mit bazon brock in den koelner hades: oder die lustvolle differenz zwischen gewalt- und lustmarsch

gewaltmarsch (1h) und lustmarsch (4h!). 🙂 was sich bazon brock fuer seinen theoriebeutezug durch die institutionslandschaft nicht alles ausgedacht hat: vom sorgenkind zum wundergreis – lustmarsch durchs theoriegelaende. derzeit in koeln. die koelner station und marschroute steht unter einem uns immer brennend nahem thema der musealisierung als zivilisationstrategie (avantgarde – arrièregarde – retrogarde). fuer brock ist die musealisierung eine strategie des fortschritts. die einen normalen zustand herstellt. der durch die kulturbarbaren und neuerer immer wieder in frage gestellt wird (s. lustmarsch microsite – station koeln)

und unbedingt dazu mitlesen: bazon brock bloggt. 🙂

Fuehrung-Brock

hier sieht man die gelben theorieampeln bazon brock in den koelner hades folgen zur anrufung des koelner quellenorakels am 1. mai 06. es geht nichts ueber ironisch-lustiges theorie merchandising. verzweifelt griffen nachzuegler nach den gelben tarnhelmen. die waren aber schon vergeben. bzw. wurde vermutet. bazon brock horte sie unter dem quellenverzeichnis. auf alle faelle. eine nassfroehliche angelegenheit. 😉

die koelner muellmenschen: fotogener massenaufmarsch

wir waren schliesslich auch vor ort. mischten uns unter die menge der wohlstandsmenschen. ganz kamera-objektiv. schmunzelten sie ueber die viele arbeit von ha schultzens muellmenschen. sinds nun wirklich 1000. oder muesste man doch nachzaehlen. war zu hoeren. oder endlich finden die verprellten dosen den rechten kunstpfand. oder wie das offizielle plakat (flyer „cologne people“ – pdf) bekraeftigt. ist das „coming homeder eindruck des militaerischen ist wohl gewollt. auch plakat und aufstellung der figuren weisen darauf hin. „Die Reihung wirkt auch nicht so beunruhigend, wie es etwa die gleiche Anzahl lebender Soldaten täte.“ (1000 gartenzwerge, koelner stadtanzeiger – 29.04.06) geglueckt. freut sich der koelner ueber das karnevaleske triumphale des aufmarsches. denn in der massenwirkung liegt die fotogenitaet.

Haschult-Knipser

Haschult-FigurenHaschult-FigurenHaschult-Figuren

Haschult-Sign

Passend zum „Cologne People“-Event stockt die KölnTourismus GmbH ihr Sortiment im Köln-Shop auf. Klassische Merchandising-Artikel wie T-Shirts, Kölsch- Gläser und Pins mit dem Trash-People-Motiv können ebenso wie Poster und Bücher zum Thema HA Schult erworben werden. (koeln.de)

austen und david lodge

am liebsten sind uns die verbindungen. die sich zwischen texten/medien auftun. so leidenschaftlich wir dann nach dem naechsten happen schnappen. so desastroes ist leider diese leidenschaft auf dauer. sie kennen das. wir sind meisterhaft im verzetteln. als sei das internet nur fuer uns geschaffen worden. als voellig ueberbordender zettelkasten. ein netzwerk aus leidenschaftlichen hinweisen. und so leben wir im bestaendigem kampf gegen diese unsere leidenschaft. legen uns auf das websofa und versuchen. die zettel zu ordnen. um beim naechsten hinweis uns gerade wieder zu verlieren. ein ewig laecherliches geschaeft. wenns denn eins waere. 😉 etliche dieser zettel wirtschaften wir in den blog. und wissen immerhin. dass unsere leidenschaft hier ein wenig ruhe finden kann.

