Entwickeln Sie Ihre Differenzqualitäten!

Jetzt kramen Sie mal kräftig nach Ihren Differenzqualitäten!?

Denn heute ist es wichtiger beim Studieren – z.B. Germanistik, dass Sie sich von der Masse in Ihrem Lebenslauf unterscheiden, als sich schlicht darauf zu konzentrieren, sich wissenschaftlich mit Texten zu beschäftigen. Also unter uns Pastorentöchtern: Ich bin sehr froh, mein Studium schon lange hinter mir gelassen zu haben. Entweder man studiert heute und muss immer ein anderer sein oder man trifft sich mit gleichgesinnten Bachelors, die gar nicht wissen, wie man einen Text liest. 😉
Continue reading “Entwickeln Sie Ihre Differenzqualitäten!” »

archplus öffnet während der Documente ihre Archive: Text des Tages

Ne nette Idee und viel zum Lesen: archplus und ihre Aktion Text des Tages.

So profitieren auch Nicht-Documenta-Besucher: jeden Tag wird ein neuer Text aus den Archiven der Zeitschrift zum Download freigeschaltet (als PDF Datei). Bis dato findet sich darunter u.a. ein Text von Rem Koolhaas zum Thema Was ist eigentlich aus dem Urbanismus geworden oder von Günther Uhlig einen sehr interessanten Artikel zum Einküchenhaus.

McLuhan: der modische Esoteriker

Interessant, was man in Nachrufen sonst noch für Urteile mitnehmen kann. In Können Bilder schreien macht sich Roger Behrens im Nachruf auf Rudolf Arnheim über McLuhan her:

Ganz entgegen der esoterischen und pseudo­idealistischen Medientheorie, wie sie vor allem verbunden mit dem Namen Marshall McLuhan zur akademischen Mode avancierte, ist Arnheims Forschung der Schlüssel zu einer verdrängten materialistischen Medientheorie

Quelle: Behrens, Roger: Können Bilder schreien (Jungle World, Nr. 25/2007)

Interessant vor allem, weil ich mit McLuhan noch nie mit Esoterik in Verbindung gebracht habe. Man lernt ja nie aus, nicht wahr!

Das Inhaltsverzeichnis als Tag-Cloud

Da darf man gespannt sein auf Carsten Zorn/ Christian Hucks Das Populäre in der Gesellschaft. Systemtheorie und Populärkultur, auch wenn ich kein sonderlicher Luhmann-Leser bin.

Im aktuellen Konkret (6/2007) ist ein interessanter Artikel – Offener Vollzug – von Carsten Zorn zu lesen, der einen Bezug zu Walter Benjamin herstellt (Thema: Kapitalismus als Religion). Wieder was zum Nachlesen, hier im aktuellen Bezug zum Castingfernsehen interpretiert.

Das Inhaltsverzeichnis des erwähnten Buches liest sich dann wie eine Buzzword-Liste oder einer dieser Tag-Clouds:

World of Warcraft – Public Enemy – Dubrovnik-Konferenzen – Skateboards – Jeff Koons – Gesamtkunstwerk – Didaktik – Rainald Goetz – Pamela – Harald Schmidt – Michel Houellebecqe – Gesellschaftskritik – Intellektuelle – Simcity – Clockwork Orange – Du bist Deutschland – Beate Uhse – ästhetische Erziehung …

Quelle: Verlagsinformation VS Verlag

In einer richtigen Tag-Cloud würde man dann ja eine entsprechende Gewichtung ablesen können. Ich warte ja noch immer, bis sich das in Büchern durchsetzt. 😉

Lasst den Leser unabgeholt!

Gut ist, wieder einen Versuch von Hubert Winkels zu lesen, der sich mit Rolle und Funktion des Literaturkritikers auseinandersetzt. Bedauernswert, dass das immer so wenig Reaktion auslöst bzw. er nicht häufiger zur argumentativen Feder greift.

