und wieder eine literaturzeitschrift …

Vor allem Literaturzeitschriften, die mit dem unschlagbaren Slogan aufwarten: Texte, die in keines der gängigen Schemata passen (Quelle: IDIOME – experimentelle Prosa – Literaturwerkstatt Berlin) sollte man gleich online liegen lassen.

Jedes neue vom Stapel gehende Magazin will Gängiges vermeiden und in keine Schemata passen. Das ist Küchenjargon – vor allem, wenn man sich ein wenig näher informiert, wird gleich von einem Jahrbuch für Prosa 2008 (Quelle: Prosawerkstatt Idiome) gesprochen. Schön, dass man immer gleich das Jahrbuch anstrebt – Text raus & K(l)assenarbeit!

Bestseller-Liste und Verlag: kann die Laune heben

Insgesamt ein lesbares Interview mit Urs Widmer, das auch eine ganz neue Sicht auf Bestseller-Listen bietet. 🙂

Wenn ich den „Spiegel“ kaufe, schaue ich immer zuerst auf die Bestseller-Liste, ob da drei Bücher vom Diogenes Verlag drauf sind, das bedeutet nämlich, dass mein Verleger guter Laune ist. So gesehen, habe ich große Verehrung für Donna Leon.

Quelle: Die Sprache hat immer Recht, Wiener Zeitung 12.10.07

Serners Seidenstrumpf missverstanden: Ann Cotten

Die neuen unangepassten Angepassten passen so richtig schön unangepasst, wenn auch im herkömmlichen wie auch immer schräg gestellt.

Mit Lyrik setze ich mich eher wenig auseinander, wenngleich sie mir nicht gänzlich fern ist, schon gar nicht weit weg vom Experiment, immer auch schon Sprachform, rausgebacken.
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Die Metaerzählung: Autoren und ihre Laubsäge

Es mag ja sein, dass Autorinnen den Hang zum Buch ihrer handwerklichen Untauglichkeit verdanken, auch einer gewissen Lebensuntauglichkeit.

Aber: es müsste schlicht mal der Gegenbeweis erbracht werden, dass Autorinnen sehr wohl auch in Betriebe gehen und dort betriebliches, lohntechnisches Kleinholz machen und das mitunter auch nicht zu schlecht. 🙂 Das ewige Weitererzählen – auch so eine Metaerzählung – von unhandlichen, lebensunfähigen Autorinnen, die vor dem Strick zum Buch greifen, sollte endlich aufhören. Aktuelles Beispiel das Leben des Lutz Seiler:
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Der Autor, der sein Gesicht nicht zeigen will (hat Brille, hat Haar, trägt Kleidung)

Weniger blutig, aber auch lustig: PeterLicht (D) will sein Gesicht nicht zeigen.

Naja, es gab schlechtere Texte bis dato in Klagenfurt. Aber auch dieser Text versucht einen jugendlichen Sound herzustellen, der real, reell und verdammt in & cool & naseweiss daherkommt. Ein leichter Plauderton wird eingenommen, und alles ist doch irgendwie dann wieder so empfindsam, obwohl der Ton des Textes dagegen hält. Auch bei solchen Texten schlaf ich weg. 😉

Aber immerhin mal was neues in Klagenfurt (man schläft ohnehin schon): Das Videoportrait ist gut selbst zusammengezimmert, ein ganzer Wikipedia-Eintrag ist befüllt, eine Webseite, die nicht viel verspricht und ein Text, der die irgendwie popkulturelle Buchtisch-Ecke bei Bunt weiter befüllen wird.

Update – bzw. ich habe mich natürlich geirrt – der Text ist:
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