dadasophin.de

literary establishment turns global?

what happens when the literary establishment turns global electronically? can it happen? what stragglers will be left solely in print? will the distinctions between experimental and traditional be amplified into non-being electric space and hard copy presence? presence exists in either case in a hauntingly similar way, i.e. words in the non-being electric space or ink on the field of white. is this a battle camp discussion or an economic feasibilty situation for poetry?

(p-ramblings)

jim behrle’s blogging awards

jim behrle hat wieder wunderbar auf den notizblock gehaun‘: obwohl der jeweilige award zusammenhang nicht eingeschworenen leserinnen etwas unklar bleiben wird. finden wir das blogging award procedere „the monkey awards“ ganz koestlich:

… blog project of the year (link >)
… post of the year (link >)
… blogges poem of the year (link >)
… discontimued blog of the year (link >)
… poetry blog of the year (link >)
… blogger and blog of the year (link >)

und weil wir es unseren eifrigen leserinnen noch leichter als leicht machen wollen – leider ist der insider touch dieser experimentellen lyrikblogs so vertrackt. dass die awards seiten nicht mal verlinkt sind! – haben wir die entsprechenden links fuer sie recherchiert. 🙂 ok – das war leichter als gedacht. rechts (nicht im hauptbeitrag) sind die links einfach so da! wow! 🙂

dérive :: zeitschrift fuer stadtforschung

… die suche nach zeitschriften ist ja mitunter eine langjaehrige und zufaellige. so finden wir in zeitschriften ankuendigungen von weiteren zeitschriften und lesen uns durch im schneeballsystem.

dérive ist so ein schneeball. als zeitschrift fuer stadforschung fanden wir uns sofort wieder und riefen aus: situationistisch sind wir auch! 🙂

… aktuelles themenheft :: angst. von einschluessen und ausschluessen. von labyrinthen und paranoiden maschinen. ein heft. das sich der paranoia in und um staedte theoretisch annimmt. wir empfehlen als einstieg den text „labyrinthe und paranoide maschinen“. stadt, paranoia und antiparanoia von andre krammer.

… wer sich fuer stadt/architektur/raum-theorie begeistern kann – wird wie wir das heft (fast) in einem zug durchlesen. wohlgemerkt: anstreichen dauert laenger. 🙂

… webseite von dérive: http://www.derive.at/

carl sternheim :: 1913

wer hat kapitalien gehaeuft, monopolisiert und unablaessig fusioniert? wer hat immer neue millionen aus der vorstellung gestampft, die jetzt verzinst werden sollen? womit um gottes willen? unsere generation hat den industriestaat fertig von euch uebernommen und lehnt fuer seine basis alle verantwortlichkeit weit von sich ab.

(carl sternheim: aus dem buergerlichen heldenleben. 1913. luchterhand 1963, s 285)

mehr zu sternheims stueck „1913“:
… kurze beschreibung und textauszug
… „Sternheim liefert eine Satire auf Adel, Liebe und Familie und uebt scharfe Kritik am Hochkapitalismus. Das Stueck wurde von der Zensur verboten und durfte erst nach dem Ersten Weltkrieg und dem damit einhergehenden Zusammenbruch des Kaiserreiches aufgefuehrt werden.“ (felix bloch erben)
… eine schmale seite zu carl sternheim (leider mit uralten. oftmals ungueltigen links!). aber es gibt dort einen ausschnitt kampf der metapher. durch den wir ueberhaupt auf sternheim gestossen sind:

Deutsche Welt, die in Worten lebt, von denen jedes, falsch gebildet, an allem Heutigen in phantastischer Weise vorbeigreift, gilt es vom Keller aus neu aufzubauen. Das heisst: nicht mit des Zeitgenossen Sprache macht er sich ueber dessen Unarten und Allzumenschliches lustig, sondern gibt aus der Notwendigkeit der Stunde allem Wort neuen heutigen Sinn, dass der Mensch, Kaufmann, Journalist und Soldat, der es noch in alter Weise weiterspricht, auf einmal unerhoert altmodisch und komisch ist, man ihn ueberholt und im Bratenrock von anno dazumal sieht. Dass er und seine Moral, Ideale, Urteile und hehrsten Ziele wie in Anfuehrungsstrichen daherkommen. Sie ueberhaupt noch zu begreifen, nimmt man sie bilderbogenhaft historisch.

