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mirja rosenau

da zieht wohl eine neue, scharfe kunstkritiker/in am feuilletonhimmel auf! mirja rosenau

ihre/seine rezensionen von aktuellen austellungen sind nicht ausgewogen. das kann man nicht sagen. 🙂 sie sind anti-kanonisch und sehr scharf mitunter auf den jeweiligen kurator (besonders ulf poschardt hat es ihr dahingehend angetan) hin zugespitzt. obwohl sehr gefaerbt, geht uns das mitunter „runter wie butter“. 🙂

Man nehme: ein schoenes Stueck Popkultur. Man stelle es vor sich hin wie ein im Kanon der Hochkultur anerkanntes Werk und unterziehe es einer gelehrten Betrachtung. Man unterfuettere die eigenen Assoziationen mit den klugen Gedanken bedeutender Philosophen, wobei „unser aller Lieblingsphilosoph Luhmann“ (Ulf Poschardt) nicht fehlen darf. Man konzentriere sich auf grundlegende Fragen, die etwa den Koerper, den Begriff der Identitaet oder die Dekonstruktion des Subjekts betreffen und widme sich somit Grundfragen menschlicher und sozialer Existenz. Man weise am Rande darauf hin, dass man mit den eigenen Thesen in akademischen Zirkeln durchaus Anerkennung finden konnte, indem man auf den schmalen Buchruecken des Katalogbuches, das man heraus gibt, „Dr. Ulf Poschardt“ drucken laesst.

Kulturtheorie-Kochen mit Dr. Poschardt – Mirja Rosenau, FR 27.01.04 (rezension der ausstellung „video“ (kurator: ulf poschardt) im nrw-forum

weitere beispiele:
… Generation Gestern, FR 12.02.04
… Der Tod und das Toertchen, FR 03.02.04
Ueber dem Abgrund, ZEIT 03.07.2003

Queen Victoria’s Internet

Queen Victoria’s Internet. Fruehe Verkabelungen der Welt – peter bexte (vortrag, pdf)

blinde seher

Blinde Seher. Wahrnehmung von Wahrnehmung in der Kunst des 17. Jahrhunderts – Peter Bexte (einleitung)

alfred dorfer :: donnerstalk

alfred dorfers „Donnerstalk“ (ORF 1) scheint ja eine wirklich bizarre alternative zu sein. wir werden uns orginalaufnahmen besorgen muessen:

„Dorfers Donnerstalk“ will eine Persiflage auf gaengige Late-Night-Formate (von David Letterman zu Harald Schmidt) sein, aufgezeichnet wird im Audimax der Uni Wien: „Das gibt eine ganz andere Aesthetik als die normale Studio-Aesthetik“. Schaebiger? „Es sieht so aus wie unser Bildungssystem, wuerd‘ ich sagen, wo dann die Erinnerung eigentlich das Schoene ist“, stichelt Alfred Dorfer. Auch eine Band gibt es: „Es gibt keine Show ohne Band. Das sind immer so aufgemotzte, schwungvolle junge Menschen, und wir gleichen das dem Audimax an – bei uns sind das drei Menschen im grauen Arbeitsanzug.“ Auch die obligatorische Skyline ist im Hintergrund. Die zeichnet Karikaturist Tex Rubinowitz auf die Hoersaal-Tafel. Die Satire-Show will „das alte Prinzip des allwissenden Experten“ wachrufen. „Frueher gab’s Menschen, die wussten alles, Hugo Portisch zum Beispiel“, so Dorfer. Die Portisch-Inkarnation gibt Guenter Paal: „Von Haute Couture bis Sigmund Freud, worum es auch geht, er weiss es. Und das ist troestlich.“

„Wenn sie ehrlich waeren“ – CHRISTINA BOeCK, presse 28.01.04