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Kategorie: Lektüren

des aufzeigens nie muede :: kathrin roeggla

frau roeggla war ja schon immer eine immense stichwortgeberin. nun darf sie das auch im akademischen rahmen:

Insofern werden Begriffe wie „Selbstermächtigung“, „Punk“, „Hybridität“, nicht zu trennen sein von jenen wie „Gouvernementalität“, oder „Diskontinuität“.

aus der veranstaltungsbeschreibung: klagenfurter vorlesungen zur poetik (sose 2005)

im zentrum der blockveranstaltung soll das „gespannte“ stehen. 😉 wie man aber so schoen die begriffe alle durcheinanderwuerfeln kann. um sie dann wieder halbgar zusammenzupuzzeln fuer den lehrhaften rahmen. sehr schoen. da waeren wir gerne dabei. 🙂

update: kulturnation hat ja noch einen niedlichen „lapsus“ in der leseliste aufgetan. oder/und wenn kein lapsaler. dann wohl ein dorsaler – was die rueckenbindung betrifft. oder das ist schlicht „cool“?!

das gleiche :: als differenz

Postmarxisten, Diskursjockeys, unorthodoxe Gesellschaftskritiker beschäftigen sich seit 20 Jahren vornehmlich mit Phänomenen wie Differenz, Culture Jam, mit distinkten Identitäten, dem Zusammenprall und auch der fröhlichen Vermischung von Unterschiedlichkeiten. Differenz ist spannend, Gleichheit fad. So wie die anderen will ohnedies keiner sein: Mainstream ist das Letzte. Jeder wünscht sich als eine unverwechselbare Type zu sehen, eine Sehnsucht, die mit dem Markenbewusstsein moderner Ich-AGs harmonisiert. Diese existenzialistische Wende (Diedrich Diederichsen) war die linke Spielart der Individualisierung: Gender-, Schwule- und sonstige Diskurse waren und sind erstaunlich widersprüchlich codiert – die Forderung, als gleichwertig respektiert zu werden, korrespondierte mit dem eingeforderten Recht aufs Anderssein, auf Differenz.

eine harte lehre fuer metropolitane kulturlinke: gleicheit, nicht differenz ist das problemfeld der stunde – robert misik (TAZ, 03.05.05)

das lesen von weiblichen stereotypen in maerchen

Young girls who enjoy classic romantic fairy tales like „Cinderella“ and „Beauty and the Beast“ are at greater risk of becoming victims of violent relationships in later life, a British researcher says.

fairy tales linked to violent relationsips (AFP, 22.04.05)

… die studie dazu: The Tales We Tell Our Children: Overconditioning of Girls to Expect Partners to Change – susan darker-smith (university of derby)

party politics :: kunstszene als peer group

ein interessanter artikel ueber die inszenierung einer bestimmten kuenstlerischen szene im konnex mit der zeitschrift „artforum“:

The art world is like high school with money.

party politics – artforum.com’s diary page (vilage voice)

was hipt :: muss noch lange nicht hip-hoppen

die letzten recken. die noch immer einen in die hip-hop-schale werfen. lieber don – xavier naidoo war noch nie (sprich: nie und nimmer) ein hip-hopper!

Xavier Naidoo entwickelt sich zum Roy Black der HipHop Szene

der franzoesische literaturbetrieb :: voellig verbohrt

In Frankreich, wo der ganze Literaturbetrieb völlig verbohrt ist, macht es umso mehr Spaß, dieses starre Schubladendenken ein bisschen aufzumischen. Ich finde, man soll ruhig hingehen und einen Roman für Gallimard schreiben, in deren collection blanche, und danach einen Krimi, der im Bahnhofskiosk mit lauter Schund angeboten wird. Ich kenne keine Grenzen.

„ich kenne keine grenzen“ – philippe djian im interview (TAZ, 02.05.05)

es salzburgelt

Dabei soll auch nicht verschwiegen werden, dass die Redenwendung „es salzburgelt“ als Synonym für Unprofessionalität, Leidenschaftslosigkeit und dem stets Jahre zu spät erfolgten, aber dafür umso hartnäckiger betriebenen Aufspringen auf längst abgefahrenen/überholten (Avantgarde-)Zügen immer noch im aktiven Sprachgebrauch so mancher Acts (hauptsächlich aus Österreich) zu finden ist.

aus dem sack: mozart 2006 – didi neidhart (kunst|fehler, 08/04)

der schalldaempfer :: axel corti

ueber den urbanen escapismus wieder mal bei axel cortis „schalldaempfer“ haengengeblieben: der schalldaempfer war fuer uns die erste wirkliche essayistische erfahrung mit radio und text (ja: hat es sich doch wohltuend von der lieblingssendung der eltern abgesetzt – das ist jetzt aber ueberironisiert! – autofahrer unterwegs).

11 audiobeispiele auf alpha oesterreich – BR ALPHA (auf dem mac mussten wir das direkt in den windows media player eingeben)
… im uebrigen morgen in BR ALPHA um 21:35 – 21:45 (mit zeichnungen von roman scheidl)
… ein kurzer ausschnitt aus der sendung zu axel corti (in der reihe chronisten, reporter, aufklaerer – im OE1)

und ein schoenes schlusszitat fuer heute nacht aus dem „schalldaempfer„:

nur reisen ist leben. wie umgekehrt das leben reisen ist. wieso?
war jean paul je in japan?

sinn-haft 18: theorie erzaelungen TM

wieder eine zeitschrift nach hause bestellt. 🙂

sinn-haft ist ja ein nettes kleines theoriekollektiv. das in angenehmer heftgroesse immer wieder interessante aufsaetze und hefte fabriziert.

aktuell besonders spannend – die nummer 18: theorie erzaehlungen TM.

mit dem bestellen ist das so ne sache. bei amazon gibts das wohl noch nicht. aber auf dem loecker verlag schon – und auch wohl etwas billiger (kleiner tip: die liefern auch nach deutschland von freilassing aus. was dann wohl flott vonstatten gehen wird). 🙂

kapitalismus :: als debattenzirkel

Das Schöne an Kapitalismusdebatten ist, dass ganz spontan immer so viele daran teilnehmen. Auf Spiegel- und Zeit-online wurden deshalb auch gleich Foren eingerichtet, auf denen vielfach zu lesen ist, die Kritik am System sei „wohl nicht völlig“ oder „wohl kaum ganz“ abwegig. Die Zeit hat auch sofort eine Serie zum Thema angekündigt, die Robert Menasse bereits begonnen hat und in der „viele berühmte Soziologen“, also vermutlich Richard Sennett and friends, nachfolgen werden.

linksbündig. die kapitalismus-debatte braucht die anstrengung des begriffs (freitag, 29.04.05)