(carl sternheim: kampf der metapher (ausschnitt – erstmals erschienen im berliner tageblatt 1917). in: vermischte schriften. aufbau-verlag 1965, s 14)

alles sehr modern. wie wir finden 🙂

zello :: der nasenformer

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„zello“ der nasenformer, in: die woche, nr. 6, 1918; eine weitere anzeige dieses aussergewoehnlichen schoenheitsinstruments (zahnspangen sind nichts dagegen!); nicht zu vergessen den stirnwurzelglaetter. 🙂

die losen enden des kanons ::

In der deutschen Literatur haben die Sammler, die Buchhalter, die Kanonisten gegenwaertig eine grosse Zeit. Wir wollen offen lassen, ob wir das als gutes oder schlechtes Zeichen zu werten haben. Wahrscheinlich gilt „sowohl als auch“, das Leben ist nun einmal eine Mischung aus Chancen und Risiken. In Schwellenzeiten wird diese Melange besonders brisant und beschaeftigt Intellekt und Gemuet. Belassen wir es also dabei: Es ist Schwellenzeit. Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur ordnen sich neu. Da ist es gut, zu wissen, auf was man sicher bauen kann. (literatur-inventur – eckhard fuhr, welt 22.10.03)

das ist sie also wieder die „schwellenzeit“. in der kanonmechanismen noch besser greifen. interessant auch der hinweis fuhrs auf den „bruch“ zwischen den autoren-generationen: die 60-jaehrigen. die noch ueber ein „ende“ von literatur/roman/form disputierten (wohlgemerkt offiziell nur die. die im literarischen kolloquium wahrgenommen wurden) auf der einen seite und die 40-jaehrigen wie etwa niemann. die sich diese fragen nicht (mehr) stellen. auf der anderen.

Frueher sass man im Literarischen Kolloquium und diskutierte naechtelang ueber das Ende des Romans und hielt Enzensbergers „Verhoer von Havanna“ fuer zukunftsweisend. Frueher hing man Erich Fried an den Lippen. Was macht es, dass Leit-Texte der sechziger und siebziger Jahre zu Staub zerfallen sind? Und was bleibt? Die 60-Jaehrigen, die Krueger und Naumann, haben solche Fragen. Die 40-Jaehrigen, die Niemann und Rathgeb, haben diese Frage nicht, und das ist die Antwort. (literatur-inventur – eckhard fuhr, welt 22.10.03)

a. wie kommt fuhr gerade darauf. dass niemann sich solche fragen nicht stellt. vielleicht nicht gerade diese formbezogenen fragestellungen wie „enden“ des romans. aber niemann ist gerade das. einer der „engagiertesten“. was die medial-politisierte diskussion von bruechen im literaturbetrieb betrifft.

b. ist die frage der „enden“ auch bei dem von ihm erwaehnten 60er enzensberger niemals getrennt von politischen fragestellungen gestellt worden.

??!!?? 🙂

flash blogging

… trends ueberholen sich ja immer gerne selbst :: nach flash mobbing hat nun flash blogging die weblogsszene erreicht.

Flash blogging involves a large number of people visiting a particular weblog and posting comments in the site’s feedback section. (flash blogging hits the net)

… initiator des flash blogging ist clear blue sky. der naechste termin fuer eine flash blogging session der 23.10..

… ueber weitere trends informiert jivha – the tongue: so ist bereits flash flogging oder flash hogging im gange und flash hugging (ploetzliches, unerwartetes oeffentliches umarmen) zu erwarten.

schulschwaenzer und die fussfessel

Innenpolitiker von CDU und CSU haben sich dafuer ausgesprochen, kriminelle Schulschwaenzer kuenftig mit der so genannten elektronischen Fussfessel zu ueberwachen. (Unions-Politiker fuer Fussfessel fuer Schulschwaenzer)

warum erst beim schulschwaenzer anfangen! wir wuenschen uns schueler. die sich nicht von der stelle ruehren! – es ist immer wieder interessant. was politiker oder ganze politische lager so von sich geben duerfen. kann man da keine sammelklage einbringen – als schueler? 😉