magie des duells

kreimeier fuehrt das duellieren im fernsehen endlich wieder an seine ursprungsidee des circus maximus zurueck:

„Personalisierung“ des Politischen muss somit zwei unterschiedliche Ziele verfolgen. Zum einen erfüllt sie das, was schon die „persona“ des antiken Theaters, die Maske, leistete: Sie soll das „wahre Gesicht“ ihres Trägers, politisch gesprochen: die Wirklichkeit seiner Taten oder seiner Untätigkeit verhüllen. Zum andern gilt es, im Sinne Ciceros, den Akteur mit einer „persona“, das heißt mit Ansehen und Ausstrahlung auszustatten: Wer ein öffentliches Amt ausüben will, muss einfach Eindruck schinden – zumal dann, wenn er nicht viel auszurichten vermag. Das Duell als Medienprodukt verstärkt diese Strategie, schafft aber auch ein Risiko. Wenn sich zwei Politiker, die beide das Ende des politischen Gestaltungswillens verkörpern, duellieren, entsteht eine groteske Situation, die nur mit erheblichem Aufwand zu einer bedeutenden hochgejubelt werden kann.

die magie des duells – klaus kreimeier (freitag 35)

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