Literaturzeitschrift mit AI Anspruch

CuratedAI ist eine Literaturzeitschrift, die ausschließlich Texte von AI veröffentlicht. Mit entsprechend großen Datenmengen lassen sich auch beliebig viele – auch gut lesbare – Texte erzeugen. In der Prosa kommen derzeit jedoch nur die Klassiker zum Einsatz: Jane Austen und Tolstoi.

Worauf man besonders gespannt sein darf: Wie werden sich die BIOS der AI-Autoren entwickeln. Derzeit spürt man noch einen gewissen anarchischen Hauch in der Bio:

Deep Gimble II is a Recurrent Neural Net, trained on public domain poetry and seeded with the titular phrase.

Und natürlich hoffen wir, dass es noch viel mehr davon geben wird und sich das Genre Public Domain Poetry rasch entwicklen wird.

zeitschrift für ideengeschichte: das dorf

passend zu den epischen naturwallungen aktueller prosa liegt nun das neue heft der zeitschrift für ideengeschichte: das dorf vor. selbst eine dorfflüchtige tu ich mir schwer mit editorialen beschwörungen des dörflichen als brutstätte von ideen und ihren praktiken, mit ideen umzugehen. da winke ich lieber schwachbrüstig von meinem fluchtbalkon. ideenfuchtig kann man überall sein. delle off!

Der polyglotte Minitrupp Das Thema Avantgarde

Himmel in Zoutelande

Es ist schon immer wieder interessant, wie sich die Zeiten ändern bzw. wer was auf wen argumentativ anwenden darf, ohne in Verdacht zu geraten.

Wir wissen ja alle mittlerweile, dass der Begriff Avantgarde obsolet ist, vor allem das damit verbundene Militärische wird gerne dazu ins argumentative Feld geführt. Daher staunt man schon, wenn in einer Vorstellungsveranstaltung von Zeitschriften ihre Macher als „polyglotte Minitrupps“ gekennzeichnet werden.

Ihre Macher sind hochvernetzte Einzelgänger oder polyglotte Minitrupps.

Kiosk – Zeitschriften bitte! – Literaturhaus Frankfurt.

Damit kommt der ansonsten argumentativ verpönte militärische Komplex quasi durch die betriebliche Hintertür wieder rein. Zeitschriften wie Bella Triste oder Sinn und Form dürfen das schon mal sein:

kleine, meist in Bewegung befindliche Gruppe von Soldaten oder anderen zusammengehörigen Personen, die gemeinsam ein Vorhaben ausführen

Quelle: duden.de

Und in der weiteren Vorstellung der Bella Triste wird man dann schon handfester: Sie würden gewisse „extremistische Ästhetiken“ (Minute 15:00) verfolgen (Bella Triste – Wir wollen Literatur wieder promoten). Das würde vor allem auf die Jubiläumsausgabe Nummer 30 zutreffen, die im Schachtelformat ein Sammelsurium – ein Readymade – darstellt.

Irgendwie schon traurig, dass heute ein ganz normales Unikat-Dingens als extremistisch gilt. Man darf sich wahrlich nur noch wundern …

Zeitschrift Fantomas leider eingestellt

Nicht jede Ausgabe der Zeitschrift „Fantomas“ habe ich auch gekauft, aber doch fast jede zweite. 🙂 Schade nun, dass nach der Sommerausgabe das Projekt eingestellt wurde:

Der Clash kam für uns alle so plötzlich, dass wir als Kollektiv hier nicht viel mehr tun können, als ihn festzustellen. Wir haben keine gemeinsame Deutung von dem, was passiert ist, und dass wir sie nicht haben, reflektiert vor allem, wie tiefgreifend der Bruch ist.

Quelle: Stellungnahme der Zeitschrift Fantomas

Aus der Stellungnahme kann man gut erkennen, wie wichtig permanente Ortsbestimmung ist, je länger Gruppen schon zusammenarbeiten, desto öfter. Ja, das kenne ich gut. 🙂