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Kategorie: Lektüren

blogs :: demokratie und alltag

wenn man sich wieder mal muehe gibt und sich in der deutschen bloggerlandschaft umsieht. findet sich doch immer wieder das eine oder andere blog. das sich gut liest und informativ ist. so sind wir heute mittag (bloggen in der mittagspause!) auf demokratie und alltag gestossen und fanden sowohl den text „amelie fried verharmlost nichts“ als auch „reich werden durch kultur“ – beide mit durchaus unterschiedlichen ausrichtungen – sehr interessant:

Wörter wie Vernissage und Filmpremiere klingen schick, und noch schicker ist es, zu Vernissagen und Filmpremieren eingeladen zu werden. Hach! ich kenne einen Künstler. Hach! ich kenne einen Filmemacher. Hach!

reich werden durch kulturdemokratie und alltag

say hello,

say hello,

es geht nichts ueber eine personalisierte anrede 😉

pop :: war nicht immer nur der schoene schein

wir waren zwar nie wirklich popliteratur leserinnen. konnten den anfaengen/ansaetzen des popkulturellen jedoch ne ganze menge diskursivisches abgewinnen. deshalb wuerden wir die dschungel einfach mal widersprechen – das ist zu eindimensional (bzw. bezieht sich auf einen gewissen punkt in der rezeption/produktion von pop(literatur)) – es sei denn. man wollte polemisches haben:

Dem literarischen Neo-Realismus entspricht die Tonalität in den Pop-Künsten. Beide w o l l e n den Schein. Der Pop vermittels der Melodie, die Literatur vermittels ihres erzählten Inhalts. Melodie und Plot werden, derart geschmiert, zu Interessenvertretern der Ökonomie.

das artifizielle (2) – die dschungel

zur geschichte/zum historischen gestus der popliteratur – thomas ernst:

In den neunziger Jahren kippte der Begriff der Popliteratur. War er bislang das Programm einer Außenseiterszene, die sich auf die populäre Kultur bezog und daraus Versatzstücke für die eigene Identität ableitete, so ging nun der rebellische Gestus verloren. Popliteratur wurde zu einer Unterhaltungsdienstleistung innerhalb der Kulturindustrie, Synonym für eine Art “Easy Reading“. Das, was mal das Neue, Spannende oder Rebellische an der Popliteratur war, ist vorbei oder lebt fort in einzelnen Subkulturen — oder ist mit den Texten von Brinkmann, Fichte oder Vesper paradoxerweise schon wieder selbst zu einer Form von Hochkultur geworden.

popliteratur – thomas ernst (2001)

genre weblog :: in den netzkunst rahmen setzen

pommerland hat im kommentar zum beitrag „genre weblog?“ auf prozesse den entscheidenden faden in der diskussion aufgenommen. ob und wie ein weblog bzw. das schreiben in weblogs im allgemeinen netzdiskurs zu positionieren ist. uns erscheint die diskussion. ob ein weblog literarisch ist oder die literatur weblogartig einfach zu fern von diskursen. die schon seit einigen jahren im bereich „netzkunst“ oder „netzliteratur“ gefuehrt werden. ein literarischer weblog waere dann eben nur die „abgespeckte“ version einer wie auch immer avancierten netzliteratur (vor allem was die technische auspraegung betrifft. hat ein weblog gegenueber hypertextuellen verfahren auch manche nachteile).

wenn sich der eigene schreibprozeß, das spüre ich schon, dem medium wirklich annähert, dann muß ich als schreibender anfangen, mich mit skriptsprachen zu beschäftigen und selbst programmieren. dann wird aber auch die frage nach „weblog“ oder nicht mehr „weblog“ obsolet. dann sind wir vielleicht auch wieder bei einer avantgarde, die neue werkzeuge, neue formate generiert. ich hab keine ahnung von literaturkritik, aber nicht jede gute literatur muß avantgarde sein, und das meinst du, oder?

pommerland im kommentar zum beitrag „genre weblog?“

deswegen fuerchten wir. dass mit der begriffsbildung „literarischer weblog“ nicht etwa eine schneise in richtung „netzkunst/netzliteratur“ geschlagen wird. sondern eine zurueck in die (print-)literatur gewuenscht wird (was auch an den unterschiedlichen versuchen zu sehen ist. weblogs (s. die dschungel – schnittstellen tueren) oder weblogaehnliche muster (NULL, pool) schliesslich ins printformat zu ueberfuehren.

