pufferzone :: kunstbetrieb

diskursiver nachhall zum triumphbogen von gelatine in salzburg – aus einer vorort quelle: dem salzburger kunstfehler:

Innerhalb des konventionellen Kunstbetriebs verpufft (nahezu) jede Provokation folgenlos. Wenn die Kunst einmal die gemeinhin auch als Museen bekannten Sicherheitsverwahranstalten verlaesst, also im oeffentlichen Raum platziert wird, scheinen Eingriffe auf politischer Ebene immerhin moeglich. Vorausgesetzt die Funktion dieser oeffentlichen Kunst besteht nicht bloss in einer niedlichen Verzierung oder Moeblierung des urbanen Umfeldes. Nicht in jedem Fall darf den in diesem Feld operierenden Kuenstlern Beihilfe zur „Aufwertung“ der staedtischen Lebensraeume im Sinne der Maechtigen unterstellt werden. Unterschiedliche Formen symbolischer Politik beruehren seit gut zwei Jahrzehnten immer wieder die Kunstdiskurse.

(doc holliday – artisten, tabus, aktionen)

Genau das, die radikale Abwesenheit von Geheimnissen und sublimen Details, ist aber typisch fuer Pornographie. Der eigentliche Skandal (Hussleins „Anschlag auf die Kunst“) ist das „leere“ Kunstwerk vor dem Rupertinum (ein nach Umberto Eco „offenes Kunstwerk“ haette zumindest mit den barocken Hellbrunner Wasserspielen geliebaeugelt) sowie Sexisten, die sich ueber angebliche Pornographie beschweren. Die Ironie liegt dabei freilich darin, dass der (ab)spritzende Triumphbogen eine klassische Maennerphantasie (Selbstbefruchtung) darstellt. Aber wer denkt schon soweit – oder an Kenneth Angers Gay Cinema-Phantasmagorie „Eaux d’Artefice“?

(didi neidhart – Die wahren Skandale sind andere)

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