die leserin findet den klassiker lustlos

es ist schon immer wieder interessant. was “klassikern” alles abverlangt wird (waeren sie dann eigentlich noch klassiker. wenn man ihnen eben das nicht mehr abverlangen wuerde: aktuelle lesbarkeit?):

“Benjamin von Stuckrad-Barres “Soloalbum” habe ich ja verschlungen wie nur selten was. Ich glaube, ich habe die Lust an der Popliteratur gefunden. Ich finde es nur normal, dass ich mich mit Autoren der jüngeren deutschen Generation mehr identifizieren kann als mit den altbackenen Klassikern, die man zwar gelesen haben sollte, mit denen aber heutzutage ein junger Mensch nicht viel anfangen kann.”

(via literaturesque.)

dass lesen auch mit identifikation zu tun haben kann (“du, eh – das war bei mir genauso!”). kann man ja fast nicht abstreiten (darauf baut die buchbranche ja ihren verkauf auf). aber das man dann nicht einraeumen kann. dass “klassiker” eben auch zu ihrer zeit (nur so als saloppes beispiel) indentifikatorisch auf warme semmel gestrickt wurden. das finden wir dann schon kleingeistig.

nun ja – wenn die leserin feststellt. dass in der realitaet nicht alles ganz genauso ausziehbar ist wie eine generationsschublade. dann fuehlt sie sich verraten und eingekauft. (das ist jetzt natuerlich voellig ungerecht und verallgemeinert – eben fuer den identifikatorischen nachtisch – damen und ‘erren)

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