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Kategorie: Lektüren

china :: die mitte und die raender

Lange, teilweise beschwerliche Autofahrten sind in diesem Land heilsame Kuren, fort von städtischer Agglomeration hin aufs Land, dort wo Maos Revolution ihren grössten Rückhalt besass und wohl auch noch immer besitzt. Zwar weist Chinas Wirtschaft der Welt höchste Wachstumsraten auf, doch spürt die Bauernschaft, je nach Schätzung noch immer 60 bis 70 Prozent der Gesamtbevölkerung, von solch beeindruckenden Zahlen in der Regel wenig.

die mitte und die raender (NZZ, 21.02.05)

judith hermann :: ist an allem schuld

Nein, man kann Judith Hermann daraus keinen Vorwurf machen. Aber irgendwie ist sie schuld. Ist der gigantische Erfolg ihrer Erzählungsbände daran schuld, daß dieser Ton, dieser vornehm-mondän-gelangweilte Geschichtenton, den man einst so herrlich fand, aus der deutschen Gegenwartsliteratur, aus den Büchern der jungen Debütantinnen einfach nicht mehr verschwindet.

Fräulein-Plunder (FAZ, 13.02.05)

dandys sind adelige :: bei denen das geld langsam knapp wird

Dandys sind bei Wilde/Jelinek Adelige, bei denen das Geld langsam knapp wird. Leute, die immer nur für ihr Vergnügen gelebt haben – und jetzt kommen sie in ein Alter, mit 40, wo es langsam seltsam wird, immer noch zu feiern. Was ist der Dandyismus, wenn man ihn zu leben versucht? Irgendwann ist er nicht mehr glamourös, sondern einsam und kaputt. Man merkt ja irgendwann die Verfallserscheinungen, wenn man über 30 ist. Irgendwann wird man auch nicht mehr von anderen, jungen Körpern begehrt.

Wohllebenskünstler in der Armutsfalle – regisseur falk richter im interview (standard, 20.02.05)

zeyringers :: ueberfrachtungen

Der letzte Satz in dem großartigen Roman Leonardos Hände lautet bei Hotschnig: „Aber das stimmte nicht.“ Stadlers N. weiß mittendrin: „In Wahrheit stimmte das natürlich alles nicht.“ Überfrachtete Kürze.

Auf die Bedeutungstube gedrückt – klaus zeyringer (standard, 11.02.05)

🙂 no na net. herr zeyringer. die rezension von frau stadlers buechlein N so verkappt zu beschliessen?! in anbetracht der „ueberfrachteten kuerze“ einer rezension haette auf diesen plattitueden griff auch verzichtet werden koennen.

man setzt noch mehr auf die reaktion :: des publikums

Sieben Jungautoren lesen am Sonntag (20. 2.) Vormittag im Wiener Thomas Sessler Verlag aus ihren Romanmanuskripten. Eine Literaturveranstaltung wie viele andere – und doch ganz anders. Die Gäste haben nämlich die Wahl. In Form einer Stimmzettelabgabe direkt nach der Lesung wird darüber abgestimmt, was am besten gefallen hat. Die Reaktion des Publikums bei diesem erstmals abgehaltenen Autoren-Casting soll bei der Entscheidung darüber, welche der gelesenen Werke vom Molden Verlag im Herbst publiziert werden, mit berücksichtigt werden.

LeserInnen entscheiden mit, was Verlag veröffentlicht (standard, 15.02.05)

irgendwie suess. nicht!? ich finde ja auch. dass ich gerade bei lesungen gerne entscheide. ob ein buch weitergelesen werden sollte. 😉

die anderen haben eine andere kultur

Längst fügt sich das in eine ebenfalls schon wieder ein paar Jahre alte Tradition des Neorassismus, der in kultursoziologischen Kreisen auch unter dem Label „Kulturalismus“ bekannt ist: denn der klassische, biologistische Rassismus ist weit gehend verschwunden. Der moderne Rassist ist in der Regel nicht der Meinung, der andere sei genetisch minderwertig oder in irgendeiner naturwissenschaftlichen Hinsicht rassisch schädlich – er erlaubt sich nur den Hinweis, die anderen haben eine andere Kultur.

kultur ist, wofuer man toetet – robert misik (standard, 19./20.02.05)

der luftkrieg :: als trailer

Ein besonders abgefixtes Beispiel dafür, wie man noch schnell ein Thema durchzieht, bietet die von Tanja Dückers und Verena Carl herausgegebene Anthologie stadt land krieg. Empathie, gar solche, die sich durch Kälte schützt, wird man darin vergebens suchen. Hier ist Vergangenheitsbedienung ein blow job, die schnelle Entsorgung für zwischendurch. Krieg – sollten wir auch noch mitnehmen.

Kalkulierte Brandstätten – erhard schuetz (freitag, 18.02.05)

harald szeemann gestorben …

dass hat mich nun doch sehr ueberrascht, dass harald szeemann gestorben ist. (vgl. NZZ, 19.02.05)

architekten lieben die salzburger altstadt

Architekten lieben die Salzburger Altstadt. Wer hier baut, kann sich ein Denkmal setzen. Er wird international bekannt und muss sich um seine nächsten Aufträge nicht sorgen.

Der Standpunkt: Ein schwarzer Klotz reicht (salzburger nachrichten, 01.02.05)

… infos zum neubau des salzburger mozarteums
… startschuss zur touristischen vermarktung des mozartjahres 2006