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Kategorie: Lektüren

das vielstimmige :: arno schmidts

Wer mit dem Für-sich-allein-Lesen von Arno Schmidts Texten Probleme hat, wäre überrascht über den hohen Unterhaltungswert, den das dreistimmige Vorlesen hat. Das hängt auch damit zusammen, dass sie sich aufeinander verlassen können, dass sie ihre Stimmen und ihr Ausdrucksvermögen im Griff haben und nicht den Fehler machen, schauspielerhaft profimäßig zu artikulieren. Wie sie lesen, das wirkt ungekünstelt und liebevoll und bewegt sich sehr angemessen im klanglichen Rahmen des von Schmidt kunstvoll literarisierten alltagssprachlichen Tons.

dreistimmiger monolog. im literaturhaus wird arno schmidt diesmal grantelnd gewuerdigt (FR, 10.02.05)

double check

double check. die re-definition von raum in der fotografie – ausstellung camera austria/graz (mit vielen projektbildern)

schein und sein (standard, 06.02.05)
… storys hinter den bildern (salzburger nachrichten, 07.02.05)

andreas maier :: thomas bernhard

Vor dem Verführer sei gewarnt, auch wenn er schon einige Jahre tot ist. Thomas Bernhard, der österreichische Schriftsteller, hat sich literarischer Effekte schuldig gemacht. «Manipulative Leserführung» wird ihm postum in einer Anklageschrift zur Last gelegt, die nicht gerade kurz ist und die erstaunlicherweise selbst von einem Schriftsteller stammt. «Die Verführung» nennt Andreas Maier seine dreihundert Seiten umfassende Abrechnung mit Thomas Bernhard.

Inszenierte Katastrophen (NZZ, 10.02.05)

… die verkappte referenz – rezension von wendelin schmidt-dengler (volltext)

bride & prejudice :: jane austen goes bollywood

Gurinder Chadha hat dem feinen Aroma der Austenschen Ironie eine kräftige Portion Curry beigemengt. Ihre Version der Geschichte um vier Schwestern im heiratsfähigen Alter, ihren spitzbübischen Vater und seine törichte Ehefrau spielt nicht etwa in der englischen Provinz des frühen 19. Jahrhunderts, sondern im heutigen Indien; hinzu kommen, als wohlhabende Kontrastschauplätze, London und Los Angeles.

widerborstige frauen. zwei neuverfilmungen englischer literaturklassiker (NZZ, 09.02.05)

… mehr zu „bride & prejudice“
… die webseite zu „bride & prejudice“ – eine sehr witzige flashvariante (dort auch der trailer)
… der trailer auf apple.com
… das special in der hindustan.times
interview mit der regisseurin gurinder chadha (india glitz)
… interview mit der hauptdarstellering aishwarya rai

… der ARTE schwerpunkt diesen monat zu bollywood
… von jane austen inspirierte filme

die philosophische luftmatraze :: die chapman brueder

Von Rabaukentum keine Spur, eher sind Philosophen und Theoretiker am Werk, die es in die Kunst verschlagen hat. Selbst die rote Luftmatratze von Death, auf denen zwei Pärchen ihr gusstechnisch ausbalanciertes, libidotechnisch betrachtet aber ridiküles 69er-Liebesspiel treiben, scheint ausgestopft zu sein mit Büchern von Bataille und Foucault. Ein Zufall, dass das Rot der Matratze an die Umschlagfarbe englischsprachiger Bataille-Ausgaben erinnert?

Goya grüßt im Rückspiegel – ueber die ausstellung der chapman brueder im kunsthaus bregenz (FR, 08.02.05)

die grossausstellung

Die Platz verdrängenden Großausstellungen haben damit bisher ungeahnte Möglichkeiten geschaffen, Kunstwerke wieder in neuen Raum- und Sinnzusammenhängen zu zeigen und die Sammlungen von Marx, Marzona, Flick und van de Loo zu durchmischen.

europas formfabrik (TAZ, 08.02.05)

wordpress :: import pmachine

pmachine gehoert ja nun wirklich zum alten blogeisen, wird nicht mehr weiterentwickelt (expression engine ist die kapitaltraechtigere alternative – wir sind da nicht mitgezogen). nun – da wir kulturnation.de in irgendeiner form troesten und vor spammern in schutz nehmen mussten, haben wir heute entdeckt. dass es einen import von pmachine in wordpress (file) gibt.

grundsaetzlich ist das script „ne wucht“. man sollte es aber nur an einem zuvor neu installierten blog verwenden – nicht in den aktuell laufenden wordpress blog. wir haben das leider gemacht (wild wie wir manchmal uns selbst gegenueber agieren – als haetten wir tagelang zeit. dann einen neuen blog anzusetzen!) und mussten feststellen. dass (a) nicht alle eintraege aus der pmachine da waren (vielleicht so ein drittel) und (b) die zuordnung zu den kategorien plus die neu von pmachine importieren einen richtiggehenden zuordnungssalat ausloesten. das war nach einer interessanten logik gaenzlich neu gemixt. 🙂

so mussten wir in den sauren apfel beissen und einen neuen weblog anlegen. pmachine nochmals dort importieren und nun per hand die bis dato in wordpress erarbeiteten beitraege (sprich: via phpMyAdmin) reinfrimeln. was noch nicht zuende ist. 🙂 also nicht erschrecken. einiges hakt noch richtig hier.

aber dat karneval ruft auch uns – zur naerrischen raison! helau! alaaf! blogdaf! 😉

dem umsturz eine farbe zu geben

Die Idee, dem Umsturz eine Farbe zu geben wie einem Produkt, war von durchschlagendem Erfolg. In der Ukraine hat man die erste «Corporate Revolution» gesehen. Ein Schal genügte, um dem korrupten Regime die Zunge herauszustrecken, wer Orange trug, war ein Bekenner, die eigene Stärke leuchtete einem auf Schritt und Tritt entgegen, und alles, was schon vorher orange war – Firmenlogos, Autobusse, die Ausstaffierung der Strassenarbeiter -, wurde nolens volens zur Reklame. Die moderne Revolution präsentiert sich leicht und chic: Das latent Waldschrathafte der bärtigen Demonstranten von damals ist gestyltem Outfit gewichen, und am Lagerfeuer greift kaum noch jemand zur Klampfe.

der neue chic der revolution (NZZ, 02.02.05)