le lounge electronique?

wenn man schon ne weile bloggt – der blog quasi nicht nur haare auf den zaehnen sondern auch jahre auf dem buckel hat -. merkt man. wie blogs. die man gerne gelesen hat. immer mehr verschwinden. das passiert meist nicht von jetzt auf gleich. sondern schlicht die eintraege werden zeitlich gesehen spaerlicher. es setzt ein allgemeines lamento ueber das bloggen ein und schliesslich eines ueber das eigene bloggen.

le lounge électronique ist so ein blog. den wir immer gerne mitgelesen haben. und der seit ende maerz ein wenig auf der stelle tritt. der letzte eintrag ist wohl prophetisch gemeint – schade das: Feed-my-Weblog-Taste fehlt leider…

genre weblog :: problem der rubrikbildung

naja das schreiben eines weblogs/ in einem weblog ist ja wohl eher keine neue gattung. weil – wenn wir jetzt ganz traditionsbewusst einteilen wollen – inhaltlich sowohl lyrik und epik als auch dramatik vorkommen kann. also muss man schon eine nummer kleiner argumentieren und entweder:

a. auf eine parallelebene gehen und den gattungsstil anlegen – eine fuer eine gattung charakteristischer stil (da wir aber keine wirklich neue gattung haben. muessten wir den gattungsbegriff auf den weblog als medium legen – was uns dann wieder von der technik her argumentieren laesst – was ja nur teilweise zum ziel fuehrt).

b. auf eine subebene gehen und vom genre sprechen – was lt. wikipedia fuer literatur wieder eher inhaltlich definiert wird (horror, liebesroman, krimi – die beispielliste auf wikipedia ist aber ueberarbeitungsbeduerftig. weil zu wenig vom gattungsbegriff abgegrenzt). da waere es moeglich ein art neues genre „weblogliteratur“ anzulegen, was aber aus den eben genannten gruenden nicht wirklich sinnvoll ist.

c. daher bleibt nur aus dieser bestimmung rauszugehen (insofern hat prozesse durchaus recht) und sowohl inhalt als auch form in der definition zu beruecksichtigen. warum dann also nicht wie in der wikipedia vorgeschlagen jeweils subgenres anzulegen (wir geben zu. dass das auch nicht genau das trifft. wohin wir eigentlich argumentativ wollen – aber behelfsmaessig gehts mal):

z.b. gattung lyrik > genre experimentelle lyrik > subgenre experimenteller weblog

🙂 iss ja nurn versuch …

killing blogs :: wenn bloggen krimis nach sich zieht

„killing blogs“ – ein thriller im weblogmilieu muss man nicht lesen. aber man kann. 🙂 was ein wenig schleppend wirkt. ist das genaue anfuehren von technikas wie trackbacks z.b.. und ansonsten ist er ziemlich konventionell angelegt – vor allem sprachlich. hat aber mitunter ganz witzige ideen. aber weil es sich im genannten genre abspielt. werden wir das weiterlesen. 🙂

Horst überlegte, ob er nicht bei Gelegenheit eine ‚Ghostwriter-Konvertierungssoftware“ entwickeln sollte. Man könnte den Text eines alten Märchen nehmen, sagen wir, ‚Ali Baba und die 40 Räuber“. Die Software würde dann Begriffe wie z. B. ‚Schatz“ gegen ‚geheime CD-ROM“ austauschen.

killing blogs – der maennerblog

aehm und noch ein update dazu: etwas merkwuerdig/interessant ist auch. die verbindung in der blognovel mit einem tatsaechlichen blog (gedankenzwickel). auf den dann immer verlinkt wird. die frage stellt sich. wird hier quasi interaktiv zwischen weblog und blognovel hin und her ergaenzt? 🙂

das lohnverhaeltnis :: zwischen den generationen

Die jetzt Jungen werden die erste Generation nach dem Krieg sein, die weniger als ihre Eltern verdient. Dies ist in der bundesrepublikanischen Geschichte (die DDR ist natürlich anders zu beurteilen) einmalig.

neue bilder alter praegung – tanja dueckers (welt, 07.05.05)

das lohnverhaeltnis als grundfeiler des kapitals und des sozialen miteinanders? nunja. das ist doch wohl eher eine politische fragestellung.