Avantgarde-Bashing der gängigen Art

Die Rezeption lässt sich ja weniger bestimmen und trotzdem nervt mich dieses Nachtreten. Wer auch immer diesen Text für den Lyrikkalender des Deutschlandradios verfasst hat, hat sich mit Dadaismus noch nie beschäftigt, ihn gänzlich missverstanden.

Der stets auf überraschende Abweichungen bedachte Universalkünstler, Architekt und Dichter Kurt Schwitters (1887-1948) hat nach 1919 eine Reihe von Gedichten verfasst, die sich von der verbissenen Programmatik (Hervorh. Sylvia Egger) des von ihm unterstützten Dadaismus lösen und in der „Merzdichtung“ variationsreiche Formen des Wort- und Laut-Spiels zelebrieren.

Quelle: So, so!, Deutschlandradio Lyrikkalender

In einer Charakterisierung des Dadaismus als verbissen programmatisch findet man exemplarisch wieder, was man Avantgarden und deren Programmen immer nachsagt. Es ist schlicht langweilig, das immer wieder lesen zu müssen. Schliesslich ist ein Programm eben ein Programm und ist programmatisch, was meint, man positioniert sich, ob es anderen nun passt oder nicht.

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2 Gedanken zu „Avantgarde-Bashing der gängigen Art

  1. vor allem: es gibt wohl nix wiedersprüchlicheres, als bei dada von einem programm auszugehen (möchte mal sehen, wie die das «dada-programm» definieren würden….; in den weiten zwischen hugo ball und tristan tzara…;)))

  2. sorry für den Delay 🙂 Nunja, für mich ist noch ein Unterschied zwischen Programm und Programmatik. Ich denke schon, dass etwa Manifeste auch eine Form von Programm darstellen. Klar, ist der Dadaismus grade dafür bekannt, dass er stets die Negation immer mitdenkt und einbringt, also auch das Nicht-Programm dann.

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