Das Autorenbild: kein Kriterium für eine Kritik?


Die Grenze des Schicklichen sei für eine Kritiker erreicht, wenn er die Abbildung eines Autors quasi physiognomisch in die Kritik mit einfließen läßt.

So viel zum offiziellen Teil der Sache. Inoffiziell sieht es natürlich anders aus. Inoffiziell ist jeder Kritiker wie jeder andere Leser auch ein schamlos fantasierender Physiognomiker. Man stutzt einfach, wenn ein Autor, von dem es heißt, er habe »das Leben in all seinen Höhen und düsteren Tiefen kennen gelernt« und »einen vor Erotik prickelnden Roman verfasst«, auf dem Klappentextfoto aussieht wie ein verhungerter Stubenhocker.

Quelle: Wie sieht der denn aus? (Zeit, 21.10.04)

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