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die stadt als schlechter theorie beutel

Stadtbeute

selten geraten wir in wut. die ein gewisses mass ueberschreitet. dann ist auch nicht mehr gut radfahren. dann werden fahrradstreifen zu entsetzlichen huerden. und andere radfahrer zu letzten feinden!

dank diesem film “stadt als beute” sind wir mal wieder so weit. dass wir uns bruellend fragen. was heute so reuessiert und den leuten als diskurspampe verraten wird!

Die Stücke des Autors René Pollesch bestehen gerne aus verschachtelten Theorieaussagen, Textloops und verzweifelten Ausbrüchen. (fluter.de)

man. ihr seid alle voellig auf dem holzweg. das ist nicht verschachtelt. das ist theorie. das sind keine loops. und auch keine verzweifelten ausbrueche. das sind schlicht extrem schlecht zusammengestopelte textfragmente. die als moderne theorie verschworen werden! ergo: voellig falsch verstandenes textgepraenge. das so glaubt die bindung ans kapital schmerzhaft glaubhaft zu machen!

man. wir sind stinksauer. sorry – das kommt wirklich nicht oft vor…

2 Antworten auf “die stadt als schlechter theorie beutel”

  1. Nein, das ist nicht Theorie, das ist schon Theorieverarbeitung. Und geloopt ist es auch. Und oh ja, das Schreien von Theoriefragmentstücken, die ihres Sinns nicht beraubt werden, aber doch Sinnsuspensionen erleben, das Schreien im Relief gegen das Zurückfallen ins Gesprochene (das Schreien überhaupt: Sprachgrenzfall), doch, das sind Ausbrüche. àœbrigens ist Pollesch auch sehr komisch, immer wieder. Der Film freilich, sagt man mir, ist sauschlecht.

  2. nunja. wir haben ihren kommentar ein wenig verbummelt. es hat uns ein wenig “gewurmt”. das alles. nun denn doch.

    zuallererst. wie haben leider – da nie mehr in berlin – keine auffuehrung von pollesch verfolgen koennen. auch haben wir noch keinen kompakten pollesch reader. um die textcollage entsprechend einordnen und wuerdigen zu koennen. das sei vorausgeschickt: wir kennen nur den film “stadt als beute”.

    wir haben nur kurz nachrecherchiert. so war wohl “stadt als beute” urspruenglich ein soziologischer text (1999 – ronneberger, lanz, jahn). pollesch nimmt nun dieses buch und macht daraus seine “textcollage” fuer sein stueck “stadt als beute”. wir wuerden nun zu gerne in diesem “orginal” nachschlagen. wie sich pollesch bedient hat.

    die theorieverarbeitung – wir machen eigentlich nicht wirklich einen zwingenden unterschied zwischen theorie und theorieverarbeitung – besteht nun sicher zum einen. in einer gewissen verarbeitung von pollesch – in einer collagierung der teile. im kontrastieren von fragmenten. bis hierher voellig in ordnung. da folgen wir durchaus dem regisseur.

    was pollesch dann macht. ist jedoch – und der film gibt ja wohl auch in teilen seine arbeit mit schauspielern und text wieder – diesen – fuer unsere begriffe “hochkomplexen” collagenschnitt in einen szenenzusammenhang zu stellen. und dann bruellt die eine saetze wie “das standortmarketing wird auf menschliche organismus uebertragen”. der naechste versuchts mit einem aehnlichen satz und so weiter.

    das scheint ja derzeit trend zu sein (nur kathrin roeggla findet noch eine weitere bearbeitungsstufe zwischen collagenschnitt und szenenraum – wir wuerden das jetzt so platt andeuten wollen – eine poetische vereinfachung des textes). wissenschaftliche/theoretische zusammenhaenge in dieser form einfach mal anzubauen. mal sehen. ob das auf der buehne was bringt.

    im uebrigen halten wir das hysterische elment schon seit frau rois fuer hinreichend auf der volkbuehne ausgelotet. das ist alles nicht wirklich neu. das ist “klassisches” theater. ;-)

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