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steam bbc – mac

dank mac os X haben wir macianer nun zugang zu programmen. die unter 9 eher eine seltenheit waren. wir hoeren ja zu gerne fremsprachiges radio – heute frisch gefunden und angeworfen: steam. steam liest das aktuelle programm aller bbc sender aus. beim klick auf einen speziellen sender findet man sowohl infos zur aktuell laufenden sendung und zu den sendungen des tages mit moeglichkeit im kalender weiter zu blaettern. wirklich eine ziemlich dolle sache – wuerde man sich fuer viele radiosender wuenschen. (download fuer macosx, donotationware).

im uebrigen hoeren wir gerade die buchsendung „The Book Programme“ auf Radio Ulster. man kann auch erinnerungen fuer sendungen setzen.

abschaffung des “preisverleihungsunfugs”

der oesterreichische literaturbetrieb kennzeichnet sich eher durch „geschlossenheit“ nach aussen aus. denn durch auseinandersetzung ueber seine bedingungen. A-XIT – die betriebskantine – wie Sie sie hier in einer ueber die jahre natuerlich veraenderten form vorfinden – hatte ihre inititation vor einigen jahren auf dem steirischen herbst. wo ich im rahmen der praesentation der experimentellen literaturzeitschrift „perspektive“ ein auflistung begonnen habe. eine fast „buchhalterische“ aufrechnung von preisgeldern, stipendien, foerderungen, widmungen, nennungen, gegenseitiger einladungen zu literarischen veranstaltungen. der geschlossenheit der bedingungen eines feldes ist am offensivsten mit „zahlen“ – oder wie man heute immer so schoen ruft – fakten am schnellsten entgegenzutreten. wenngleich dieses offensive den groessten widerstand hervorruft.

im standard findet derzeit ein aehnlicher disput statt: robert menasse ist der „casus operandi“ – an ihm reiben sich die rechnungen. michael amon (der, wenn man weiter recherchiert durchaus kein „freund“ von menasse ist – es hat es fertiggebracht. einen essayband von menasse mit einem „zu-wenig, zu marktgaengig“ zu rezensieren) hat in wie literaturen ueberleben koennen genau das gemacht, was ich bereits seit einigen jahren mache. aber nicht mehr oeffentlich aufrechne: recherchiert wieviele preise, foerderungen und stipendien menasse in nur wenigen jahren erhalten hat (eine monatssumme von um die 2000 euro wuerde dann fuer einige jahre zusammenkommen). daran haengen sich nun die freunde von menasse auf wie michael koehlmeier in die rache der zu-kurz-gekommenen und versuchen zum einen sich selbst der betrieblichen „unschuld“ zuzufuehren und zum anderen die rechnungen von menasse nach unten richtig zu kontexten. Weiterlesen „abschaffung des “preisverleihungsunfugs”“

white doves won’t hirst

hier beginnt genau jene inhaltliche auseinandersetzung um positionen im (kunst-)betrieb. es geht weniger darum. ob bilder von hirst (dem well earning) exakte kopien anderen kuenstler (den weniger verdienenden) sind oder nicht (wir erinnern hier gerne an die aura-debatte von benjamin). es geht darum. dass sich hirst in seiner stellung im kunstfeld „alles“ erlauben kann. auch kunst zu kopieren und eine gewisse „friss oder stirb“-rethorik einzunehmen (nicht dass die technik des kopierens oder „schlechte kunst zu machen“ theoretisch oder argumentativ noch eingerahmt werden muesste heute). hirst positioniert sich innerhalb eines abgegrenzten feldes. in dem kuenstler wie Talaat Elshaabiny sich nicht positionieren koennen. weil sie gar keine rolle innerhalb des feldes einnehmen. eben ganz klassisch im sinne von bourdieu.

I can’t wait to get into a position to make really bad art and get away with it. At the moment if I did certain things people would look at it, consider it, and then say, ‚Eff off ‚. But after a while you can get away with things.

damian hirst im london evening standard

interessant ist hierbei auch. wenn man die aura-debatte hier anlegt. dass hirst erst gar nicht auf das gleiche bild von Elshaabiny referiert. sondern sein motiv entsprechend einer weihnachtskarte entnommen hat. reproduktion at its best. 🙂

etgar keret ::

ein buch. das wir uns kaufen und einen autor. den wir uns genauer lupinien werden:

Sie sagte in gebrochenem Englisch zu ihm, sie sei Franzoesin. Er sagte zu ihr, er sei Italiener, und setzte am Ende sogar ,grazie‘ dazu. Aber beiden war sonnenklar, dass sie Israelis waren, die es satt hatten, im Fernen Osten lauter Israelis zu treffen.

