Chanel: Werbung als Nouvelle Vague

Gut, man ist fasziniert, mal wieder die Musik von Georges Delarue zu hören und an Godard zu denken.

Nur die Musik von Godards Filmen katapultiert mich automatisch in etwas zurück, was Mark Terkessidis heute wohl “die Zukunft küssen” genannt hat: man war eben so politisch wie poetisch emotionalisiert, es waren die endlichen 80er, in denen ich die ersten Godard Filme gesehen habe. Mein Lieblingsfilm von ihm noch heute – Pierrot le fou (Pierrot der Narr) mit einem gänzlich wunderbar anarchischen Belmondo. Auch wenn der Mann (Belmondo) die Theorie und die Frau (Anna Karina) die Praxis eingenommen haben. Heute favorisiere ich in einem Art postromantischen Ideal auch Godards Chinesin.
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Hunger auf Leben: Brigitte Reimann

Hunger auf Leben, der Film über das Leben der Brigitte Reimann, macht Lust, mehr von ihr und über sie zu lesen.

Ein wenig kursorisch fand ich ihn schon, zufällig in der Nacht hingezappt auf Hunger auf Leben, ein Film über das Leben von Brigitte Reimann. Das beste daran – abgesehen vom deutschen Staraufgebot und Martina Gedeck, fand ich die Schlusszene, in der Brigitte Reimann plötzlich allein war mit dem Schreiben und dem Krebs, kein Mann und kein Literaturfunktionär in Sicht. Egal, ob das historisch so auch verbürgt ist (ich las gerade, dass sie zu dieser Zeit mit einem Arzt in vierter Ehe verheiratet war).
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Chanel: Werbung als Nouvelle Vague

Nur die Musik von Godards Filmen katapultiert mich automatisch in etwas zurück, was Mark Terkessidis heute wohl “die Zukunft küssen” genannt hat: man war eben so politisch wie poetisch emotionalisiert, es waren die endlichen 80er, in denen ich die ersten Godard Filme gesehen habe. Mein Lieblingsfilm von ihm noch heute – Pierrot le fou (Pierrot der Narr) mit einem gänzlich wunderbar anarchischen Belmondo. Auch wenn der Mann (Belmondo) die Theorie und die Frau (Anna Karina) die Praxis eingenommen haben. Heute favorisiere ich in einem Art postromantischen Ideal auch Godards Chinesin.
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zeitschrift revolver nummer 14: perspektive filmkritik

wärmstens immer wieder empfehlen kann ich die schmale filmzeitschrift “revolver“. schmal nur im sinne des hosentaschenformats. aber groß in der themenvielfalt- und tiefe. die aktuelle nummer 14überrascht mit einem schwerpunkt zu stand und rolle der filmkritik/er heute. es beginnt mit einem lockeren streitgespräch zwischen filmkritikern und filmemachern wie u.a. diederichsen, patalas, suchsland. dann folgen einzelne statements der filmkritiker.

und schließe die empfehlung ab mit dem schönen satz von diederichsen in der debatte: “weil es die aktuelle strategie des feuilletons ist, politisch unkenntlich zu werden.”

roger vadim: gefaehrliche liebschaften (1960)

nach milos formans "valmont" ist roger vadims "gefaehrliche liebschaften" (1960) richtig eine erholung. 🙂 naturgemaess "klassische" nouvelle vague. und alle langweilen sich. das gehoert zur nouvelle vague. 😉 die partysituationen erinnern an godard. vadim bleibt jedoch konventionell. aber eine unglaublich interessante adaption von laclos roman.

vor allem – im gegensatz zu formans valmont – wird stark an der gesellschaftlichen "kante" gearbeitet. das intrigenspiel von valmont und merteuil ist dort eben mehr als boeses spiel gegen gute minen. es ist der "kick" stets an der aufhebung des gesellschaftlichen zu laborieren. merteuil arbeitet gegen die langweile der ehefrauen an. wenn sie gesellschaftliche werte wie tugend. liebe. unschuld in ihr gegenteil verkehrt. all diesen werten wird der zerrspiegel der langweile vorgehalten.

Vadims Film ist frivol und nichts als das. Unsere Zeit braucht sich nicht betroffen zu fühlen, weil sie nicht getroffen wird. Die Schandtaten des Paares erregen uns so wenig wie uns die Schicksale ihrer Opfer – der flatterhaften Cecile und der dümmlichen Madame de Tourvel – anrühren. Jeanne Moreau und Gérard Philipe wirken wie Menschen aus einer anderen Welt, ein Eindruck, der durch den Schluss mit Hexenverbrennung und Schandmal noch verstärkt wird. (filmkritik, 1961)

Ces liaisons dangereuses/Gefährliche Liebschaften

die funny scenes der fetten jahre

auch die beste aller moeglichen kinowelten. nach dem abschalten der europaeischen satellitenanlagen – fuegt sich ja schoen in den kinematographischen schlusstrich – folgen auf der dvd "die fetten jahre sind vorbei" funny scenes. die ueblichen mal mehr mal weniger langweiligen rausgefallenen szenen. schoen. die botschaft hat also auch noch einen versoehnlichen ausklang. oder wie der ex-68er managerkandidat meinte. revolution muss ja auch spass machen. 😉

w.n.z.b.w.