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Kategorie: Lektüren

historische schauplaetze :: die nicht stoeren

Historische Krimis führen nicht selten zu der Erkenntnis, dass
man die Geschichte den Fachleuten überlassen sollte. Bei Lindsey Davis kommt dieser Gedanke erst gar nicht auf: Ihr Titelheld Falco schnoddert sich so „heutig“ durch seine Fälle, dass der historische Schauplatz, das römische Kaiserreich vor zweitausend Jahren, überhaupt nicht stört.

aus dem alligatorbrief vom 19.05.05

😉 historische schauplaetze. die nicht stoeren. dann stellt sich die frage. warum noch einen historischen krimi lesen?

es gibt keine :: farbigen schweizerinnen

Maneva fällt die Frage, woher sie kommt, kaum noch auf, erzählt sie. Ihr Aussehen ist offenbar der Auslöser dafür, dass sie von völlig fremden Menschen auf ihre Herkunft angesprochen wird. Wegen ihrer Hautfarbe wird sie nicht für eine Schweizerin gehalten, meint sie, gemäss dem Diktum „Das kann nicht sein. Es gibt keine farbigen Schweizerinnen“[1]. – Wenn Galja ihren Namen sagt, lautet die Reaktion fast immer: ‚Das ist nicht schweizerisch!′, erzählt sie. Oft sind es Komplimente angesichts des aussergewöhnlichen Namens, für Galja verbindet sich damit jedoch vor allem das Label ′Ich bin nicht von hier′, wie sie beschreibt.

selbstverortungen junger migrantinnen in der schweiz – susanne bachmann (diplomarbeit – hausarbeiten.de)

banale armut :: und uebersaettigung

Banale Armut ist denen zuzuschreiben, die es nicht schaffen, ihrer Verarmung eine gewisse Luxuriosität zu entnehmen, sie mit dem Odeur des Auch-dies-lässt-sich-noch-genießen zu umgeben, auch wenn die Lebenslage verheerend zu sein scheint. Der Ratschlag läuft auf eine fruitio pauperitatis hinaus, auf Gewinnmöglichkeiten in der Lebensgestaltung armer Menschen vor dem Horizont ansonsten aussichtsloser Bedingungen.

übersättigung – peter fuchs (FR, 20.05.05)

dekadente armut (FAZ, 16.05.05)
herr von schoenburg, wir muessen reden (TAZ, 11.04.05)
kleinkrieg, authentoid – d. holland-moritz (scheinschlag)

im uebrigen geht es in schoenburgs buch nicht um armut im soziologischen oder politischen sinn. sondern um ein gewisses snobistisches dandytum (wie aus dem leseprobenbeispiel (pdf – rowohlt) zu ersehen ist: ein ganzes kapitel ueber helmut berger und seinen verlust des privatsekretaers). das seinen hohen gesellschaftlichen status nicht mehr halten kann. aber immer noch nach dessen regeln leben will.

spaziergang :: als kulturkritisches element

Der Spaziergang steht, so paradox dies erscheinen mag, in einem engen Zusammenhang mit dem verkehrstechnologischen Fortschritt. Der Spaziergänger entscheidet sich bewußt für eine langsame Form der Fortbewegung, die ihn in direkten Kontakt mit der Natur bringt. Dem Spaziergang liegt somit ein kultur- und gesellschaftskritischer Impuls zugrunde, den allerdings eine auffällige Ambivalenz kennzeichnet.

tagung „spaziergang“ (30.06. – 02.07.05 – aachen – via raumtheorie)

im parlament :: jelinek

schon eine bizarre situation. im oesterreichischen parlament jelinek zu praesentieren?! die frage. die sich stellt. warum dort und ist das grundsaetzlich usus?

Am 15. Juni (16.30 Uhr) im Parlament liest die Schauspielerin Sophie Rois aus Jelineks politischen Essays zu à–sterreich, in Kombination mit Statements von Politikern und Politikerinnen zu Jelinek aus den vergangenen Jahren.

oeffentlicher auftritt des wiener elfriede-jelinek-forschungszentrums (standard, 18.05.05)

… homepage des elfriede-jelinek-forschungszentrums

der letzte :: satz

der schlussatz eines textes ist nicht unwichtig. klar. aber der unten genannte soll auch noch klassisch streng und metrisch ausgekluegelt sein? nunja – wenn die literaturkritik meint. wir wuerden behaupten. das ist schlicht ein einfacher satz. nicht mehr und nicht weniger.

„Hoch über ihnen brannte die Sonne vom Himmel.“ Einen solchen Schlusssatz von klassischer Strenge, metrischer Ausgeklügeltheit und lakonischem Stoizismus bringt nicht jeder Autor hin. Benvenuti schon.

im namen der rose? (berliner literaturkritik, 17.05.05))

genau eine seite :: pro tag

Mein Alltag ist wirklich schrecklich langweilig! Wissen Sie, ich schreibe genau eine Seite pro Arbeitstag, jeden Tag. Das sind 4500 Zeichen in acht Stunden, übrigens dieselbe Frequenz, die Ernest Hemingway auch hatte.

„ich glaube nicht an inspiration“ – phillipe djian im interview (spiegel, 17.05.05)

der kunde :: und die agentur

das nennen wir mal eine innovative webseite der werbeagentur „demner, merlicek & bergmann“ (unbedingt die flashvariante waehlen!). vor allem haben sie ein gutes verhaeltnis zu ihren kunden (unbedingt auf den punkt kunden klicken! ;-)).

derzeit tagesgespraech aufgrund der werbekampagne fuer die wiener festwochen. vor allem ein plaket sorgt bei tierschuetzern fuer aufregung: erstes bild – mann streichelt hund – zweites bild – hund haelt eine abgebissene hand im maul (standard, 16.05.05)

interessanterweise findet man eine aehnliche sache auf der webseite der agentur. wenn man auf den bereich „arbeiten“ klickt: da legt schon mal ein mitarbeiter seine hand unter die schneidemaschine und drueckt den hebel sauber nach unten … 😉