isabelle graw :: die bessere haelfte

[>] nach der buchpraesentation in koeln von isabelle graws “die bessere haelfte – kuenstlerinnen des 20. und 21. jahrhunderts” (dumont, 2003) hatten wir eigentlich wenig lust. das buch wirklich in die engere lesewahl zu ziehen. zu simpel gestrickt erschien graws ansatz der “ausnahmefrau” im kunstbetrieb und zu vage das theoretische geruest – vor allem die abgrenzung zu bourdieus ansatz der avantgarde im “feld” (graw nimmt zwar den feldtheoretischen ansatz bourdieus auf, macht dem “kaempferischen” aspekt dieses ansatzes eine eindeutige absage) ist in ihrem fall kontraproduktiv. auch das rasche blaettern am buechertisch nach der veranstaltung hat den eindruck nicht verbessert.

nun sind wir doch an graws buch gelangt und haben ein wenig quergelesen: interessante theoretische oesen sind zu finden (so ist besonders das kapitel zur “aneignung” interessant – aneignung und duchamp // aneignung und anerkennung im kunstbetrieb // der preis der anerkennung (v.a. der bezug auf butler in diesem kontext) // rivalitaet und konkurrenz im kunstbetrieb) – einzig bleibt der “stil” von graw manchmal hinter ihrem anspruch zurueck: z.b. warum muss man judith butler als “bekannte feministische philosophin” bezeichnen?
graw argumentiert sich mit derartigen (auch retundanten) formulierungen selbst in den anerkennungsdiskurs.

mehr zu “die bessere haelfte”:
>> ulrich gutmairs rezension (netzeitung)
>> kurzrezension in der taz
>> zum begriff der ausnahmefrau – i. graw (sinnhaft, nr. 11)
>> interview zu graws arbeit fuer “texte zur kunst” (alert, 3)
>> frauen und akademien – i. graw (society of control)
>> zum begriff der “aneignung” bei valie exports „SUBJ: EARTHQUAKE” – i. graw (projekt offene grenzen)
>> ein etwas erweiterer zusammenhang: stefan roemers diss Der Begriff des Fake (pdf)

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Ein Gedanke zu „isabelle graw :: die bessere haelfte

  1. …kunsthistorische vorgeschichte hat (vgl. aktuell das buch “die bessere haelfte von isabelle graw mit speziellem fokus auf die technik der aneignung von kunst):

    “Es sollte ein Unterschied bleiben, ob Kuenstler …

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