dadasophin.de

das ende einer mailingliste :: rohrpost

ja – wir haben es uns diesen samstag „gegoennt“ und das offensichtliche ende einer mailingliste – der rohrpost verfolgt. wie einst nettime“> verfolgt. wie einst nettime hat sich die liste aufgrund der „flammings“ zu einer doppelten existenz entschlossen: der ungefilterten rohrpost und der gefilterten version „rohrpost ventil“ (was dem namen nach eher der flamming version entsprechen wuerde ;-)). allein die kb-staerken des archivs der rohrpost in den ersten monaten des jahres 2003 zeigt. dass die frequenz niedrig lag. schon seit geraumer zeit war es mehr als muessig saemtliche veranstaltungs- und informationsflyer nach und nach abzulesen. sicherlich fuer den deutschsprachigen raum gab es keine liste. die dieses spektrum erfasste. (aber es gibt auch alternativen, die weitaus „diskursiver“ sind wie „thing-frankfurt“ etwa; wenngleich dort SAB ebenso praesent ist – ist ein machtwechsel innerhalb der deutschen netzkunst gewollt oder sind das dann mal mehr mal weniger charmante muetzel innerhalb der netzkunst und netztheorie, die sich phasenweise in verschiedenen mailinglisten manifestieren?).

insofern koennte man den masstab anlegen: sobald eine liste nur noch im ankuendigungsstadium haengen bleibt. ist sie „offen“ fuer flammer. die das terrain neu zu besetzen hoffen. wie auch immer man das dann einordnen kann und mag.

traditionelle „spammer“ seinerzeit auf nettime etwa wie MEZ oder antiorp hatten – neben der wichtigen kritik an aufkommenden „standards“ und festgefahrenen strukturen (die dann auch in konkreten „schmaehungen“ einzelner mitglieder und moderatoren endeten) – jedoch durchaus einen „kuenstlerischen“ hintergrund und der gebrauch von „maschinencode“ und elementen der mailinglisten-kultur war trotz etlicher tiefgaenge noch kontextierbar.

was in der rohrpost von leuten wie SAB geliefert wurde, hatte diesen anspruch nicht und erschoepfte sich im wesentlichen im vermeintlichen aufzeigen von machtstrukturen von moderatoren und mailingliste. festgefahrende standards und strukturen auch fuer den deutschsprachigen bereich der net.art anzufassen und zur diskussion zu stellen. ist durchaus wuenschenswert. angriffe auf die moderatoren im sinne einer diffamierung von lebenslaeufen ist nicht sinnvoll. wir wuenschen uns ein baldiges zurueckkehren auf eine metaebene, auf der „allgemeinere“ rueckschluesse auf eingefahrene strukturen in netz.theorie und net.art diskutiert werden koennen und sollen.

nachzuschlagen im archiv der rohrpost:
– der beginn des spamm- und flammings im september 2003
– der hoehepunkt im oktober 2003
– das archiv der gefilterten version der rohrpost ab oktober 2003 (rohrpost ventil)
– das archiv der ungefilterten version der rohrpost
– eine mit gewisser vorsicht zu rezipierende zusammenstellung des rohrpost flames findet sich auf aus7 (eine seite, die sich einer aehnlich stichsaegenhaften rhetorik bedient wie SAB – pdf)

monochrom :: marken zeichnen

ein wenig erinnert das projekt monochrom markenzeichnen mit der unglaublichen. nicht naeher spezifizierten stichprobe von 25 oesterreicherinnen (in studienzeiten wurden wir ja immer dazu angehalten. die stichprobe der probandinnen ein wenig genauer zu spezifizieren, wie etwa: 25 oesterreicherinnen, zwischen 30 und 35 jahre alt, 20 maenner und 5 frauen, 25 studentinnen und 1 kuenstler) an die jugendzeichensendung anno 80er (?) jahre zeichnen, malen, formen im ORF.

schoen auch der perfide hinweis in der mailingliste rohrpost: „schade nur, dass keiner das raiffeisen-logo mit nem hakenkreuz verwechselt hat;„. das raiffeisen-logo in der nachzeichnung hat durchaus interessante ausformungen angenommen, besonders die titulierung als „reifeisen“. 🙂

eine mailingliste spielt schach :: rhizome

eine ganze mailingliste – rhizome – ist aufgefordert. gegen die trashconnection per email schach zu spielen. wohl angemeldete mitglieder bewegen per mouseauswahl die figur zu der gewuenschten position und schicken den zug per email an den gegner. und saeumig sein. is nicht! 🙂

Important: Email Chess games not accessed in 20 days will be removed from our server. This means you have 20 days to make your move. We think you can handle it! Thank you! (email mailingliste rhizome)

wir sagen :: ein alter hut :: aber gelegenheit macht …

typologie des zappers

eine kleine typologie des zappers laesst sich im aktuellen tagesspiegel unter dem „knackigen“ titel „Das Werkzeug des Kanalarbeiters“ nachlesen:

20 Jahre Privatfernsehen in Deutschland haben uns alle veraendert. Aufgrund der stetig steigenden Zahl an Fernsehkanaelen musste der Mensch eine neue Evolutionsstufe erklimmen: Der homo sapiens wurde zum homo zappens – in verschiedenen Auspraegungen.

vom zappelphilipp, ueber den spanner bis zum buerokraten ist alles zu finden.

laengst findet sich der zapper als funktionsmechanik im tv (wird der menschliche zapper durch den mechanischen ersetzt – das ist die woechentliche polling anforderung! stimmen sie ab!):

