Das wenig elegante Kommentieren …

Schon interessant, was die TAZ in einer Schmalest-Rezension so dann doch noch für sich rausholt zu Walter Benjamin:

13. Man muss die Kunst nicht zu ernst nehmen.“ Letzteres ist vielleicht der eleganteste Kommentar zu Benjamins Thesen. taz

Quelle: TAZ

Die Frage, die man sich hier stellen muss, ist: Warum man sich a. elegant aus der Benjamin-Affäre zu ziehen gedenkt und b. das auch noch im Vielleicht bemühen muss. Klingt schon auch immens bemüht schlüpfrig so ein Satz.

TAZ: Über aktuelle Serien Plattitüden verbreiten

Im Grunde auch nur eine Plattitüde, aber man merkt, wie das Zeitungsniveau runtergeht, wenn es um Themen wie Serien und TV geht. Der aktuelle Artikel zu Serien und Serienstrukturen in der TAZ Wir Serientäter ist derart einfach zurecht gestrickt – schade, weil gerade aus den im Artikel durchaus genannten Qualitätsserien wie Mad Men lässt sich schon ganz andres rausholen. Was nun solche Serie mit dem Roman des 19. Jahrhunderts zu tun haben kann oder soll, bleibt schon eher beliebig – vor allem fällt dieser Vergleich regelmäßig, wenn grade nichts andres zur argumentativen Hand ist:

Semiotisch können es diese Reihen mit jedem großen Roman des 19. Jahrhunderts aufnehmen, ja sie sind selbst das Äquivalent zu den eminenten Textarchitekturen der bürgerlichen Epoche. Riesenwerke, die über den Fortgang von sechs, sieben oder mehr Staffeln gesellschaftliche Panoramen auffächern, wie es bislang nur die epische Literatur vermochte.

Quelle: Wir Serientäter, TAZ 30.1.10