Wie Ironie auch gerne in Verwirrung führt

Das Feuillton zu lesen, kann Vorteile haben. Mitunter kann man dem Feuilletonisten zusehen, wie ihn sein Thema überfordert. Roman Bucheli in der NZZ versucht zwar das Thema Frauenliteratur für sich und für andere (?) zu retten, verstrickt sich aber komplett zwischen ironischer Gegenwartsbeschreibung und vergangener potentieller Verve:

Mehr noch als das Thema des Podiumsgesprächs erstaunt jedoch der Umstand, dass tatsächlich nur Frauen aufs Podium zur Diskussion geladen sind. So wäre die Frauenliteratur selbst in historischer Rückschau nur eine Sache der Frauen, von und für Frauen? Sie wäre damit noch nicht einmal im Archiv angekommen, sondern da, wo sie nie hingehörte: im Abseits. Was vierzig Jahre Literaturgeschichte zum Glück nicht vermochten, schafft diese Programmkommission mit einem (gutgemeinten?) Federstrich.

Quelle: Von Frauen für Frauen, NZZ 27.04.10

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re:publica 2010: Wo sind die Frauen?

Vor Kurzem war ich in Berlin auf der re:publica 2010 und wollte mich mal wieder nach einiger Latenzzeit auf den aktuellen Stand des Feminismus bringen. Dazu besuchte ich zum Thema zwei Panels: Feministische Netzkultur 2.0 und Das andere Geschlecht. Dabei kam immer wieder die Frage auf, wie sieht es tatsächlich mit dem Frauenanteil der re:publica aus. Genaue Daten gab es nicht, es war mehr so eine Schnellschuss-Gefühlsfrage.

Weil ich solche gefühlige Schieflagen eher nicht so mag, habe ich mich hingesetzt und mal die Daten aus 3 Jahren re:publica mir genauer daraufhin angesehen, das erste Jahr 2007 scheint online nicht mehr greifbar zu sein.

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