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Kategorie: Lektüren

nicht ohne risiko :: harun farocki

Immer mehr hat sich Farocki dabei in jene Gefilde vorgetastet, wo »Arbeit« in unserem Kapitalismus heute am höchsten bewertet und entlohnt wird, obwohl sie aus so unscheinbaren – und filmisch unspektakulären – Handlungen wie Herumsitzen und Reden besteht. In Nicht ohne Risiko verhandeln drei Vertreter einer »innovativen« Firma mit drei Vertretern einer »VC-Gesellschaft«. »VC« steht für »venture capital«, Risiko-Kapital, eine Art von Geld, das man nicht bei Banken bekommt, das aber mit etwas Glück viel einbringt, und zwar beiden Seiten.

nicht ohne langes reden (freitag 19/13.05.05)

mehr infos zum dokumentarfilm auf wdr wissen
www.farocki-film.de

kleiner sammler :: das positive barbarentum

zum begriff der positiven barbarei:

… raulet, gérard: positive barbarei. kulturphilosophie und politik bei walter benjamin. westfaelisches dampfboot. muenster 2004 (einleitung)

… die entsprechende aufnahme bei negri/hardt: revolt.deconstruct.mutate

sind wir barbaren. gestalten revolutionärer subjekte (workshop queer-days)

… foltin, robert: immaterielle arbeit, empire, multitude. (pdf)

… barbaren. kampfvokabel der gegenwart. symposium steirischer herbst 2002

barbaren fuer die steiermark – interview mit den veranstaltern des symposiums (malmoe)

kultur hat immer eine barbarische seite – klaus theweleit im interview (2002)

fantomas nr. 7 :: ideologische zaesuren

immer wieder eine spannende sache. die zeitschrift „fantomas„.

diesmal wurden wir sogar von walter benjamin ueberrascht: zwei lesestuecke sind von ihm gleich vorne angelegt: „der destruktive charakter“ und „erfahrung und armut“.

der destruktive charakter ist der feind des etui-menschen. der etui-mensch sucht seine bequemlichkeit, und das gehaeuse ist ihr inbegriff. das innere des gehaeuses ist die mit samt ausgeschlagene spur, die er in die welt gedrueckt hat. der destruktive charakter verwischt sogar die spuren der zerstoerung.

der destruktive charakter – walter benjamin, zit. nach fantomas nr. 7

… weiters interessant: die frage nach dem ertrag der debatte zu multitude und empire
… die neoliberale stadt: im neoliberalen umbau der gesellschaft spielt der staedtische raum eine herausragende rolle …

i was paid to go there :: superflex

So wird der Kunsthalle-Faktor unter anderem aus der durchschnittlichen Differenz des einstmaligen Wertes von ausgestellten Kunstwerken und ihrem heutigen Wert berechnet. Der Mehrwert der Kunsthalle ist jedoch nicht nur durch ökonomische Werte definierbar.

supershow – superflex (kunsthalle basel)

… wie webseite der gruppe „superflex
… das projekt „supershow

schaulager der behauptungen (TAZ rezension, 06.06.05)
diary des artforums

dialektik der aufklaerung :: liest sich streckenweise echt super

die TAZ erfreute uns gestern mit der tatsache. dass adorno durchaus noch innerhalb der redaktion fuer lesenswert errrachtet wird:

Es gibt nämlich durchaus noch taz-Redakteure, die – entgegen anders lautender Gerüchte in anderen Ressort dieser Zeitung – die Werke von Adorno und Horkheimer lesen und für wichtig halten.

unter strich (TAZ, 06.06.05)

besonders die anpreisung der dialektik der aufklaerung als billiges taschenbuch. das sich „streckenweise auch noch super liest“. gibt uns hoffnung. dass die second hand boersen nun einen aufschwung in sachen adorno erfahren werden. wir finden ja auch. dass philosophie sonst einfach ueber lange strecken schlicht nicht so super zu lesen ist. gibts da nicht schon ein schickes hoerbuch?!

spex :: architektur spezial

irgendwann haben wir ja aufgehoert. die zeitschrift spex zu lesen. aber ab und an lohnt der kauf dann doch. noch besser ein anderer kauft das heft und wir koennen es mitlesen. diesmal ein spezial zur architektur:

… wie funktioniert raumbeherrschung – die kuenstlergruppe bbm und ihr projekt „troia
… was heisst schon kulisse? der urbane raum und seine inszenierung.
… wer plant die planung? der stadtforscher lucius burckhardt (1925-2003) und seine stadtspaziergaenge (die promenadologie)
… wie nutzt man raeume? jesko fezer (anarchitektur) und philipp oswalt (u.a. projekt „urban catalysts„) im gespraech
… was macht moskauer architekturpolitik?

picassos :: badende

langsam naehert man sich ihm wieder: dem meer. die aktuelle ausstellung dazu gibts in stuttgartpicassos badende.

kunst, sexualitaet und geschlechterkonstruktionen in der abendlaendischen kultur – daniela hammer-tugendhat (pdf)

bahnen :: und :: preistraeger

stimmt. man sollte bei ausschreibungen von neuen ausgaben unbedingt die latte hochlegen:

Die Straßenbahn ist, seitdem es sie gibt, Thema und Gegenstand der Literatur (z.B. bei Literatur-Nobelpreisträger 2002 Imre Kertesz oder bei Bachmann-Preisträger 2004 Uwe Tellkamp).

cognac & biskotten – ausgabe nr. 23 – motto „haltestellen und lebenslaeufe“

die bruecke :: nun avantgardelos

die interpretatorischen ansaetze von peter buerger (vgl. theorie der avantgarde 1974) zur theoretischen abfederung der avantgarde lesen sich immer interessant. wenn auch disputwuerdig. nach einem generellen argumentativen verdikt gegen eine avantgarde nach 45 wird nun der avantgardestatus der „bruecke“ bezweifelt. wie auch schon gegen die postavantgarde ist der argumentative punkt buergers das fehlen eines ineinanderfallens von kunst und leben – die rebellion gegen die institution kunst kommt erst danach.

Der Jugendstil will die gesellschaftlichen Widersprüche im Ornament versöhnen; die Avantgarden zielen auf eine gesellschaftliche Utopie ab, in der die Kunst aufgehoben wäre. Beide also, wenn auch auf unterschiedliche Weise, drängen über die Kunst hinaus. Die Brücke-Maler hingegen bleiben strikt im Rahmen der Institution Kunst. Diesen zu überschreiten oder gar zu sprengen liegt nicht in ihrer Absicht.

rebellion am badesee – peter buerger (zeit, 02.06.05)

oskar :: fassbinder :: und das genie

der geniebegriff dient ja nie aus – fuer oskar roehler war fassbinder eines:

Man redet oft über gesellschaftliche Relevanz und vermisst sie in heutigen Filmen. Aber wahrscheinlich gibt es eben nur wenige, die wie Fassbinder den Kern einer Gesellschaft persönlich erfühlen können, dabei so enorm kreativ sind und noch dazu einen so breiten Einfluss auf so viele Leute in so kurzer Zeit entwickeln – und diese Leute nennt man halt Genies.

schoene seelen – oskar roehler (zeit, 02.06.05)

… wie waers hiermit: kunst ohne genies (u.a. vertreter des net cubism)