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die kultur der sekretaere ::

europa als eine kultur der sekretaere (also wir meinen hier nicht: das moebel!) ist auch eine jener mediengeschichtlichen leerstellen. die nun in Bernhard Siegert/Joseph Vogl (Hg.): Europa. Kultur der Sekretaere gefuellt werden will. der schluessel einer europaeischen identitaet sei durchaus im netzwerk von sekretaeren zu finden:

Der Staat vollendet seine Selbstorganisation erst von dem Augenblick an, da er seine Untertanen selbst zu Sekretaeren machen kann. (kultur der sekretaere)

im inhalt findet sich ein “ritt” durch die jahrhunderte: von der verwaltung des geheimen, ueber die macht der sekretaere, was sekretaere lesen, bis zu mechanischen sekretaeren und ihren digitalen pendants.

via (mit dank!) erratika (mit dem zarten hinweis. dass kittler zu lesen. nicht “abtoernt”. dass seine frueheren vorlesungen und texte sich nur eben naeher an der mediengeschichtlichen “materie” abgearbeitet haben und er heute immer naeher an weibel rueckt. sich zusagen an digitaler “materie” abarbeitet. was durchaus schwerer ist und mitunter verquast.)

weiterfuehrende links:
Vorhoefe der Macht – rudolf maresch (telepolis, 2000) – ein aufsatz in sachen schaltstelle der kommunikation – aufgezogen an carl schmitt
… zum ruhme barthlebys – eine tagung ueber medien und sekretaere in weimar (pdf – 2001, paper von nils roeller)
… ein kapitel aus dem buch: Goethes Bibliotheksoekonomie . In: Europa. Kultur der Sekretaere. Hrsg. von Bernhard Siegert u. Joseph Vogl. Zuerich [u.a.”>: diaphanes, 2003, S. 111-123. (pdf)
… gloria meynens text zur geschichte buero(kratischer) strukturen: buerokrieg
… eine vorschau auf das buch Packratten und Buerokraten: Studien im Archiv. Berlin: Kadmos Verlag, 2003

2 Antworten auf “die kultur der sekretaere ::”

  1. Sie waren aber wieder flei§ig! Der Dank geht zurück an Sie, für die Links. Mein Problemchen mit Kittler bestünde übrigens weniger in einem thematischen Drift, als darin, von K. seit Jahren wieder und wieder dieses Ð dann Hartmut Winkler gnadenlos folgend Ð Postulat des technischen Apriori (va. so ein nobertbolzsches Ding) zu vernehmen. Bestünde: Es interessiert mich gar nicht mehr so sehr; Kittler hat gute Sachen gemacht Ð früher.

  2. aber weniger fleissig sind wir im beantworten von kommentaren (vielleicht liegt das an dieser schmalen imac tastatur! wer kann damit schon schreiben!).

    es bleibt dabei dann immer noch die frage. ob sich fragen der medientheorie ohne den blickwinkel auf das “technische apriori” wirklich behandeln lassen bzw. ist es durchaus verstaendlich. dass diese fragen zuerst (auch medienhistorisch gesehen) im mittelpunkt des interesses stehen.

    im uebrigen war fuer uns kittler immer mehr literaturwissenschaftlich (und hat fuer uns dort eine “offene” bresche in ein fachgebiet geschlagen. das sich sonst gerne in metaphernlyten versenkt) interessant. ob mit oder ohne t-apriori ;-)

    wir fragen uns nun: was interessiert sie nun mehr. wenn es bestuende? :-)

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