Resmann Couture

„Man hat schon oft festgestellt, dass sich unter Rabl-Stadlers Aegide eine ideelle Allianz von Festspielen und der Salzburger gewerblichen Wirtschaft hergestellt hat. Elegant muss sich die Premiere zur Hermés-Bluse fuegen, stilvoll soll das Diner (man nimmt es besser vorher ein, die Salzburger Wirte machen gern frueh Feierabend) ins Konzert uebergehen. Mit Juergen Flimm hat Rabl-Stadler – nach dem zaenkischen Mortier und dem traurigen Ruzicka – nun eine rheinlaendische Frohnatur nach ihrem Geschmack gefunden: Was immer man von ihm als Regisseur halten mag – und zumindest seine neueren Operninszenierungen, etwa der „Ring“ in Bayreuth und „King Arthur“ in Salzburg sind sehr unbegeistert aufgenommen worden – in seiner Omnipraesenz gibt der sozialdemokratisch angehauchte Kulturfunktionaer Flimm das ruehrige, weltlaeufige Gegenstueck zur Festspielpraesidentin. Er kann mit jedem und fast jeder kann mit ihm. Er hat oeffentlich verkuendet, das „Regietheater“ sei im Bereich der Oper zu weit gegangen und muesse auf ein „vernuenftiges Mass“ zurueckgefuehrt werden – da lacht das Herz im Nobeldirndl. Er sitzt in fast jeder Kommission, und wo er nicht sitzt, sitzt Rabl-Stadler.“

Resmann Couture – Wolfgang Fuhrmann, berliner zeitung, 01.09.04

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