Fachbuch zur Metaisierung der Literatur und Medien

Es gibt ja wissenschaftliche Bücher, die mich durchaus und sogar sehr interessieren würden. Aber: der Preis!

Das Buch „Die Metaisierung in Literatur und anderen Medien“ (Hrsg. von Hauthal, Nadj, Nünning und Peters, Walter de Gruyter, 2007) wäre so eins, kostet aber satte 98 Euro für 380 Seiten.

Das vorliegende Kompendium liefert erstmals eine systematische Begriffsklärung und theoretische Modellbildung, die eine historisch und medial differenzierte Perspektive auf literarische und mediale Selbstreflexivität ermöglicht.

Quelle: Verlagsinformation Walter de Gruyter

Der Computerphilologe und die Methode des Cheatings

Was bedeuten Cheats für die Computerspielkultur und für den Forscher.

Julian Kücklich hat sich an die Fragestellung gemacht, was Cheating als methodisches Werkzeug für die Computerspielforschung bringen kann.

Im Fall der Spielanalyse hat dies interessante Ergebnisse zu Tage gefördert. Am Beispiel von Deus Ex ist es mir gelungen zu zeigen, dass der Einsatz von Cheats nicht nur das Verständnis eines Spiels vertiefen kann, sondern auch neue Betrachtungsweisen eröffnet hat. Cheating ermöglicht in diesem Zusammenhang nicht nur eine neue Wahrnehmung des Spielraums, sondern auch die Erkenntnis der Art und Weise, auf die Intertextualität und Technizität mit den Prozessen der Spielproduktion und -rezeption verwoben sind.

Quelle: Kücklich, Julian: Cheating als methodisches Werkzeug in der Computerspielforschung (computerphilologie)
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Edward P. Thompson: Blauer Montag

Blauer Montag ist ein älterer Text (1967), der jetzt neu bei Nautilus aufgelegt wurde.

Letztes Wochenende gekauft und in einem Zug durchgelesen. Zum einen fand ich das Thema sehr interessant – Blauer Montag (zu den unzähligen Bedeutungen des Blauen Montag: Wikipedia, leider wird der Begriff im Buch selbst nicht wirklich begrifflich erklärt.) in Verbindung mit den Themen Zeit und Arbeitsdisziplin und zum anderen hat John Holloway, den ich noch wenig kenne, die Einleitung dazu verfasst.
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Vorträge: Ist die Kunstkritik am Ende?

Schon etwas älter, aber erst jetzt entdeckt: Ist die Kunstkritik am Ende?

Die Rolle der Kunstkritik hat – wie ihr ursrpüngliches Umfeld: das Feuilleton der Zeitungen – in den Prozessen der Meinungsbildung an Bedeutung verloren. Anspruchsvolle kritische Auseinandersetzung findet generell schwer Gehör. Die Gründe dafür sind vielfältig, nicht zuletzt aber in Qualitätsmängeln der Kunstkritik selbst zu suchen.

Quelle: Ist die Kunstkritik am Ende?

Mit Vorträgen – alle im PDF zum Download – von Klaus Zeyringer (Ehrenrunden im Salon), Barbara Basting (Von der Kunstkritik zum Leserservice), Sabeth Buchmann (Kritik der Institutionen und/oder Institutionskritik) und Thomas Lang (Wechselnde Laufrichtung).

Das Außen machts nicht mehr lange – Terkessidis fürchtet sich nicht

Mark Terkessidis wieder mal punktgenau in der Argumentation für das Außen.

Auch wenn ein Außen theoretisch ja eine diskurswürdige Angelegenheit sein mag, praktisch lassen sich dazu genügend Beispiele finden. Und: Mark Terkessidis auch mal poetisch prophetisch, Wahnsinn! 🙂

Tatsächlich ist ständige Angst erbärmlich und lähmend. Es geht um mehr als ums eigene Überleben, um privates Glück in der häuslichen Festung, um mehr als um individuelle Lösungen für Armut und Schlaglöcher. Erst wenn man den Terror der Furcht als Beschneidung der eigenen Lebensmöglichkeiten begreift und sich der Gefahr stellt, dann hat man die Freiheit der Wahl und die Möglichkeit zur Veränderung. Dann küsst man die Zukunft.

Quelle: Das stumme Aufblitzen des Außen – Mark Terkessidis (TAZ, 28.03.07)

Die Jakuzzi-Haltung

War für eine Wortschöpfung: die „Jakuzzi“-Haltung (Jörg Heiser).

Im übrigen ist Jakuzzi nur ein anderes Wort für Whirlpool. 😉

Also platt gesagt, gibt es kunsttypische Zuspitzungen, die man sicherlich auch aus anderen Kultursparten kennt, in denen es die Pose des entlarvenden Kritikers gibt, der dem kommerziellen Marktgeschehen die Maske entreißt. Das wäre die „J’accuse!“-Haltung. Das Gegenstück ist die „Jakuzzi“-Haltung, der Kopfsprung mitten in das Getümmel und die Freude am glamourösen Anhäufen von Anerkennung, Geld und sonstigen Vergütungen.

Quelle: Die Anmaßung ist schon da – Interview mit Jörg Heiser (TAZ, 11.04.07)