaft zu sichern.

der griff zum reinen stoff. die lektuere der klassiker und das aelterwerden (NZZ, 30.04.05)

don quixote :: betriebskritische vorrede

Alles dessen muß mein Buch entbehren, denn ich habe nichts am Rand zu zitieren, nichts am Schluß zu notieren, und noch weniger weiß ich, welchen Autoren ich in meinem Buche folge, um sie, wie alle tun, nach dem Abc an den Eingang zu stellen, beim Aristoteles anfangend und endigend mit Xenophon und mit Zoilus oder Zeuxis – obschon der eine ein Lästermaul und der andre ein Maler war. Auch wird es meinem Buche an Sonetten zum Eingang fehlen, wenigstens an solchen, die von Herzogen, Marquesen, Grafen, Bischöfen, Edeldamen oder weltberühmten Poeten verfaßt wären.

don quixote – cervantes – vorrede (gutenberg)

don quixote :: beziehung leser und text

The manipulation consists of the reader’s being so enticed by the charm of the narrative as to forget, even for a second, its fictional status and, consequently, to be drawn into the imagined world. As Bruce Wardropper states, Cervantes, „in seeking to undermine the reader’s critical faculty, is carrying mimesis to its logical end; he is trying to make his reader participate in his hero’s madness“.

laughing matters: reading, gusto and narrative entrapment in don quixote – michael kidd (cervantes 1994, pdf)

picaro :: picara

Daghistany notes that while the picara has her own identity, she is still a woman in a man’s world. Most of her attributes cater to the demands of men. The picara, in her quest to climb the social ladder, must rely on men in order to achieve her goals. According to Daghistany, the picara takes „the active role in initiating most of her encounters with men…The picara relies on her physical attractiveness as much as she does upon her intellect“

irmgard keun’s doris: picara in a picaro’s world – aaron chandler (pdf)

parodie :: als diskurs zwischen leser und text

The distinctive feature of the adventure-picaresque novels, novellas and romances is parody. M M Bakhtin, in his classic study on Rabelais and His World, proclaimed parody to be the founding structure of the modern world view, modelling a ‘dialogic’ relationship between the text and the reader. As such, parody becomes a kind of arche trace of representation as a mode of thought or discourse.

popular culture vs. mass culture: tolstoy’s what is art? as a test for the russian detektiv – slobodanka vladiv-glover (2002, pdf)

somewhat normal

was mag uns dieses online befragungs-szenarioenses sagen: wie normal sind sie. kulturnation.de hat sich reingeworfen in den checkbox-anzug. wir auch – und was mussten wir feststellen – alles lug & butterkrug! hoechstwahrscheinlich kommt das normal_script nicht ueber die marke 45%: You Are 45% Normal (Somewhat Normal). wer eine andere prozentuale marke erreicht. moege sich melden unter „chiffriert ist somehow normal„.

moegliche heterotopien :: der marktplatz

Tauschgeschäft und Handel, die niemals fehlen, gewinnen an Bedeutung. Ursprünglich mochten sie von suspekten Leuten, den »Fremden«, wahrgenommen worden sein, aber bald werden sie auf Grund ihrer Funktion wichtig. Örtlichkeiten, die für Tausch und Handel bestimmt sind, tragen zunächst die Zeichen der Heterotopie. Gleich den dort lebenden und Handel treibenden Menschen sind auch sie ursprünglich von der politischen Stadt ausgeschlossen: Karawansereien, Märkte, Vororte usw. Der Prozeß der Integration von Markt und Ware (Menschen und Dingen) in die Stadt besteht über Jahrhunderte fort.

henri lefèbvre – die revolution der staedte

… material zu: henri lefèbvre – die produktion des raums (anarchitektur, pdf)

code-switching

Der Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen wird in der Linguistik als „Code-Switching“ bezeichnet. Als Normvarietät haben wir die soziale Sprache bezeichnet, welche in einem gegebenen Ensemble von mehreren Sprachen unhinterfragt als diejenige erscheint, in der selbstverständlicherweise sprachlich interagiert wird. Sie funktioniert als eine Art sprachlicher Hintergrund. Das Code-Switching bietet nun die Möglichkeit sich von diesem Hintergrund abzuheben oder an diesen sich anzupassen. Somit bekommt das Code-Switching, der spielerische Wechsel zwischen Hintergrundsprache und der Sprache, welche in den Vordergrund gestellt wird, eine sozial gestaltende Kraft.

„ibo lan, das ist der kral!“. qualitativ-heuristische explorationen in urbane lebenswelten – andreas hieronymus (diss, 2003)

… situationsbedingtes code-switching vs. metaphorisches code-switching (nach gumperz)
bilingualismus und code-switching bei der zweiten tuerkischen generation in der bundesrepublik (pdf)
… eine ganze mailingliste/forum zum thema code-switching: yahoo groop „the code-switching forum
… code-switching im berlinischen – peter schlobinski (1988, pdf)
code-switching in der bilingualen chat-kommunikation – androutsopoulos/ hinnenkamp (pdf)
… dossier: doenerdeutsch (funkhaus europa, 2000)
variantenauswahl und code switching in deutschschweizer chatkanälen – beat siebenhaar (2005, pdf)
code-switching and the communicative construction of the italian american identity