Etgar Keret: Mond im Sonderangebot, zit. nach Pop-Borges aus Tel Aviv, danke der berliner morgenpost 01.12.03

… ein interview mit etgar keret (pdf)
… der text „CRAZY GLUE“ (pdf)
… ueberblick zu keret, der derzeit gastprof an der fu berlin ist (hier sind auch etliche zeitungsquellen gesammelt)

kubus kugeln

Man nehme: einen Tisch, ein Wasserglas, ein Mikrofon, Scheinwerferlicht und eine Vielzahl Dichter. Schare das Publikum im gegenueberliegenden Dunkel, mische kurze Moderationen zwischen die Lesungen – und warte ab. Denn was aus dem Arrangement entsteht, ist unterschiedlich, unberechenbar vor allem im Dunkel der Publikumswahrnehmung. Wie viel lyrischer Heterogenitaet haelt eine ausgewachsene Zuhoererin mitteleuropaeischen Zuschnitts stand?

Dichtung, verdichtet – Viertes Lyrik-Wochenende in Bern, nzz 01.12.03

wir moechten jetzt eigentlich sagen. es hat sich nicht viel geaendert. der schwarze kubus aehnelt ja dem kinoraum. nur in vortraegen ist es heller. auch schoen der schlussatz: „lyrische heterogenitaet“ ist ja wohl grundvoraussetzung oder?

kunst entschleiert :: francis bacon

Grosse Kunst besteht immer darin, die Schleier, die sich im Laufe der Zeit ueber das Faktische legen, herunterzureissen. Ideen huellen sich immer in die Schleier der aeusseren Erscheinung, Haltungen, die wir aus Gegenwart und fruehester Vergangenheit uebernommen haben. Wirklich gute Kuenstler reissen diese Schleier herunter.

francis bacon, zit. nach Eine Kunst ohne Schleier, berliner zeitung 02.11.03

kunstmuseum und nationalstaat

Das moderne Kunstmuseum ist ein Kind des Nationalstaats. Kunst und Kuenstler halfen – gerade in Deutschland – nicht nur ihn zu schaffen, sie feierten ihn auch. Im Museum stellte der Nationalstaat aus, was er war und was er sich angeeignet hatte. Das Museum war einerseits der Aufbewahrungsort fuer die Beute und andererseits, einer der Plaetze, an denen man sich klar wurde darueber, woher man kam, wo man war und wohin man wollte.

arno wiedemann – Die Kunst der Kunstgeschichte entreissen. Die Museen haengen ihre Bilder um und revolutionieren unsere Blicke, berliner zeitung 25.11.03

moveable types

aus der rede umberto ecos in der neu eroeffneten bibliothek in alexandria:

All these physically moveable texts give an impression of absolute freedom on the part of the reader, but this is only an impression, an illusion of freedom. The machinery that allows one to produce an infinite text with a finite number of elements has existed for millennia, and this is the alphabet. Using an alphabet with a limited number of letters one can produce billions of texts, and this is exactly what has been done from Homer to the present days.

umberto eco – Vegetal and mineral memory: The future of books

madame man ray :: jenseits von kind und kegel

an sich sind wir sehr dafuer. dass endlich und in voller gaenze rolle und beitrag von frauen in avantgarde gruppierungen aufgerollt wird. dazu traegt das juengst erschienene buch „madame man ray – fotografinnen der avantgarde in paris“ von unda hoerner sicherlich wesentlich bei: lee miller, gisle freund, berenice abbott, marianne breslauer, florence henri, germaine krull, claude cahun, rŽ soupault, dora maar und ilse bing.

jedoch fragen wir uns. warum solche formulierungen im bezug auf frauen in der kunst immer wieder und noch zu finden sind – wir sagen: das muss nicht sein. 🙂

so ist die arbeit mit dem fotoapparat auch ein direkter ausdruck eines bewussten alleingangs. die meisten der damals berufstaetigen frauen gruendeten keine familie. der aufbau in neue domaenen, der eintritt ins oeffentliche leben vertrug sich nur schlecht mit einem dasein als hausfrau und mutter. […] das eigene werk, nicht ein eigenes kind, war ausdruck und manifestation des eigenen weiblichen ich.

wir geben heute als hausaufgabe auf: suchen sie nach maennern in der kunst. die kinderlos blieben!

bag ladies :: ganz vulgaer in der handtasche vergraben

ok – wir sind jetzt wieder unfair. werden also der sache nicht wirklich gerecht. weil wir selbst keine solche sind. wir sagen dazu nur: der kapitalismus hat gewisse untiefen. in die man gar nicht wirklich – es sei denn aus diesen losen voyeuristischen zuegen – gucken will. wir haben euch gewarnt vor den bag ladies. endlich erfahren wir in diesem photoblog. was so bloggerinnen im handtaeschchen (sie wissen ja. derzeit sind ja diese schweissfaenger unter der achsel modisch) vergraben. schaetze eher weniger. keep buying, girls are diamonds best friends! 😉