Funktion: Zapper
Der Zapper erscheint bei jedem Senderwechsel und zeigt an, welche Sendung aktuell und als naechstes laeuft. Mit Hilfe der Pfeiltasten Ihrer Fernbedienung koennen Sie sehen, welche Sendungen auf den anderen Kanaelen gerade laufen, ohne dass Sie dabei die aktuelle Sendung verlassen muessen.

wir wollten ihnen jedoch auf keinen fall die „offizielle“ lexikalische definition von „zapping“ vorenthalten:

Ein Begriff aus alten Wild-West-Zeiten, in denen der Gegner abgeknallt (zapped) wurde. Heute werden Unternehmen von ihrem Kunden durch kurzentschlossenen Wechsel gezappt. (akademie.de)

weitergelinkt:
vorwaerts, rueckwaerts, an, aus – ein interview mit dem erfinder der fernbedienung robert adler (morgenpost)

the all-england summarize proust competition

Mee: (TERRY J) Good evening and welcome, whereas Proust would say, ‚la malade imaginaire de recondition et de toute surveillance est bient™t la mme chose‘. (roars of applause; quick shot of grinning faces of the jury) Remember each contestant this evening has a maximum of fifteen seconds to sum up ‚A La Recherche du Temps Perdu‘ and on the Proustometer over here… (curtain pulls back at back of stage to reveal a true, enormous, but cheap, audience appreciation gauge; it lists the seven books of Proust’s masterwork in the firm of a thermometer) you can see exactly how far he gets. So let’s crack straight on with our first contestant tonight. He’s last year’s semi-finalist from Luton – Mr Harry Bagot. (Harry Bagot, in eveening dress, comes forward from back of stage, he has a number three on his back; Mee leads the applause for him) Hello Harry. Now there’s the summarizing spot you’re on the summarizing spot, fifteen seconds from now.

(Music starts, continuity-type music. The needle of the Proustometer creeps up almost inperceptibly to a tiny level.)

Harry: Proust’s novel ostensibly tells of the irrevocability of time lost, the forfeiture of innocence through experience, the reinstallment of extra-temporal values of time regained, ultimately the novel is both optimistic and set within the context of a humane religious experience, re-stating as it does the concept of intemporality. In the first volume, Swann, the family friend visits…

(Gong goes, chord of music, applause. The meter has hardly risen at all.)

the all-england summarize proust competition – Monty Python

unser einstieg ins neue jahr. aus- und eingefiltert ueber proust meets monty python auf todayinliterature. man glaubt es nicht. aber das proust „baendchen“ zusammenzufassen. ist wohl eine allgemeingut-angelegenheit. was andere nicht zusammenfassen. wird hier zusammengefasst.

OmniWeb 5 preview

dank einer linux grundierung werden macianer nun ja fast taeglich mit einem neuen browser beglueckt. ok – OmniWeb ist kein „neuer“ browser – eher ein irgendwo verlorener. jetzt hat er aber maechtig zugelegt – hat sozusagen einen sagenhaften satz in der browserentwicklung nach vorne gemacht: was tabbing auch sein kann, was das mit einer buendelung in „workspaces“ zu tun haben kann, was es mit den „page markern“ auf sich hat und wie bookmarks aufgebohrt werden koennen in richtung weblogs. jaja – die richtung scheint schon ziemlich gut.

einziges manko – der browser kostet nun. eine betaversion ist ab 2.2. 2004 erhaeltlich (die kostet womoeglich dann noch nicht). 🙁 (mit dank an itw)

herr der augenringe :: dauercineasten auf rekordversuch

hendrik werner (tagesspiegel) erfreut uns des morgens mit der glosse „herr der augenringe“ – einer offenbar nicht neuen disziplin im dauer-kinogucken:

Drei Dutzend Freaks sitzen seit Dienstag in einem Wuerzburger Kino, um den Rekord im Film-Dauer-Gucken zu brechen. Um die im Guinness-Buch verzeichneten Herren der Augenringe zu ueberfluegeln, muessen die Cineasten mindestens 67 Stunden vor der Leinwand ausharren. (tagesspiegel, 18.12.03)

das harte reglement halten wenige dauercineasten durch, ist doch erst nach 3 filmen eine viertelstuendige pause erlaubt. 🙂

der moderne briefroman :: zieht alle digitalen register

Upon downloading a DEN from Greatamericannovel.com, a reader advances through the story by clicking through chains of e-mails between main characters. The reader also witnesses instant-messaging conversations in progress, sees which websites the characters visit, and views the wireless text messages they send and receive. Through these simulated communications, the events of the story unfurl.

A Whodunit for the Digital AgeÊ – wired news, 13.12.03

basically the camera is our first weapon

zur rolle von kamera und kameramann im krieg (hier speziell bei der festnahme von hussein). deutlich ist in „Camera Down the Hole, and the World Follows It“ (NYT) die lueckenlose ueberlagerung zwischen waffe und dokumentationsinstrument zu erkennen. quasi w.z.b.w..

„It’s not Betacam of course,“ Staff Sgt. Wesley Wooten, a combat cameraman, explained in a telephone interview from Baghdad. „But it’s the next best thing in my opinion.“

Sony PD 150’s are the same cameras many photojournalists use, but some combat camera operators, like the one who shot Mr. Hussein’s medical exam, still manage to give their video a raw, low-fi look. Perhaps that’s because they are often in the dark about what to shoot until the last minute.

[…]

Sometimes, for the members of the combat camera crew, the roles of soldier and documentarian come into conflict, Sergeant Wooten said.

„Basically what we’re trained for is that the camera is our first weapon,“ he said, with a laugh suggesting he had his own ideas. „And then our attack weapon is secondary to the camera. But there comes a point where you have to make a choice. Me personally, I try to do both. We’re lucky enough to carry pistols. It gives you some more protection. You can shoot and shoot at the same time.“ (new york times, 16.12.03)