EXZERPTE: boris groys – unter verdacht (1)

alle exzerptstellen aus: boris groys: unter verdacht. eine phaenomenologie der medien. hanser 2000 – kapitel: einfuehrung

>> rueckgriff auf sein buch „ueber das neue“:
kulturelle oekonomie ist der austausch zwischen zwei raeumen:
[A“> dem raum des ARCHIVS und
[BE“> dem raum des PROFANEN.

>> der raum des ARCHIVS: speicher der kulturellen werte; repraesentation des profanen AUSSEN; das archiv grenzt an zwei aussenraeume:
[1″> s.o. das PROFANE
[2″> der raum des SUBMEDIALEN

ad. [1″> das ARCHIV in seiner abgrenzung zum PROFANEN ::
oder die kulturelle oekonomie des NEUEN

>> die repraesentation im archiv erfolgt durch REPRAESENTATIONSPOLITIK (vgl. dazu der kampf des neuen, der stets aus dem raum des profanen in das archiv stattfindet; irgendwann landet alles neue im repraesentativen archiv)
>> vgl. dazu machtpositionen bestimmen diesen kampf (hier: bruecke zu bourdieu – kampf zeichnet sich durch in- und exklusionen aus)
>> wie erfolgt der transfer durch beide raeume, etwa vom profanen zum kulturell wertvollen (darstellung des repraesentationskampfes, vgl. dazu die feldtheorie von bourdieu, bes. der kampf der avantgarde im feld)
>> der raum des ARCHIVES: ist eine maschine zur produktion von geschichte (vgl. die produktion von hegemonie)
>> als beispiel des uebergangs von profan zu archiv bzw. des kampfes des neuen: duchamps readymades (das profane zur kunst/zum archiv machen)
>> kennzeichen des neuen:
[a“> formale andersartigkeit und
[be“> profane wertlosigkeit (vlg. wieder duchamp)

>> groys sieht den kampf des neuen als staendigen notwendigen repraesentationskampf (nur so kann das archiv sich erweitern, das neue/die innovation ueberhaupt wahrgenommen werden)
>> vlg. dazu den hinweis auf die MODERNE: als epoche des VERDACHTS (s. punkt 2) (alte werte werden negiert und gleichzeitig werden grosse archive angelegt)

ad. [2″> das ARCHIV in seiner abgrenzung zum SUBMEDIALEN ::
oder die komplizierte hierarchie der zeichentraeger (archivtraeger)

>> der submediale raum == das ANDERE des Archivs (durchaus hinweis auf freud, lacan, poststrukturalisten zu verstehen)
>> hinter der zeichenoberflaeche des archivs liegt der raum der zeichentraeger
>> der betrachter nimmt das archiv nur als oberflaeche wahr (das bild als bild, das video
als video), den oder die medialen traeger nimmt er nur bedingt war (hier tritt die VERMUTUNG,
der VERDACHT in position)
>> verhaeltnis betrachter :: submedialem archivraum == VERDACHT (in psychologischer interpretation: ein paranoides verhaeltnis)

MEDIENTHEORIE: aufgabe der medientheorie ist daher den submedialen raum auszuarbeiten, die frage nach den medientraegern zu stellen (vgl. die klassische philosophische ontologie findet hier ihre fortsetzung im bereich der medien >> hinter die medialen zeichen gehen) (insofern argumentiert groys „klassisch“ philosophisch)

>> der medien-/oder zeichentraeger zeigt sich: sobald man das zeichen eliminiert (auch ganz klassisch mcluhanisch: sobald der zeichentraeger, das medium selbst zum zeichen wird…)
>> kommt einer selbst/entlarvung des medialen gleich

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