generation blockheads :: das feld ist voll :-)

generation blogger setzt in einem etwas weinerlichem „baeh“-ton zum abgesang auf die deutsche (?) bloggerszene an. sie beschreiben in ihrem beitrag genau jenen zustand eines feldes. der eine gewisse saettigung errreicht hat – konsolidierung und neuanfang halten sich die waage. positionen und positionierungen sind klar verteilt – oder wie man im einfachen jargon sagt: „nichts bewegt sich mehr“.

nun so „fest“ erscheint uns das feld nicht – vor allem. wenn man den deutschen horizont ausser acht laesst – schliesslich ist bloggen eine „globale“ bewegung. als zustandsbeschreibung. wenn man den beleidigten impetus raushaelt. taugt der beitrag doch sehr gut. fuer uns auch ein guter einstieg in die feld::studien.

Die Szene entwickelt sich hin zu einer im eigenen Saft schmorenden und sich staendig selbst zitierenden „mein weiches Fruehsuecksei war heute morgen hart“-Selbstdarstellung. Was zu Anfang in einigen Faellen noch interessant und avantgardistisch war ist mittlerweile bestenfalls auf Big Brother-Niveau angelangt. Nebenbei weren Positionierungs- und Grabenkriege ausgefochten, welche gerade mal Kindergartenniveau erreichen.

Generation Blockheads (via itw)

interessant ist – abgesehen von der wiederholten metapher des „fruehstueckeis“ -. was von einer globalen „weblogbewegung“ erwartet wird. jedes neues „medium“ soll ja immer gleich alles unter einen neuen „hut“ bringen. dass ein neues medium – hier: weblogs – mehr auspraegungen haben kann und soll. als avantgardistisch das auf- und auszuheben. was die „traditionellen“, weil „dispositiven“ medien nicht mehr schaffen koennen. ist zwar ein legitimer ansatz. kann aber ohnehin nur in schmalen „kanaelen“ (kluge wuerde nischen sagen) wirklichkeit werden.
weiterhin kann ein neues medium allein – als technik, form – noch nicht „revolutionaer“ sein. dazu gehoeren dann immer zwei sozusagen: form + inhalt.

seinen wir doch mal realistisch: das internet mit all seinen kleinen und groesseren gadget-bereichen wie chat, foren, weblogs etc. pp. hat doch bis dato nicht wirklich dieses revolutionaere moment hervorgebracht?! zu einem revolutionaeren moment braucht es mehr als x-blogger. die mal schneller mal langsamer sind als die „herkoemmlichen“ medien. dazu braucht es inhalte. richtlinien. alternativen.

wenn wir dazu bourdieu bemuehen wollen: die avantgarde – oder das revolutionaere moment – im feld. setzt sich zum einen durch permanente kaempfe durch – sicher. aber vor allem durch „propaganda“ – sprich: manifeste, texte, inhalte, kritik und alternativen. im derzeitigen weblog-feld sind diese „alternativen“ im ansatz durchaus auffindbar – aber das reicht nicht fuer einen „wechsel“ im kraeftefeld.

dass in den letzten 2 jahren (solange wir als weblogger ueberhaupt die „szene“ ueberblicken koennen) sich eine „konsolidierung“ auf bestimmte „feste“ webloggerinstanzen ausgebildet hat. ist – wenn man in feldbegriffen denkt – eine ganz „normale“ entwicklung.
das ist das eine. aber: das andere waere diese konsolidierungen zu beobachten und zu analysieren – und: nicht auf dem status der „Arriregarde“ stehen zu bleiben.

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4 Gedanken zu „generation blockheads :: das feld ist voll :-)

  1. hallo pepe/a – schoen wieder von ihnen zu lesen. wir haben ja gleich ihren eigenen weblog platz aufgesucht und uns wunderbar an den wertvollen stuecken erfreut. 🙂

    sie haetten uns durchaus frueher von ihrem eigenen hort berichten koennen. 😉

    ja. wir werden mal wieder spezieller. die zeit laesst es einfach nicht zu. zu sehr ins dies und das zu schweifen. wir versuchen es nun mal mit einer spezialisierung. mal sehen. ob es so besser laufen kann.

    ob dann die leserinnen weglaufen. man wird es sehen muessen. 🙂

    gruesse aus einem halbbedeckten koeln.

  2. vielleicht sollten wir dann unser vorhaben als schatzmeisterei einmelden. 😉
    nunja. die arbeit macht man ja freiwillig und somit kann man sie auch freiwillig woanders hin kanalisieren. wir muessen unsere ressourcenlage gerade sehr zuspitzen. weil wir grosse teile der restfreizeit fuer die naechsten paar monate belegt haben mit einem hoerspiel. 🙂
    da bleibt dann nicht mehr viel raum fuer weiteres. daher der kanalfokus.

    dafuer. dass sie einfach so notieren in ihrem weblog. wirkt es schon sehr professionell. 🙂

    und recherche ist ja nicht alles.

    bei uns hier zieht aufgrund des koelner marathons permanent der hubschrauber durch die wolkendecke eines ansonsten sonnigen gemuets.

  3. die metapher des „fruehstueckeis“ ist in der tat eine tiefenpsychologische analyse wert…
    😉
    guten morgen, liebe frau serner und danke für diese interessante rubrik!
    bin gerade dabei, mich wieder mal an ihrer seite festzusaugen – hat man einmal angefangen zu lesen, dann kommt man so schnell nicht wieder davon los – phantastisch!
    🙂
    herzliche gruesse aus berlin, hier gibt sich die sonne gerade noch einmal mŠchtig muehe!

  4. ja, die zeit!

    haette ich es nicht ohnehin schon die ganze selbe über geahnt, spaetestens jetzt weiss ich, welch unglaubliche zeit, arbeit und geduld sie hier in diese seite stecken!
    (und dabei ist mein eigenes kleines weblog-zuhause bislang ja nur eine art baustelle, auf der ich direkt aus meinem kopf heraus notiere, ohne groessere recherchearbeit.)
    deshalb noch einmal ganz gro§en DANK!
    sie schenken ihren leserinnen gro§e schaetze, liebe frau serner!
    und die waer’n ja wohl janz schoen daemlich, wennse weglaufen wuerden, wa?!
    (die leserinnen, nicht die schaetze!)
    😉

    ich wuensche ihnen einen schšnen sonntag,
    hier bei mir regnet und sonnt es gerade gleichzeitig; mal sehen, in welche richtung es sich entscheidet.
    🙂

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