Strolling – Clemente Susini: Venerina

Spannend find ich es immer, von einem Artikel auszugehen und sich ein wenig von Infos treiben zu lassen. Heute war das die Rezension der Luganer Ausstellung Corpo, automi, robot. Tra arte, scienza e tecnologia in der NZZ.

Ganz fehlt das Zwielichtige allerdings auch in der Villa Ciani nicht. Die in ihrer wächsernen Materialität an Olimpia erinnernde «Venerina» – ein berückendes Prachtsstück, das allein schon den Besuch der Ausstellung lohnt – liegt aus dem Rahmen fallend vor dem Besucher: den Kopf nach hinten gebeugt, eine dreifache Perlenkette um den Hals, den linken Arm ausgestreckt mit geöffneter Hand, den rechten leger gebogen, die schlanken Beine elegant übereinandergeschlagen – sie könnte verführerisch sein, wäre ihr nicht die Bauchdecke abgehoben und blickte man nicht direkt in die Innereien und die aufgeschnittene Gebärmutter, in der ein wohlgeformter Embryo ruht;

Quelle: Der Mensch und seine Maschinerien, NZZ 03.02.10

Diesen Hinweis fand ich nun wieder spannend und habe mich auf die Suche nach diesem Wachsmodell für anatomische Studien von Clemente Susini aus dem Jahre 1782 gemacht.

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archplus öffnet während der Documente ihre Archive: Text des Tages

Ne nette Idee und viel zum Lesen: archplus und ihre Aktion Text des Tages.

So profitieren auch Nicht-Documenta-Besucher: jeden Tag wird ein neuer Text aus den Archiven der Zeitschrift zum Download freigeschaltet (als PDF Datei). Bis dato findet sich darunter u.a. ein Text von Rem Koolhaas zum Thema Was ist eigentlich aus dem Urbanismus geworden oder von Günther Uhlig einen sehr interessanten Artikel zum Einküchenhaus.

Ja, klar Rhabarberkuchen ist auch irgendwie toll, du! Mit der documenta auf du und tu.

Die Zeitschrift monopol lese ich ja eigentlich seit ner Weile nicht mehr. Aber nur so als Jux habe ich mir mehrere Artikel online angelesen und da war dann doch wieder brauchbares Lesefutter bei.

So der Artikel Kassel Confidential von Stefan Koldehoff. Er nähert sich der documenta und ihren Beteiligten in genau der Weise an, wie sie auch mir nach aussen oftmals erscheinen: Geheimniskrämerei und viele Alltagsphrasen.

Der Wiener Kunstjournalist Georg Schöllhammer, der das Projekt koordiniert, redete reichlich uninspiriertes, inhaltsleeres Zeug. Auf dem Stuhl neben ihm räkelte sich Buergel und betrachtete minutenlang die ähnlich spannende Decke des Gebäudes.

Quelle: Kassel Confidential

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Die Romantik endet im Preisgefälle – Wolfgang Ullrich

Wieder ein interessanter Artikel und Blickwinkel, den Wolfgang Ullrich auf den Kunstbetrieb wirft. Der Ausgangspunkt ist eine Rezension aktueller Bücher zum Kunstmarkt von Jörg Heiser und Piroschka Dossis.

Im Wesentlichen arbeitet er den Aspekt der Preisentwicklung und seine Bedeutung für die Wahrnehmung von Kunst heraus. Der Preis fungiert, so könnte man Ullrich noch zuspitzen, heute als blaue Blume.

Die seit der Romantik verbreitete Erwartung, dass Kunst ungewöhnlich und rätselhaft sein müsse, wird dann nicht mehr durch den Künstler – und das Werk an sich -, sondern nur wegen dessen spektakulär-spekulativem Preis erfüllt.

Quelle: Ullrich, Wolfgang – Lust am Spektakel, Kitzel der Spekulation, in: Literaturen 06/07

Texte zur Kunst: der ultimative Kurzführer :-)

Ganz wunderbar, um nicht zu sagen Amazing!: ein Kurzführer zur aktuellen Adabei-Diskurszene im Kunstbetrieb.

Gerade heute frisch auf den Abotisch gelegt: Texte zur Kunst mit einer super Beilage, dem Kurzführer – und der startet mt dem Wort Amazing! (von Isabelle Graw verfertigt):

Wie spricht man derzeit über/von Kunst? Das Format eines „Kurzführers“ ist dabei ganz wörtlich zu nehmen: Es wird tatsächlich kurz eingeführt, und zwar in einige der derzeit in Kunstkritik, Theorie(jargon), Pressetexten und Small Talk gängigsten Begriffe und Ausdrücke.

Quelle: Vorwort, Texte zur Kunst, Nummer 66

Vorträge: Ist die Kunstkritik am Ende?

Schon etwas älter, aber erst jetzt entdeckt: Ist die Kunstkritik am Ende?

Die Rolle der Kunstkritik hat – wie ihr ursrpüngliches Umfeld: das Feuilleton der Zeitungen – in den Prozessen der Meinungsbildung an Bedeutung verloren. Anspruchsvolle kritische Auseinandersetzung findet generell schwer Gehör. Die Gründe dafür sind vielfältig, nicht zuletzt aber in Qualitätsmängeln der Kunstkritik selbst zu suchen.

Quelle: Ist die Kunstkritik am Ende?

Mit Vorträgen – alle im PDF zum Download – von Klaus Zeyringer (Ehrenrunden im Salon), Barbara Basting (Von der Kunstkritik zum Leserservice), Sabeth Buchmann (Kritik der Institutionen und/oder Institutionskritik) und Thomas Lang (Wechselnde Laufrichtung).

Vorträge: Ist die Kunstkritik am Ende?

Die Rolle der Kunstkritik hat – wie ihr ursrpüngliches Umfeld: das Feuilleton der Zeitungen – in den Prozessen der Meinungsbildung an Bedeutung verloren. Anspruchsvolle kritische Auseinandersetzung findet generell schwer Gehör. Die Gründe dafür sind vielfältig, nicht zuletzt aber in Qualitätsmängeln der Kunstkritik selbst zu suchen.

Quelle: Ist die Kunstkritik am Ende?

Mit Vorträgen – alle im PDF zum Download – von Klaus Zeyringer (Ehrenrunden im Salon), Barbara Basting (Von der Kunstkritik zum Leserservice), Sabeth Buchmann (Kritik der Institutionen und/oder Institutionskritik) und Thomas Lang (Wechselnde Laufrichtung).