In Der Kritiker als dritter Gott greift er nochmal die Unterscheidung zwischen Emphatiker und Gnostiker (Zeit Debatte 2006) auf und stellt einen historischen Zusammenhang her zu den 20er Jahren, insbesondere auf Alfred Kerr bezogen, – unweigerlich gelandet seien wir heute beim emphatischen Kritiker, der den Leser dort läßt, wo er angeblich abgeholt werden soll:

Von allgemeinen Gesetzen im Kunstwerk haben wir längst Abschied genommen, doch sind wir allzu schnell am anderen Ende der Skala angekommen, der Behauptung schierer Subjektivität: Schön ist, worin ich mich selber sehe. Und wo ich bin im Text, dort, lieber Leser, wirst auch Du Dich finden. Das ist Umgehung der Intelligenz mit didaktischem Vorwand: man wolle die Leute doch nur dort abholen, wo sie sind. Ja, wo sind sie denn?

Winkels, Hubert: Der Kritiker als dritter Gott (Welt, 18.06.07)

Ja, klar Rhabarberkuchen ist auch irgendwie toll, du! Mit der documenta auf du und tu.

Die Zeitschrift monopol lese ich ja eigentlich seit ner Weile nicht mehr. Aber nur so als Jux habe ich mir mehrere Artikel online angelesen und da war dann doch wieder brauchbares Lesefutter bei.

So der Artikel Kassel Confidential von Stefan Koldehoff. Er nähert sich der documenta und ihren Beteiligten in genau der Weise an, wie sie auch mir nach aussen oftmals erscheinen: Geheimniskrämerei und viele Alltagsphrasen.

Der Wiener Kunstjournalist Georg Schöllhammer, der das Projekt koordiniert, redete reichlich uninspiriertes, inhaltsleeres Zeug. Auf dem Stuhl neben ihm räkelte sich Buergel und betrachtete minutenlang die ähnlich spannende Decke des Gebäudes.

Quelle: Kassel Confidential

Continue reading “Ja, klar Rhabarberkuchen ist auch irgendwie toll, du! Mit der documenta auf du und tu.” »

Die Romantik endet im Preisgefälle – Wolfgang Ullrich

Wieder ein interessanter Artikel und Blickwinkel, den Wolfgang Ullrich auf den Kunstbetrieb wirft. Der Ausgangspunkt ist eine Rezension aktueller Bücher zum Kunstmarkt von Jörg Heiser und Piroschka Dossis.

Im Wesentlichen arbeitet er den Aspekt der Preisentwicklung und seine Bedeutung für die Wahrnehmung von Kunst heraus. Der Preis fungiert, so könnte man Ullrich noch zuspitzen, heute als blaue Blume.

Die seit der Romantik verbreitete Erwartung, dass Kunst ungewöhnlich und rätselhaft sein müsse, wird dann nicht mehr durch den Künstler – und das Werk an sich -, sondern nur wegen dessen spektakulär-spekulativem Preis erfüllt.

Quelle: Ullrich, Wolfgang – Lust am Spektakel, Kitzel der Spekulation, in: Literaturen 06/07

Texte zur Kunst: der ultimative Kurzführer :-)

Ganz wunderbar, um nicht zu sagen Amazing!: ein Kurzführer zur aktuellen Adabei-Diskurszene im Kunstbetrieb.

Gerade heute frisch auf den Abotisch gelegt: Texte zur Kunst mit einer super Beilage, dem Kurzführer – und der startet mt dem Wort Amazing! (von Isabelle Graw verfertigt):

Wie spricht man derzeit über/von Kunst? Das Format eines „Kurzführers“ ist dabei ganz wörtlich zu nehmen: Es wird tatsächlich kurz eingeführt, und zwar in einige der derzeit in Kunstkritik, Theorie(jargon), Pressetexten und Small Talk gängigsten Begriffe und Ausdrücke.

Quelle: Vorwort, Texte zur Kunst, Nummer 66