theoriekritik aus dem steigbuegel

man koennte langsam aufhoeren damit. in deutschen feuilletons das als-ob des verstandenhabens einer franzoesischen postmodernen und strukturalistischen philosophie in einer weise darzustellen. die nur zeigt. dass der feuilletonist offenbar selbst nicht in die jahre kommt. diskurse der philosophie jedoch schon – sie differenzieren sich weiter aus. und sie beschaeftigen sich auch mal mit einem so einsamen steckenpferd wie sekundaerliteratur. wer heute den „tod des subjekts“ immer noch quasi frisch vom argumentativen pferd springend mit dem negieren von realen „subjekten“ gleich setzt. der kann einem nur leid tun.

leider ist das im deutschen feuilleton schneller lesbar. als man ein buch von baudrillard. deleuze. barthes oder lacan ueberhaupt wieder mal zur hand nehmen kann:

Das ganze Begriffsgeklingel von Derrida und Lacan, schaumgeborenes Diskursgepränge, mit dem „das Verschwinden des Subjekts“ herbeihalluziniert wurde (ein Mumpitz, der allerdings nirgendwo so musterschülerhaft nachbuchstabiert wurde wie an deutschen Universitäten), dergleichen hat Frankreichs geistiger Ausstrahlung sehr geschadet – übrigens auch in Osteuropa, wo die Menschen echte Sorgen hatten.

merci à la france – tilman krause (welt, 11.06.05)

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