die avantgarde :: als antiker bastelbogen

Warum sind die klassischen Avantgarden für eine junge Künstlerschicht so attraktiv? Ist es die größer werdende zeitliche Distanz? Ein Reflex gegen die Elterngeneration, die in den Sechzigern voller Leidenschaft den Konstruktivismus und die gestische Abstraktion mit den Botschaften von Beuys und Warhol begrub? Oder ist es womöglich der Einspruch gegen jene Übermacht des Pop, welche im Boom der modischen Szene-Malerei mündete, die diesen Künstlern so fremd ist.
Roger Buergel, der Leiter der nächsten Documenta, nannte die klassische Moderne unlängst in einem Interview „unsere Antike„. Als abgeschlossene Epoche bildet sie demnach einen Formenkanon, der heute alle künstlerischen Bereiche durchzieht. Gerade diese Kanonbildung nehmen nun die jungen Neo-Modernen mit ihren Ironisierungen und Verfremdungen, den schrägen Einsprengseln und der Bastel-Ästhetik ins Visier. Sie verdammen die Moderne ebenso wenig wie sie ihr huldigen. Sie wollen einfach erkunden, welche Rolle sie in unserer Seherfahrung spielt. Und auch, welche Zukunft die Moderne wieder hat.

basteln an der moderne (berliner zeitung, 07.01.05)

… weitere infos zu den ausstellungen

… kunstverein hamburg: formalismus. moderne kunst, heute
grammatik der erfahrung (jungle world, 22.12.04)
… der lange weg einer guten idee (FR, 07.01.05)
leopardin geht shoppen (TAZ, 20.12.04)
… benutzen sie die aschenbecher nicht. sonst verunreinigen sie ein kunstwerk (welt, 11.10.04)

… galerie markus richter: and the air is clear – a new spirit in formalism

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