beim wiederaufnehmen unserer austen-leidenschaft (fragen sie uns bloss nie warum?!) – nach einer durchaus sehenswerten und interessanten neuerlichen filmadaption von „pride and prejudice“ (2005)sehr witzig auf der webseite die moeglichkeit. das skript links und die filmszene rechts zu verfolgen (behind the scenes); und natuerlich die ewig ueber die ebene wandernde lizzie bennet mit hilfe von flash 🙂 (wer findet nur all die wunderbar stocksteifen darcys auf!). stiessen wir auf die verbindung von austenforschung und david lodge (wir lieben die wunderbar satirischen machwerke von lodge!). der wir uns nicht mehr bewusst waren. in „changing places“ laesst er den anglistikprofessor morris zapp das letztgueltige austenforschungsprojekt ersinnen. das ein fuer alle mal saemtliche aspekte des austen werkes erforschen und auf den punkt bringen sollte. damit schluss waere. mit jedem weiteren. nur wieder erneut hinzugepuzzelten halbwertigem forschungsergebnis zu austen:
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museum ludwig: kittler vortrag

und heute nicht vergessen den vortrag von kittler im museum ludwig/koeln um 19:00: Es ist eben schwierig mit der Kunst, wenn es keine Götter gibt.

Ausgehend von der Antike und dem berühmten Prozess um die Hetäre Phryne spannt dieser Vortrag einen weiten Bogen zur Moderne und der Kunst von Yves Klein. Die Hetäre (in der Antike eine gebildete und sozial anerkannte Dirne) bot an, den Wiederaufbau des zerstörten Theben zu finanzieren. Der Bildhauer Praxiteles gestaltet daraufhin Aphrodite-Statuen nach ihrem Vorbild. Das Äußere dieser Statuen ist also eine Hetäre, der Kern eine Göttin. Im 20. Jh. schuf nun Yves Klein mit seinen blau bemalten Modellen und ihren Körperabdrücken eine Kunst, in der wohl keine Göttin mehr wohnt …

aus der ankuendigung der „kunstbewussten vortraege“ des museum ludwig

update: was war nur mit kittler los? alt, krank oder schlicht nicht vorbereitet gewesen? ich frage mich immer noch. wo war der minimalste rote faden ausser seiner heidegger und hegel verehrung?

dann koennen wir nur bitten. seine „alten“ texte neu zu lesen. dank dem weblog „excerpter“ ist das in auszuegen fuer „aufschreibesysteme 1800/1900“ moeglich.

es will mir nicht aus dem sinn: tazro niscino

das ist schon ne ziemlich scharfe installation. auf das reiterdenkmal wilhelm des II an der hohenzollernbruecke in koeln einen raum zu bauen. eine richtige wohnzimmeratmo ist das. 🙂 und ergibt einen voellig anderen blickwinkel auf koeln. der bezug zum wirklich dollen projekt migration u.a. des koelner kunstvereins wird gezogen durch die zuwanderungspolitik unter wilhelm dem II.

Die Zuwanderungspolitik unter Wilhelm II war dabei auf eine scharfe Beobachtung der Zuwanderung aus Österreich- Ungarn und Russland ausgerichtet – mit dem Ziel, die Einwanderung der so genannten „Reichsfeinde“ zu verhindern. Die wohnliche Atmosphäre von Niscinos Zimmer lädt zu einer Konfrontation mit dem letzten Kaiser Deutschlands und dieser Epoche ein.

es will mir nicht aus dem sinn- tazro niscino – aus dem projekttext (projekt migration)

KaiserKaiser

Kaiser

koelnischer kunstverein :: kathrin rhomberg

sehr entspannt und doch mit verve vorgetragen: die fuehrung durch die aktuelle ausstelung des koelnischen kunstvereinstrisha donnelly“ durch kathrin rhomberg.

mit der strategie. den kunstbetrieb von den raendern her auszuloten. rennt sie bei uns ohnehin offene tueren ein. (auch wenn die raender aus dem kunstbetrieb heraus definiert werden – angeblich findet man wenig zu trisha donnelly. aber dem ist nicht so)

… kathrin rhomberg im interview mit der koelner stadtrevue (06/01)

… trisha donnellys demonstration (monopol)

und nicht vergessen: heute abend das gespraech zwischen kasper könig und dan perjovschi im koelnischen kunstverein in der reihe „kunst und migration“ (19:00).