das gleiche :: als differenz

Postmarxisten, Diskursjockeys, unorthodoxe Gesellschaftskritiker beschäftigen sich seit 20 Jahren vornehmlich mit Phänomenen wie Differenz, Culture Jam, mit distinkten Identitäten, dem Zusammenprall und auch der fröhlichen Vermischung von Unterschiedlichkeiten. Differenz ist spannend, Gleichheit fad. So wie die anderen will ohnedies keiner sein: Mainstream ist das Letzte. Jeder wünscht sich als eine unverwechselbare Type zu sehen, eine Sehnsucht, die mit dem Markenbewusstsein moderner Ich-AGs harmonisiert. Diese existenzialistische Wende (Diedrich Diederichsen) war die linke Spielart der Individualisierung: Gender-, Schwule- und sonstige Diskurse waren und sind erstaunlich widersprüchlich codiert – die Forderung, als gleichwertig respektiert zu werden, korrespondierte mit dem eingeforderten Recht aufs Anderssein, auf Differenz.

eine harte lehre fuer metropolitane kulturlinke: gleicheit, nicht differenz ist das problemfeld der stunde – robert misik (TAZ, 03.05.05)

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